Storage. Backup. Virtualisierung.

RAIDn – Redundant Array of Independent Disks · Version 1.6 · © Stor IT Back 2026



RAIDn von InoStor: frei wählbare Redundanz mit n:m-Konfiguration

RAIDn war eine von der InoStor Corporation entwickelte proprietäre RAID-Technologie. Die Technik wurde Anfang der 2000er-Jahre im Umfeld von Tandberg Data entwickelt und vermarktet. Im Unterschied zu klassischen RAID-Leveln ließ sich die gewünschte Anzahl tolerierbarer Laufwerksausfälle über einen Parameter festlegen. Der Parameter n bezeichnet die Gesamtzahl der Laufwerke im RAID-Verbund. Der Parameter m gibt an, wie viele beliebige Laufwerke gleichzeitig ausfallen dürfen, ohne dass die gespeicherten Nutzdaten verloren gehen. Die Daten können aus den verbleibenden n − m Laufwerken rekonstruiert werden.

Unter idealen Bedingungen beschreibt das RAIDn-Patent eine theoretische Rohkapazität von n − m Laufwerkskapazitäten. Für große Zugriffe werden theoretische Maximalwerte von n Laufwerken beim Lesen und n − m Laufwerken beim Schreiben genannt. Diese Werte stellen keine garantierte Praxisleistung dar.

Dieser RAID-Level maximiert die Verfügbarkeit und minimiert den Plattenplatz-Overhead. Weiterhin wurden Lese- und Schreibgeschwindigkeit verbessert. RAIDn ist kein aktueller, herstellerübergreifend standardisierter RAID-Level, sondern eine historische produktspezifische Implementierung.

RAIDn mit frei wählbarer Anzahl tolerierbarer Laufwerksausfälle


n = Gesamtzahl der Laufwerke im RAID-Verbund
m = maximale Anzahl beliebiger Laufwerke, die ohne Verlust der Nutzdaten gleichzeitig ausfallen dürfen
n > m >= 0

Aus diesen Definitionen ergeben sich die folgenden Berechnungen für diesen RAID-Level:

Lesegeschwindigkeit =bis zu n mal Einzelplatte
Schreibgeschwindigkeit = bis zu ( n - m ) mal Einzelplatte
Theoretische Rohkapazität = ( n - m ) mal Einzelkapazität
Einige spezielle Definitionen wurden festgelegt:
m = 1 entspricht RAID 5
m = 0 entspricht RAID 0
m = n - 1 entspricht RAID 1

Das RAIDn-Patent beschreibt eigene sogenannte Wiencko-Codes zur Erzeugung und Wiederherstellung der Redundanzdaten. Deshalb sollten die Parameterkombinationen nicht ohne Einschränkung mit klassischen RAID-Leveln gleichgesetzt werden. Weiterhin ist eine dynamische Änderung der Konfiguration beim Hinzufügen von Festplatten integriert. Die Verfügbarkeit bleibt so erhalten.

     RAID-Übersicht und Hot-Spare     
     RAID-Level 0
     RAID-Level 1
     RAID-Level 4
     RAID-Level 5
     RAID-Level 5ee
     RAID-Level 6
     RAID-Level 7
     RAID-Level 10
 
 

Beispiel für eine RAIDn-Konfiguration

Bei einer Konfiguration mit acht Laufwerken und dem Parameter m = 2 dürfen bis zu zwei beliebige Laufwerke ausfallen. Werden acht Laufwerke mit jeweils 8 TB eingesetzt, ergibt sich theoretisch folgende nutzbare Rohkapazität:

(8 − 2) × 8 TB = 48 TB

Die tatsächlich verfügbare Kapazität kann durch Formatierung, Metadaten und weitere System-Overheads geringer ausfallen.

 
 

Häufige Fragen zu RAIDn

Was ist RAIDn?

RAIDn war eine proprietäre RAID-Technologie der InoStor Corporation. Im Unterschied zu klassischen RAID-Leveln konnte die gewünschte Ausfalltoleranz über die Parameter n und m festgelegt werden. RAIDn ist kein heute allgemein gebräuchlicher oder herstellerübergreifend standardisierter RAID-Level.

Was bedeuten n und m bei RAIDn?

Der Parameter n bezeichnet die Gesamtzahl der Laufwerke im RAID-Verbund. Der Parameter m gibt an, wie viele beliebige Laufwerke gleichzeitig ausfallen dürfen, ohne dass die gespeicherten Nutzdaten verloren gehen.

Wie hoch ist die nutzbare Kapazität bei RAIDn?

Bei gleich großen Laufwerken beträgt die theoretische Rohkapazität (n minus m) multipliziert mit der Kapazität des kleinsten Laufwerks. Bei acht Laufwerken mit jeweils 8 TB und einer Ausfalltoleranz von m = 2 ergeben sich somit theoretisch 48 TB nutzbare Rohkapazität. Formatierung, Metadaten und weitere System-Overheads können die tatsächlich verfügbare Kapazität reduzieren.

Wie beeinflusst der Parameter m die Ausfallsicherheit?

Ein höherer Wert für m erhöht die Anzahl der Laufwerke, die ohne Verlust der Nutzdaten gleichzeitig ausfallen dürfen. Gleichzeitig sinkt die nutzbare Speicherkapazität, da mehr Kapazität für Redundanzinformationen benötigt wird.

Wie schnell ist RAIDn beim Lesen und Schreiben?

Unter idealisierten Bedingungen wurden für große parallele Zugriffe theoretische Lesegeschwindigkeiten von bis zu n Laufwerksdurchsätzen und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu n minus m Laufwerksdurchsätzen beschrieben. Die tatsächliche Leistung hängt jedoch von den Laufwerken, dem Controller, der Implementierung, der Blockgröße und dem Zugriffsmuster ab.

Ist RAIDn mit RAID 0, RAID 1 oder RAID 5 identisch?

Nein. Bestimmte RAIDn-Konfigurationen können klassischen RAID-Leveln hinsichtlich Kapazität und Ausfalltoleranz ähneln. So ähnelt m = 1 einem RAID 5 und m = n minus 1 einem RAID 1. Die interne Kodierung und technische Umsetzung von RAIDn sind jedoch nicht zwingend mit diesen RAID-Leveln identisch.

Kann RAIDn während des Betriebs erweitert werden?

Die RAIDn-Technologie sah eine Online-Konvertierung zwischen unterschiedlichen Konfigurationen vor. Dabei konnten beispielsweise Laufwerke hinzugefügt und die Parameter für Kapazität und Ausfalltoleranz verändert werden. Die Daten mussten währenddessen schrittweise in die neue Konfiguration überführt werden.

Wofür wurde RAIDn entwickelt?

RAIDn wurde für Storage-Systeme entwickelt, bei denen die gewünschte Ausfallsicherheit flexibel festgelegt werden sollte. Administratoren konnten dadurch zwischen nutzbarer Kapazität, Leistung und der Anzahl tolerierbarer Laufwerksausfälle abwägen.

Ist RAIDn heute noch ein gebräuchlicher RAID-Standard?

Nein. RAIDn ist eine historische, proprietäre InoStor-Technologie und kein allgemein verbreiteter moderner RAID-Standard. Bei aktuellen Storage-Systemen werden andere herstellerspezifische oder standardisierte Verfahren für flexible Redundanz eingesetzt.

Ersetzt RAIDn eine Datensicherung?

Nein. RAIDn kann abhängig von der Konfiguration vor mehreren Laufwerksausfällen schützen. Es schützt jedoch nicht vor versehentlichem Löschen, Schadsoftware, Dateibeschädigungen, Fehlkonfigurationen, Diebstahl oder einem vollständigen Ausfall des Storage-Systems. Eine separate und regelmäßig überprüfte Datensicherung bleibt daher erforderlich.

 
 

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