Storage. Backup. Virtualisierung.


Cloud-Technologien · Version 1.13 · © Stor IT Back 2026



Cloud Computing erklärt: Public, Private und Hybrid Cloud sowie IaaS, PaaS und SaaS

Was ist Cloud Computing?

Cloud Computing bezeichnet die bedarfsgerechte Bereitstellung von IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicher, Netzwerken, Plattformen und Anwendungen. Die Dienste lassen sich schnell bereitstellen, anpassen und nach Nutzung zuordnen oder abrechnen.

Viele Menschen nutzen Cloud-Dienste bereits täglich, etwa für E-Mail, Dateiaustausch, Videokonferenzen oder Unternehmenssoftware. Bei einer Public Cloud werden die Ressourcen von einem externen Anbieter betrieben. Eine Private Cloud steht dagegen exklusiv einer Organisation zur Verfügung und kann im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Dienstleister betrieben werden. Eine Hybrid Cloud verbindet beide Ansätze.

Ein wesentliches Merkmal ist die automatisierte Bereitstellung. Benötigt eine Arbeitsgruppe beispielsweise einen geschützten Fileserver, kann sie diesen über ein Portal anfordern. Speicherplatz, Zugriffsrechte, Datensicherung und Überwachung werden anschließend nach definierten Regeln eingerichtet.

Cloud Computing ist damit mehr als ausgelagerte Hardware: Entscheidend sind On-Demand-Bereitstellung, standardisierte Services, Skalierbarkeit, gemeinsam genutzte Ressourcen und eine messbare Nutzung. Welche Lösung geeignet ist, hängt unter anderem von Verfügbarkeit, Datenschutz, Sicherheit, Kosten, Datenvolumen und Integrationsaufwand ab.


 
 

Inhaltsverzeichnis: Cloud Computing

  1. 1. Grundlagen und Definitionen
    1. 1.1 Was ist Cloud Computing?
    2. 1.2 Cloud Computing – Quick Facts
    3. 1.3 NIST-Merkmale, Service- und Bereitstellungsmodelle
  2. 2. Cloud Computing in der Praxis
    1. 2.1 Praxisbeispiel E-Mail
    2. 2.2 Unterschied zu IT-Outsourcing
    3. 2.3 Auswahlkriterien für Unternehmen
    4. 2.4 Sicherheit, Datenschutz und Compliance
    5. 2.5 Technischer Aufbau
  3. 3. Anwendungen und Infrastruktur
    1. 3.1 Geeignete Anwendungen
    2. 3.2 Infrastruktur aus der Cloud
    3. 3.3 Cloud-Backup
  4. 4. Häufige Fragen
    1. 4.1 FAQ zu Cloud Computing

 
 

Cloud Computing – Quick Facts


 
 

Cloud-Begriffe und Definitionen nach NIST

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) beschreibt Cloud Computing in der Publikation SP 800-145. Die Definition unterscheidet fünf wesentliche Merkmale, drei Servicemodelle und vier Bereitstellungsmodelle.

Die fünf wesentlichen Merkmale

Vergleich der Cloud-Servicemodelle IaaS, PaaS und SaaS

Die drei Servicemodelle


Vergleich von Private Cloud, Public Cloud und Hybrid Cloud

Die vier Bereitstellungsmodelle

Virtual Private Cloud (VPC): Eine VPC ist kein eigenes Bereitstellungsmodell der NIST-Definition. Der Begriff bezeichnet üblicherweise einen logisch isolierten Netzwerk- und Ressourcenbereich innerhalb einer Public Cloud.

Bezeichnungen und Leistungsgrenzen unterscheiden sich je nach Anbieter. Deshalb sollten Unternehmen Funktionen, Verantwortlichkeiten, Schnittstellen, Kostenmodelle und Rückgabemöglichkeiten der Daten in einem ausreichend langen Test- und Bewertungszeitraum prüfen.


 
 

Cloud-Praxisbeispiel: E-Mail

Ein mittelständisches Unternehmen mit Niederlassungen in Europa, Asien und den USA benötigt E-Mail-Dienste rund um die Uhr. Werden alle Systeme ausschließlich am deutschen Hauptsitz betrieben, können lokale Störungen außerhalb der deutschen Geschäftszeiten den weltweiten Betrieb beeinträchtigen. Für eine eigene 24/7-Bereitschaft, redundante Internetanbindungen und mehrere Rechenzentrumsstandorte entsteht erheblicher Aufwand.

Ein professioneller Cloud-E-Mail-Dienst kann Betrieb, Skalierung, geografische Redundanz, Spam-Schutz und Updates standardisiert bereitstellen. Entscheidend sind jedoch ein passendes Service Level Agreement, verlässlicher Support, ein Notfallkonzept und eine unabhängige Datensicherung.

Auch hybride Lösungen sind möglich. Beispielsweise können Identitäten, Archivierung oder bestimmte interne Systeme im Unternehmen verbleiben, während externe E-Mail-Komponenten als Cloud-Dienst betrieben werden. Die Architektur sollte so gewählt werden, dass Abhängigkeiten, Datenflüsse und Verantwortlichkeiten transparent bleiben.


 
 

Cloud Computing und IT-Outsourcing: der Unterschied

Beim klassischen IT-Outsourcing werden häufig individuell abgegrenzte Systeme, Personal- oder Betriebsaufgaben langfristig an einen Dienstleister übertragen. Die Infrastruktur ist dabei oft speziell für einen Kunden ausgelegt, und Änderungen werden über vereinbarte Prozesse beauftragt.

Vergleich Outsourcing und Cloud

Cloud-Dienste sind typischerweise stärker standardisiert und automatisiert. Ressourcen lassen sich über Portale oder Schnittstellen bereitstellen, elastisch anpassen und nach Nutzung messen. In einer Public Cloud werden physische Ressourcen von mehreren Kunden genutzt, während deren Umgebungen logisch voneinander getrennt bleiben.

Die Grenzen sind in der Praxis fließend: Ein Outsourcing-Vertrag kann Cloud-Komponenten enthalten, und ein Managed-Cloud-Angebot kann umfangreiche Betriebsleistungen umfassen. Für die Bewertung sind deshalb weniger die Marketingbegriffe als die konkrete Architektur, der Leistungsumfang und die vertragliche Verantwortungsverteilung entscheidend.


 
 

Cloud-Auswahl: Was müssen Unternehmen beachten?

Die passende Cloud-Architektur hängt vom Schutzbedarf der Daten, den Geschäftsprozessen, der vorhandenen IT und den Anforderungen an Verfügbarkeit und Wiederanlauf ab. Besonders wichtig sind die folgenden Punkte:

Für eine belastbare Entscheidung empfiehlt sich ein Proof of Concept mit realistischen Datenmengen, Lastprofilen, Restore-Tests und einem dokumentierten Rückfallplan.


 
 

Cloud Security, Datenschutz und Compliance

Cloud-Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe von Anbieter und Kunde. Der Anbieter schützt die zugrunde liegende Infrastruktur und die vereinbarten Plattformkomponenten. Der Kunde bleibt – abhängig vom Servicemodell – für Identitäten, Berechtigungen, Konfigurationen, Anwendungen und Daten verantwortlich.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören Mehrfaktor-Authentifizierung, das Prinzip der minimalen Berechtigung, Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung, Protokollierung, Schwachstellenmanagement, getrennte Administratorrollen und regelmäßig getestete Backups. Fehlkonfigurationen sollten automatisiert erkannt und möglichst verhindert werden.

Vor der Beauftragung sind Datenstandorte, Unterauftragnehmer, Zertifizierungen, Löschkonzepte, Meldewege bei Sicherheitsvorfällen und Auditmöglichkeiten zu prüfen. Als Orientierung für die Bewertung von Cloud-Anbietern kann unter anderem der Kriterienkatalog C5 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik dienen.

Bei personenbezogenen Daten müssen die Anforderungen der DSGVO und gegebenenfalls weitere branchenspezifische Vorgaben berücksichtigt werden. Für Übermittlungen in Drittländer ist eine zulässige Rechtsgrundlage erforderlich. Bei US-Anbietern kann beispielsweise geprüft werden, ob der konkrete Empfänger am EU-US Data Privacy Framework teilnimmt; je nach Konstellation kommen außerdem Standardvertragsklauseln und ergänzende Schutzmaßnahmen in Betracht.

Rechtliche und regulatorische Anforderungen hängen vom Einzelfall ab. Die Ausführungen auf dieser Seite sind keine Rechtsberatung; bei sensiblen oder regulierten Daten sollte eine fachkundige rechtliche Prüfung erfolgen.

Auch eine Private Cloud ist nicht automatisch sicher. Automatisierte Bereitstellung beschleunigt den Betrieb, kann aber fehlerhafte Regeln ebenso schnell vervielfältigen. Sichere Standardkonfigurationen, Freigabeprozesse und kontinuierliche Überwachung sind deshalb unverzichtbar.


 
 

Was steckt technisch hinter einer Cloud?

Eine Cloud basiert auf klassischen Rechenzentrumskomponenten: Servern, Storage, Netzwerken, Virtualisierung, Betriebssystemen und Managementsoftware. Der Unterschied liegt vor allem in der konsequenten Standardisierung und Automatisierung.

Rechenleistung, Speicher und Netzwerkfunktionen werden zu Ressourcenpools zusammengefasst. Virtuelle Maschinen, Container oder verwaltete Dienste erhalten daraus die benötigten Kapazitäten. Orchestrierungssoftware verteilt Workloads, überwacht Zustände und ersetzt ausgefallene Komponenten nach definierten Regeln.

Benutzer und Administratoren bestellen Dienste über Webportale, APIs oder Infrastructure-as-Code-Werkzeuge. Richtlinien steuern dabei zulässige Größen, Regionen, Netzwerke, Sicherheitsvorgaben und Kostenstellen. Die Nutzung wird gemessen, damit Kapazitäten geplant, Kosten zugeordnet und Grenzwerte überwacht werden können.

Hochverfügbarkeit entsteht nicht automatisch durch den Begriff „Cloud“. Sie muss durch redundante Komponenten, mehrere Verfügbarkeitszonen oder Regionen, geeignete Datenreplikation und getestete Wiederanlaufverfahren geplant werden. Auch die Anwendung selbst muss mit der gewählten Ausfallarchitektur umgehen können.

Cloud Computing geht damit über reine Server-Virtualisierung hinaus: Es verbindet standardisierte Services, Self-Service, automatisierte Bereitstellung, elastische Skalierung und messbare Nutzung zu einem Betriebsmodell.


 
 

Welche Anwendungen eignen sich für die Cloud?

Eine Cloud-Migration ist besonders sinnvoll, wenn technische und wirtschaftliche Vorteile klar messbar sind. Typische Kandidaten sind:

  1. Standardisierte Anwendungen mit hohem Betriebsaufwand: Beispiele sind Reisekostenabrechnung, Kollaboration, E-Mail oder CRM. Bei SaaS übernimmt der Anbieter große Teile von Wartung und Betrieb.
  2. Weltweit genutzte Dienste: Webshops, Kundenportale und internationale Kommunikationsdienste profitieren von verteilten Standorten und skalierbaren Ressourcen. Verfügbarkeit und Überwachung müssen jedoch zum Geschäftsrisiko passen.
  3. Anwendungen ohne ausreichendes internes Know-how: Spezialisierte Plattformen können sinnvoll sein, wenn der Anbieter nachweisbare Erfahrung, geeignete Sicherheitsmechanismen und verlässlichen Support bietet.
  4. Dynamische Entwicklungs- und Testumgebungen: Temporäre Systeme lassen sich schnell bereitstellen und nach Projektende wieder abschalten. Automatisierung und Kostenbegrenzungen sind hier besonders wichtig.
  5. Private-Cloud-Szenarien: Größere Organisationen können standardisierte interne Dienste automatisiert bereitstellen und dabei Kontrolle über Plattform, Identitäten und Daten behalten.

Wann ist Zurückhaltung sinnvoll?

Weniger geeignet sind Anwendungen mit extrem niedrigen Latenzanforderungen, sehr großen kontinuierlichen Datenströmen, nicht unterstützten Alt-Systemen oder Anforderungen, die sich nur mit teuren Sonderanpassungen erfüllen lassen. Auch ein unklarer Datenexport oder ein fehlender Exit-Plan spricht gegen eine vorschnelle Migration.

Fazit für die Planung


 
 

Infrastruktur aus der Cloud

Nicht jede Infrastrukturkomponente lässt sich sinnvoll in die Cloud verlagern. Lokale Endgeräte, Switches und die grundlegende Standortanbindung bleiben vor Ort. Zentrale Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen können jedoch teilweise als Cloud-Dienst bereitgestellt werden.

Netzwerk und Sicherheit

Standorte oder mobile Benutzer können über verschlüsselte VPN-Verbindungen oder moderne Zero-Trust-Zugriffsmodelle mit Cloud-Ressourcen verbunden werden. Firewall-, Webfilter- oder Intrusion-Detection-Funktionen lassen sich zentral betreiben. Fällt die Standortanbindung aus, sind diese Dienste möglicherweise nicht erreichbar; deshalb müssen Redundanz und lokale Notfallfunktionen eingeplant werden.

Telefonie und Kommunikation

Cloud-Telefonanlagen und Unified-Communications-Dienste vereinfachen die standortübergreifende Zusammenarbeit. Rufnummern, Clients und Funktionen lassen sich zentral verwalten. Für Notrufe, Ausfälle und eingeschränkte Internetverbindungen sind jedoch geeignete Rückfallwege erforderlich.

Storage in der Cloud

Cloud-Anbieter stellen Block-, Datei- und Objektspeicher für unterschiedliche Anwendungen bereit. Bei großen Datenmengen sind Bandbreite, Latenz, Übertragungskosten und Datenlokalität entscheidend. Eine lokale Datenbank mit entferntem Blockspeicher ist beispielsweise oft ungeeignet, wenn niedrige Antwortzeiten erforderlich sind.

Cloud-Backup

Cloud-Speicher kann als zusätzliches Ziel für Datensicherungen dienen. Die Daten sollten bereits vor der Übertragung verschlüsselt werden; Schlüsselverwaltung, Aufbewahrungsfristen, Unveränderbarkeit und getrennte Administratorrollen müssen zum Schutzbedarf passen. Regelmäßige Restore-Tests zeigen, ob Sicherungen im Notfall tatsächlich nutzbar sind.

Eine Kopie in der Cloud ersetzt keine durchdachte Backup-Strategie. Bewährt ist eine Kombination aus mehreren unabhängigen Kopien, unterschiedlichen Speichermedien oder Sicherheitsdomänen und mindestens einer gegen Veränderung geschützten Sicherung.

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FAQ: Cloud Computing im Unternehmen

Was ist Cloud Computing einfach erklärt?

Cloud Computing stellt IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicher, Plattformen oder Anwendungen bedarfsgerecht als Service bereit. Typische Merkmale sind automatisierte Bereitstellung, Skalierbarkeit, gemeinsam genutzte Ressourcen und eine messbare Nutzung.

Was ist der Unterschied zwischen Public, Private und Hybrid Cloud?

Eine Public Cloud wird von einem externen Anbieter für mehrere Kunden betrieben. Eine Private Cloud steht exklusiv einer Organisation zur Verfügung und kann intern oder extern betrieben werden. Eine Hybrid Cloud verbindet mehrere Umgebungen so, dass Daten oder Workloads nach definierten Regeln zusammenarbeiten.

Was bedeuten IaaS, PaaS und SaaS?

IaaS liefert Infrastruktur wie virtuelle Server, Storage und Netzwerke. PaaS stellt zusätzlich eine verwaltete Entwicklungs- und Laufzeitumgebung bereit. SaaS bietet eine vollständig nutzbare Anwendung, beispielsweise E-Mail, CRM oder Buchhaltung.

Was ist der Unterschied zwischen Cloud Computing und IT-Outsourcing?

Beim klassischen Outsourcing werden häufig individuell abgegrenzte Systeme langfristig an einen Dienstleister übertragen. Cloud-Dienste sind in der Regel stärker standardisiert, automatisiert, elastisch skalierbar und verbrauchsabhängig messbar. In der Praxis können sich beide Modelle überschneiden.

Welche Vorteile bietet Cloud Computing?

Cloud-Dienste können Ressourcen schneller bereitstellen, Lastspitzen abfangen und den Betrieb standardisierter Anwendungen vereinfachen. Vorteile entstehen jedoch nur, wenn Architektur, Sicherheitsmodell, Kosten und Prozesse zur jeweiligen Anwendung passen.

Welche Risiken müssen Unternehmen beachten?

Wichtige Risiken sind Fehlkonfigurationen, unklare Verantwortlichkeiten, Anbieterabhängigkeit, unkontrollierte Kosten, Ausfälle und Probleme bei Datenschutz oder Datenrückgabe. Governance, Sicherheitskontrollen, Backups und ein getesteter Exit-Plan reduzieren diese Risiken.

Wie lassen sich DSGVO-Anforderungen bei Cloud-Diensten erfüllen?

Unternehmen sollten Datenstandorte, Auftragsverarbeitung, Unterauftragnehmer, Löschung, Verschlüsselung und Zugriffsrechte vertraglich und technisch regeln. Bei Drittlandübermittlungen ist eine zulässige Rechtsgrundlage erforderlich. Die konkrete Bewertung sollte durch Datenschutz- und Rechtsexperten erfolgen.

Was bedeutet Cloud Governance?

Cloud Governance umfasst Regeln, Rollen und Kontrollen für Bereitstellung, Zugriffe, Sicherheit, Kosten, Compliance und Stilllegung von Cloud-Ressourcen. Sie verhindert Wildwuchs und schafft nachvollziehbare Verantwortlichkeiten.

Wann ist eine Hybrid Cloud sinnvoll?

Eine Hybrid Cloud ist sinnvoll, wenn bestehende lokale Systeme weiter genutzt werden sollen, während ausgewählte Anwendungen oder Lastspitzen in einer Public Cloud laufen. Voraussetzung sind klare Integrations-, Sicherheits- und Betriebsprozesse.

 
 

Quellen und weiterführende Informationen

 
 

Angebote der Stor IT Back zum Thema eigene Cloud

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