Storage. Backup. Virtualisierung.


Network Attached Storage (NAS), Version 1.22 – © Stor IT Back 2026


NAS (Network Attached Storage): Funktionsweise, Vorteile und Einsatz im Unternehmen


Was ist ein NAS (Network Attached Storage)?

Ein NAS-System (Network Attached Storage) stellt Nutzern und Systemen zentralen Speicherplatz über das Netzwerk zur Verfügung. Der Speicher wird beispielsweise für Office-Daten, gemeinsame Projektverzeichnisse und persönliche Home-Verzeichnisse genutzt. Bei gemeinsam genutzten Office-Daten ist insbesondere der geregelte Lese- und Schreibzugriff mehrerer Nutzer wichtig.

Ein weiterer Vorteil ist, dass zentral gespeicherte Daten einheitlich gesichert und überwacht werden können. Die Daten aller Nutzer können über ein zentrales Sicherungskonzept geschützt werden. Das kann den administrativen Aufwand reduzieren und die Überwachung vereinfachen.

Hinweis:
RAID, Replikation und Snapshots erhöhen die Verfügbarkeit, ersetzen jedoch keine unabhängige Sicherungskopie oder eine Datensicherung.

Bei zentralen Home-Verzeichnissen können Nutzer den Arbeitsplatz wechseln und weiterhin auf ihre persönliche Arbeitsumgebung zugreifen. Alle nutzerspezifischen Daten werden zentral vom Fileserver bereitgestellt. Bei konsequenter Zentralablage müssen auf den Client-PCs in der Regel keine geschäftskritischen Nutzerdaten lokal gesichert werden und kann im Fehlerfall aus einem standardisierten Systemabbild wiederhergestellt werden.

Ein NAS kann Dateien nicht nur Clients, sondern auch Servern und Anwendungen bereitstellen. Dies ist auch in Serverumgebungen möglich. Ein Beispiel sind Webserver-Farmen, deren Frontends Inhalte von einem zentralen NAS-Server beziehen. Dadurch greifen alle Webserver-Frontends auf denselben Datenbestand zu, der zentral gepflegt werden kann.

 
 

Inhaltsverzeichnis Network Attached Storage (NAS)

  1. 1. Einführung in NAS
    1. 1.1 Was ist ein NAS (Network Attached Storage)?
    2. 1.2 NAS: die wichtigsten Fakten im Überblick
  2. 2. Network Attached Storage in der Praxis
    1. 2.1 Aufbau von NAS-Systemen und Fileservern
    2. 2.2 Betriebssystem beim Network Attached Storage
    3. 2.3 Zusätzliche Services auf NAS-Systemen
    4. 2.4 Vorteile von NAS-Server
    5. 2.5 Nachteile und Grenzen von NAS-Systemen
    6. 2.6 Skalierbarkeit von Network Attached Storage
    7. 2.7 NAS-Server mit Hardware-RAID oder ZFS?
    8. 2.8 Network Attached Storage für die Virtualisierung
    9. 2.9 FAQ zum Thema NAS
  3. 3. Angebote zu NAS-Systemen
    1. 3.1 Produktlösungen der Stor IT Back zum Thema Network Attached Storage
 
 

NAS: die wichtigsten Fakten im Überblick



 
 

Aufbau von NAS-Systemen und Fileservern

Ein NAS-Server stellt Clients, Servern und Anwendungen zentralen Speicherplatz im Netzwerk bereit. Der Zugriff erfolgt je nach Umgebung über ein LAN, ein standortübergreifendes WAN oder ein abgesichertes VPN. Die Datenübertragung erfolgt typischerweise über Ethernet.


NAS - Network Attached Storage

Ein NAS-System enthält grundsätzlich dieselben zentralen Komponenten wie ein Server, ist jedoch auf Speicher- und Dateidienste spezialisiert. Zu den wichtigsten Komponenten gehören Netzwerkschnittstellen, CPU, Arbeitsspeicher, Festplatten oder SSDs sowie eine Hardware- oder Softwarelösung für Redundanz und Speicherverwaltung. Die Auswahl und Abstimmung dieser Komponenten beeinflusst Leistung, Verfügbarkeit, Erweiterbarkeit und Kosten. Nicht zu vergessen sind natürlich die NAS-Software und das Betriebssystem. Beide bestimmen Performance und Verfügbarkeit entscheidend mit. Für NAS-Systeme kommen sowohl Standardserver als auch speziell entwickelte Hardwareplattformen zum Einsatz.


NAS - interner Aufbau

Für Standardhardware sprechen häufig der Preis und die breite Verfügbarkeit kompatibler Komponenten. Fällt das Mainboard aus, lässt es sich bei standardisierten Plattformen häufig leichter ersetzen. Damit lassen sich kostengünstige und trotzdem leistungsfähige Systeme aufbauen.

Ein Vorteil spezieller NAS-Server-Hardware ist die vom Hersteller geprüfte Abstimmung der Komponenten. Hardware, Treiber und Betriebssystem sind aufeinander abgestimmt. Probleme durch inkompatible Hardware oder fehlerhafte Treiber tauchen nicht auf, das System kann zuverlässiger und sicherer betrieben werden. Bei einem Ausfall kann jedoch passende herstellerspezifische Ersatzhardware erforderlich sein. In diesem Fall ist ein Wartungs- oder Servicevertrag entsprechend den geforderten Wiederherstellungszeiten empfehlenswert.

Spezielle NAS-Hardware ermöglicht darüber hinaus hochredundante Systemarchitekturen. Sie bestehen zum Beispiel aus zwei Controller oder zwei Serverboards in einem Gehäuse. Fällt eine CPU aus oder ist der Arbeitsspeicher eines Controllers defekt, so kann der andere Controller unverzüglich übernehmen. Der Ausfall ist entweder kaum spürbar oder sehr kurz.

Ein weiterer Vorteil ist die Bereitstellung von Hardware, Software und Support aus einer Hand. Zeigt das System ein nicht reproduzierbares oder unerwartetes Verhalten, können Hardware- und Softwareprobleme über einen gemeinsamen Supportweg bearbeitet werden. Es ist ja der gleiche Support. Solche Fehler treten selten auf, können ohne eindeutige Supportzuständigkeit jedoch nur schwer analysiert werden.



 
 

Betriebssystem beim Network Attached Storage

Bei NAS-Systemen haben sich mehrere Betriebssystemfamilien etabliert. Dazu gehören Linux- oder FreeBSD-basierte Systeme mit SMB/CIFS-Software (Samba) sowie Windows-Server-Varianten (Windows Storage Server bzw. Windows Server IoT) mit NFS-Erweiterungen. Einige Hersteller bieten proprietäre Betriebssysteme an, deren technische Basis häufig aus dem Linux- oder FreeBSD-Umfeld stammt.

Ein Vorteil eines Windows-basierten NAS ist die enge Integration in Windows- und Active-Directory-Umgebungen. So kann zum Beispiel die DFS-Replikation (DFS-R) genutzt werden, was mit Samba nicht möglich ist.
Damit erhält man die Integrationsmöglichkeiten der Windows-Plattform, übernimmt jedoch auch deren Lizenzierungs-, Wartungs- und Betriebsanforderungen. Soll das NAS in heterogene IT-Umgebungen integriert werden, so haben meist die Unix- bzw. Linux-Systeme mehr Vorteile.

Auch NAS-Server mit Unix- oder Linux-Basis können SMB zuverlässig über Samba bereitstellen. Die meisten Anwendungen lassen sich ohne Probleme realisieren, eine Integration in Microsoft Active Directory ist bei entsprechend unterstützten Systemen möglich. Interessante Features kommen aus dem Linux-Umfeld, so ist meist eine Replikation auf ein zweites System möglich, Snapshots und robuste Dateisysteme können integriert sein.

Bei der Auswahl des richtigen NAS-Servers muss also sowohl die vorhandene Infrastruktur als auch besondere Anforderungen an das Network Attached Storage berücksichtigt werden. Von der Bedienung her bringen beide NAS-Familien ähnliche Oberflächen mit. Meist handelt es sich um browserbasierte Administrationsoberflächen, die recht einfach zu bedienen sind. Beim Windows Storage Server bzw. IoT for Storage kann zusätzlich noch die klassische Windows-Oberfläche genutzt werden.

Neben reinen NAS-Systemen bieten viele Storage-Hersteller sogenannte Unified-Storage-Systeme an. Unified-Storage-Systeme kombinieren blockbasierten Speicherplatz mit dateibasierten NAS-Diensten. Typischerweise stellen sie Blockspeicher über Fibre Channel oder iSCSI für SAN oder DAS sowie Dateispeicher über SMB oder NFS bereit. Dies macht immer dann Sinn, wenn beide Dienste benötigt werden. Soll also zum Beispiel ein Hypervisor-Cluster mit Blockspeicher über Fibre Channel versorgt werden, aber auch viele Arbeitsplatzrechner mit zentralem Dateispeicher per SMB/CIFS, so bietet sich diese Möglichkeit an. Je nach Produkt können zusätzlich Objektspeicher-Schnittstellen angeboten werden.



 
 

Zusätzliche Services auf NAS-Systemen

Ein NAS-System ist in erster Linie auf die Bereitstellung von Datei- und Speicherdiensten ausgerichtet. Jedoch benötigt auch ein Fileserver weitere Funktionen, wie zum Beispiel einen Virenscanner oder eine Backup-Software. Bei vielen NAS-Appliances ist die Installation beliebiger Drittsoftware eingeschränkt oder nur über freigegebene Pakete möglich. Windows-basierte NAS-Systeme ermöglichen häufig die Installation freigegebener Virenschutz- und Backup-Anwendungen.

Nicht freigegebene oder instabile Zusatzsoftware kann jedoch die Sicherheit und Verfügbarkeit des Systems beeinträchtigen. Auch auf der Linux-Seite werden Lösungen angeboten. So kann zum Beispiel eine Virenschutzlösung integriert sein und Backup-Clients können aktiviert werden. Je nach Hersteller kann beispielsweise die Open-Source-Software ClamAV oder eine kommerzielle Virenschutzlösung integriert werden. Andere Systeme binden externe Scan-Server über eine API oder ein herstellerspezifisches Protokoll an. Der Virenscanner läuft in diesem Fall auf einem externen Server und greift über die API zu.

NAS-Server mit großen Datenmengen kommen irgendwann an Systemgrenzen oder überschreiten das verfügbare Backup-Fenster. Auch hierbei gibt es Lösungen. So können durch eine HSM-Funktion selten genutzte Daten automatisiert auf eine kostengünstigere Speicherklasse verschoben werden. Dies reduziert den Bedarf an teurem Primärspeicher und verkürzt das Backup-Fenster.

Bei der Deduplizierung der Daten werden identische Datenbereiche nur einmal physisch gespeichert; weitere Vorkommen verweisen auf die gemeinsam gespeicherte Dateninstanz. Jederzeit erreichbar, aber ohne Platzverschwendung.
Kommen wir noch einmal zurück zum Backup. Dies ist ja gerade bei großen Datenmengen sehr wichtig. Kann kein Backup-Agent auf dem NAS installiert werden, stehen je nach System alternative Sicherungsschnittstellen zur Verfügung. Viele professionelle NAS-Systeme unterstützen Sicherungsschnittstellen oder herstellerspezifische APIs. Eine Schnittstelle ist das Network Data Management Protocol (NDMP). Ob eine Sicherung möglich ist, hängt von der NDMP-Unterstützung des NAS und der eingesetzten Backup-Lösung ab.

 
 

Vorteile von NAS-Server

Ein wesentlicher Vorteil eines NAS-Systems ist die vergleichsweise schnelle Bereitstellung und zentrale Administration. NAS-Appliances besitzen ein auf Datei- und Speicherdienste spezialisiertes Betriebssystem. Durch die Spezialisierung können NAS-Systeme Speicherressourcen effizient nutzen; die tatsächliche Leistung hängt jedoch von Hardware, Protokollen, Konfiguration und Lastprofil ab. Weiterhin werden NAS-Systeme zu günstigen Preisen angeboten, zum Teil liegen sie sogar bei einem geringeren Preis pro Gigabyte als DAS-Systeme. Für eine DAS-Lösung muss zusätzlich die benötigte Serverplattform berücksichtigt werden. Dies liegt zum großen Teil an den produzierten Stückzahlen, aber auch am standardisierten Aufbau. Die kostengünstigen Systeme sind "einfache" Server mit meist SATA-Platten und einem kostengünstigen SATA-RAID-Controller (oder einem Software-RAID). Die Produktpalette reicht bis zum vollredundanten NAS-System mit SAS- oder SSD-Speicher mit Snapshots, Remote-Replikation und Scale-out-Funktionen. Entsprechend höher sind die Anschaffungs- und Betriebskosten dieser Systeme.

Die Enterprise-Lösungen der Hersteller bieten Cluster-Funktionalitäten, NAS-zu-NAS-Replikation und umfangreiche Administrationsoberflächen. Meist sind auch SAN-Funktionalitäten erhältlich, entweder über Fibre Channel oder iSCSI.

Vorteile eines zentralen NAS-Systems im Unternehmen

Verschiedene NAS-Systeme finden Sie in den NAS-Angeboten von Stor IT Back. In einem Angebot ist ein Autoloader für eine lokale Datensicherung integriert, andere sind modulare Systeme. Die Enterprise-Lösungen werden bei uns genau auf Ihre Anforderungen zugeschnitten, kontaktieren Sie uns zu diesen NAS-Lösungen.

 
 

Nachteile und Grenzen von NAS-Systemen

Ein mögliches Problem kann auftreten, wenn viele Clients gleichzeitig große Datenmengen übertragen, kann das Netzwerk zum Engpass werden. Dateizugriffe können sich dadurch verlangsamen oder bei instabilen Verbindungen abbrechen. Auch andere Netzwerkdienste können dadurch beeinträchtigt werden. Vor dem Kauf eines NAS-Systems sollte das vorhandene Netz analysiert und die Auslastung ermittelt werden. Ersetzt ein zentrales NAS-System vorhandene Windows-Fileserver, so kann auch eine Reduzierung der Netzlast erreicht werden.

Ein weiterer Nachteil von NAS-Systemen tritt immer dann auf, wenn nicht erweiterbare Systeme im Einsatz sind. Erreicht ein solches NAS-System seine Kapazitäts- oder Performancegrenze, muss häufig ein weiteres System beschafft und zusätzlich administriert werden. Von den Hardwarekosten ist dies meist vertretbar, jedoch spielen dann Personalkosten, Datensicherungskosten und die Nebenkosten (Strom, Kühlung) eine wesentlich größere Rolle. Die anfänglichen Kostenvorteile können durch zusätzlichen Verwaltungs-, Energie- und Sicherungsaufwand verloren gehen, die Gesamtlösung wird zunehmend teurer. Viele höherwertige Systeme lassen sich modular erweitern, durch weitere Funktionen aufwerten und sind als Enterprise-Lösung einsetzbar.

Wichtig ist auch die Auswahl der richtigen Lösung. Wird für einen hochverfügbaren Unternehmenseinsatz ein nicht dafür ausgelegtes Home-NAS verwendet, kann dies zu Leistungsproblemen, Ausfällen oder Datenverlust führen.

Hinweis:
1. Auch ein redundantes NAS schützt nicht automatisch vor versehentlichem Löschen, Schadsoftware oder Ransomware.
2. Für geschäftskritische Daten ist daher ein separates, getestetes und möglichst unveränderbares Backup erforderlich.

 
 

Skalierbarkeit von Network Attached Storage

Bisher wurden Scale-out-NAS-Systeme meist nur von großen Unternehmen genutzt. Sie ermöglichen eine Skalierung von Speicherkapazität und Leistung in einem System. Damit fallen also viele Nachteile von verteilten NAS-Servern weg, da Scale-out-Systeme zentral wie ein einzelnes NAS verwaltet werden.

Wie ist ein Scale-out-NAS in der Praxis aufgebaut? Es besteht aus mehreren Knoten, in denen Speicherplatz und Netzwerkschnittstellen zur Verfügung gestellt werden. Wird zum Beispiel mehr Speicherplatz benötigt, so kann einfach ein neuer Knoten integriert werden. Dadurch wächst das Gesamtsystem. Wie die Daten zwischen den Knoten verteilt werden, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Häufig werden die Daten redundant über die Knoten verteilt, sodass zusätzlich die Verfügbarkeit erhöht werden kann. Abhängig von Redundanzverfahren und Konfiguration kann ein Knoten ausfallen, ohne dass Daten unzugänglich werden. Fallen Zugriffspfade oder Ressourcen aus, kann die Leistung vorübergehend sinken, die Daten bleiben bei ausreichender Redundanz jedoch erreichbar.

Wichtig ist hierbei, dass das Gesamtsystem einen sogenannten globalen Namespace zur Verfügung stellt. In dem globalen Namespace werden alle Ressourcen des Scale-out-NAS zentral verwaltet. Ob die einzelnen Knoten jeweils eigene Dateisystem nutzen oder verschiedene Dateisystem in einem Node oder ein Dateisystem über verschiedene Nodes verteilt ist, wird alles dort hinterlegt und die Clients erhalten eine einheitliche Sicht auf die bereitgestellten Ressourcen aus dem Namespace. Wird jetzt zum Beispiel ein neuer Share oder ein neues Dateisystem benötigt, dann wird diese im globalen Namespace verwaltet und von dort auf die einzelnen Nodes übertragen. Damit kann auch ein Node entfernt werden, ohne Freigaben oder Berechtigungen manuell anpassen zu müssen.

Andere Hersteller realisieren diesen Ansatz über ein globales Dateisystem. In diesem Fall wird ein neuer Knoten in das verteilte Dateisystem eingebunden und bringt Speicherkapazität und Performance mit. Die Verwaltung liegt also im Dateisystem, ebenso Verfügbarkeit und Skalierbarkeit. Selbstverständlich muss dieses Dateisystem extrem skalierbar sein, sowohl hinsichtlich der Kapazität als auch hinsichtlich der Anzahl der Dateien. Die Systeme sind daher meist auf Big-Data-Anwendungen zugeschnitten worden.

Wofür kann ein Scale-out-NAS also eingesetzt werden?

  1. Skalierbarkeit des Speicherplatzes
  2. Skalierbarkeit der Performance (Rechenleistung)
  3. Skalierbarkeit der Zugriffsperformance (Netzwerkschnittstellen)
  4. Verbesserung der Redundanz durch zusätzliche Nodes
  5. Katastrophenvorsorge durch Verteilung der Nodes an verschiedene Standorte
  6. Austausch der Nodes im laufenden Betrieb
  7. Zentrale Administration aller File-Services

Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen müssen deutlich mehr Daten verwalten. Ein Großteil der Daten ist dateibasiert, von klassischen Office-Daten bis zu umfangreichen Big-Data-Workloads. Darauf haben die Hersteller von Scale-out-NAS-Systemen reagiert und bieten auch in diesem Segment bezahlbare Lösungen an.

 
 

NAS-Server mit Hardware-RAID oder ZFS?

Ob ein Hardware-RAID-Controller sinnvoll ist, hängt von Betriebssystem, Speicherarchitektur, Leistungsvorgaben und Verfügbarkeitsanforderungen ab. Ein Hardware-RAID-Controller kann die RAID-Verarbeitung vom Betriebssystem entkoppeln und je nach Modell zusätzliche Cache- und Schutzfunktionen bereitstellen. Er verbindet die vorhandenen physischen Datenträger über einen RAID-Level in ein logisches Laufwerk beziehungsweise Volume. Auf diese virtuelle Festplatte legt das NAS-System dann ein Dateisystem an. Eine klare Aufgabenverteilung: Der RAID-Controller übernimmt das RAID und das NAS übernimmt das Dateisystem. Da Hardware-RAID-Controller zusätzliche Kosten verursachen, wird gerade bei kostengünstigen NAS-Systemen (Home oder SMB) ein Software-RAID genutzt. Dieses ersetzt nur den Hardware- Controller und bildet wieder die große virtuelle Festplatte. Bei Software-RAID übernimmt das Betriebssystem die Verwaltung der Redundanz; dafür werden CPU- und Arbeitsspeicherressourcen benötigt. Das ist gerade bei RAID 5 und RAID 6 nicht ganz so trivial. Die Leistung hängt von CPU, Datenträgern, RAID-Level, Schreiblast und Implementierung ab; eine pauschale Nichteignung für größere Systeme lässt sich daraus nicht ableiten.

ZFS verfolgt einen anderen Ansatz und verwaltet Dateisystem, Speicherpools, Prüfsummen und Redundanz gemeinsam. Was ist da jetzt anders? ZFS kombiniert Dateisystem und Volume-Management und stellt RAID-Z- sowie Spiegelungsfunktionen bereit. Das Dateisystem im ZFS kennt also genau die Zusammensetzung der physikalischen Festplatten (wo liegt welcher Block auf welcher Platte), kann also auch später auftretende stille Datenfehler beziehungsweise Bitfehler auf den Datenträgern erkennen und sogar beheben. Aber dies ist nicht nur für die Fehlerbehebung wichtig, sondern kann auch Vorteile für die Performance bieten, da auch das Dateisystem die Physik kennt und optimieren kann.

Bei ZFS gibt es neben Features wie Deduplizierung, Kompression, Snapshots und den Checksummen auch das normale RAID. Das einfachste RAID ist das RAID 1 als Spiegelung. Das übliche RAID 5 wird bei ZFS als RAID-Z1 implementiert, das RAID 6 als RAID-Z2. RAID-Z ist darauf ausgelegt, Inkonsistenzen zwischen Daten und Parität bei unterbrochenen Schreibvorgängen zu vermeiden. Damit bleiben die Schreiboperationen immer konsistent.

 
 

Network Attached Storage für die Virtualisierung

Stellt ein NAS-System NFS-Freigaben bereit, können diese beispielsweise von VMware ESXi, Proxmox VE oder KVM als Speicher eingebunden werden. Für Hyper-V können geeignete SMB-3-Freigaben als Speicher für virtuelle Maschinen genutzt werden. Die technische Eignung hängt von Protokollversion, Herstellerfreigabe, Netzwerk, Redundanz und Leistung ab. Es sind Features wie vMotion (Online-Migration zwischen Hosts) und HA (Hochverfügbarkeit) möglich.

Aber was ist mit der Performance? Nehmen wir einmal an, das NAS-System wäre mit den gleichen Festplatten wie ein Direct Attached Storage ausgestattet, weist im Backend eine vergleichbare Rohleistung auf. Der Unterschied ist dann das Protokoll für die Datenübertragung. Bei DAS erfolgt der Zugriff beispielsweise lokal über SAS, während ein NAS den Speicher über ein Dateiprotokoll und ein Ethernet-Netzwerk bereitstellt. Durchsatz und Latenz hängen vom gesamten Datenpfad ab, unter anderem von Netzwerkgeschwindigkeit, Protokollversion, NAS-Leistung, Datenträgern und Workload. Diese Faktoren sind nicht ideal für die Virtualisierung.
Es kommt am Ende immer auf den Einsatzzweck an. Kleine virtuelle Maschinen mit geringen Anforderungen an den Durchsatz können sehr gut auf einem NFS Share laufen.

Gibt es aber auch Vorteile von einem NFS Share? Die Dateien der virtuellen Maschinen liegen auf einer NFS-Freigabe und können mit geeigneten Werkzeugen unabhängig vom Hypervisor kopiert oder gesichert werden. Die zugrunde liegenden VM-Dateien können über ein abgestimmtes Sicherungsverfahren geschützt werden; dabei müssen Konsistenz und unterstützte Snapshot-Mechanismen berücksichtigt werden. Zum Beispiel kann eine VM aauf eine NFS-Freigabe geklont und anschließend über ein geeignetes Backup-Verfahren gesichert werden. Für kleine Umgebungen und gerade Datensicherungen durchaus geeignet.



 
 

Historie der Fileserver

Der Fileserver (Network Attached Storage) ist entstanden, weil der Speicherbedarf der PC-Clients im Windows-Zeitalter stetig gestiegen ist. Eine dezentrale Aufrüstung der PCs ist wenig sinnvoll. Wenn dann noch mehrere Personen auf die Daten zugreifen müssen, wird ein Fileserver benötigt.

Ein einfaches Beispiel: Ein Buchhalter schreibt eine Rechnung an einem PC und ein anderer Buchhalter möchte diese Rechnung am nächsten Tag für einen Kunden ausdrucken. Wenn diese Rechnung auf der lokalen Festplatte des einen Buchhalters liegt, kann der zweite sie nicht ausdrucken, beziehungsweise müsste er direkt auf den PC des Kollegen zugreifen. Einfacher wird der ganze Ablauf, wenn alle Daten auf einem zentralen Fileserver oder NAS-System liegen, auf den alle Nutzer Zugriff haben, die dieselben Daten benötigen. Wichtig ist hierbei jedoch, dass nicht unbefugte Personen Zugriff auf alle Daten bekommen. Dies muss, gerade bei größeren Firmen, administrierbar bleiben.

Entwickelt und genutzt wurden Fileserver anfangs in Windows-Umgebungen mit SMB und CIFS und in der Unix beziehungsweise Linux Welt mit NFS, aber voneinander getrennt. In heterogenen Umgebungen unterstützen NAS-Systeme heute häufig beide Protokollwelten.



 
 

FAQ zum Thema Network Attached Storage

Was ist ein NAS und wofür wird es eingesetzt?

Ein NAS-System (Network Attached Storage) ist ein zentraler Dateispeicher, der Dateien über ein Netzwerk für mehrere Nutzer, Geräte und Anwendungen bereitstellt. Der Zugriff erfolgt typischerweise über SMB oder NFS. Unternehmen nutzen NAS-Systeme unter anderem für gemeinsame Dateiablagen, Home-Verzeichnisse, Projektfreigaben, Backup-Ziele und ausgewählte Virtualisierungs-Workloads.

Welche Vorteile bietet ein NAS gegenüber einem klassischen Fileserver?

Ein NAS ist speziell auf Speicher- und Dateidienste ausgerichtet und lässt sich häufig schneller bereitstellen und zentral verwalten. Je nach System sind Funktionen wie Benutzerverwaltung, Snapshots, Replikation, Monitoring und Cloud-Anbindung bereits integriert. Ein klassischer Fileserver bietet dafür meist mehr Flexibilität für individuelle Anwendungen und zusätzliche Serverrollen.

Welche Nachteile und Grenzen hat ein NAS?

Bei vielen gleichzeitigen oder datenintensiven Zugriffen können Netzwerk, Datenträger oder Controller zum Engpass werden. Nicht erweiterbare Modelle verursachen bei wachsendem Speicherbedarf zusätzlichen Verwaltungs-, Energie- und Sicherungsaufwand. Außerdem schützt ein NAS allein nicht vor Fehlbedienung, Ransomware oder einem Totalausfall des Standorts.

Welche Faktoren bestimmen die Leistung eines NAS?

Die Leistung eines NAS hängt von CPU, Arbeitsspeicher, Netzwerkschnittstellen, Datenträgern, RAID- oder ZFS-Konfiguration, Protokollen und Zugriffsmustern ab. SSDs, SSD-Caches, 10 GbE oder schnellere Netzwerke können bei vielen parallelen Zugriffen und hohen IOPS-Anforderungen sinnvoll sein. Entscheidend ist die Abstimmung des Gesamtsystems auf den tatsächlichen Workload.

Hardware-RAID oder ZFS: Welche Lösung eignet sich für ein NAS?

Hardware-RAID und ZFS verfolgen unterschiedliche Speicherarchitekturen. Ein Hardware-RAID-Controller stellt dem Betriebssystem logische Volumes bereit, während ZFS Dateisystem, Speicherpools, Prüfsummen und Redundanz gemeinsam verwaltet. Bei ZFS werden die Datenträger in der Regel direkt oder über einen geeigneten HBA angebunden, damit ZFS Fehler erkennen und bei vorhandener Redundanz korrigieren kann.

Wie lässt sich ein NAS skalieren?

Ein NAS kann vertikal durch zusätzliche oder größere Datenträger und horizontal als Scale-out-System durch weitere Knoten erweitert werden. Scale-out-NAS-Systeme bündeln Kapazität, Rechenleistung und Netzwerkschnittstellen unter einer zentralen Verwaltung. Vor der Auswahl sollten maximale Kapazität, unterstützte Erweiterungseinheiten, Namespace-Konzept und Auswirkungen eines Knotenausfalls geprüft werden.

Wie sicher ist ein NAS und welche Schutzmaßnahmen sind wichtig?

Ein NAS kann sicher betrieben werden, wenn Updates, starke Passwörter, Multifaktor-Authentifizierung und restriktive Berechtigungen konsequent umgesetzt werden. Verwaltungszugänge sollten auf vertrauenswürdige Netze beschränkt, unnötige Dienste deaktiviert und Datenübertragungen verschlüsselt werden. Für geschäftskritische Daten sind zusätzlich getrennte und regelmäßig getestete Backups erforderlich.

Wie lässt sich ein NAS effizient überwachen und warten?

Für einen zuverlässigen Betrieb sollten Auslastung, Latenz, Speicherkapazität, Temperaturen, Netzwerkstatus und Zustand der Datenträger kontinuierlich überwacht werden. Warnmeldungen sollten automatisch per E-Mail, Monitoring-System oder Push-Nachricht versendet werden. Firmware- und Software-Updates sowie Wiederherstellungstests sind kontrolliert und regelmäßig einzuplanen.

Ersetzt ein NAS ein Backup?

Nein. RAID erhöht die Verfügbarkeit bei einem Datenträgerausfall, und Snapshots erleichtern die Wiederherstellung früherer Datenstände. Beide schützen jedoch nicht zuverlässig vor Ransomware, Fehlkonfiguration, versehentlichem Löschen, Hardwaredefekten des Gesamtsystems oder Standortverlust. Deshalb ist ein separates Backup mit mindestens einer getrennten oder unveränderbaren Kopie erforderlich.

Wie kalkuliert man die Kosten für ein NAS?

Zu den Gesamtkosten eines NAS gehören neben dem Gerät auch Datenträger, Lizenzen, Support, Netzwerk, Erweiterungen, Energie, Backup und Administration. Entscheidend sind die nutzbare Kapazität nach Redundanz, die erwartete Wachstumsrate und die geforderten Wiederherstellungszeiten. Ein TCO-Vergleich ist aussagekräftiger als der reine Preis pro Terabyte.

Wie fügt sich ein NAS in eine Hybrid- oder Multi-Cloud-Strategie ein?

Ein NAS kann als lokaler Datenspeicher dienen und ausgewählte Daten mit Cloud-Diensten synchronisieren, archivieren oder sichern. Dabei müssen Bandbreite, Datenschutz, laufende Kosten, Wiederherstellungszeiten und Anbieterabhängigkeit berücksichtigt werden. Eine reine Synchronisation ist kein vollständiges Backup, weil Löschungen oder beschädigte Dateien ebenfalls übertragen werden können.

Eignet sich ein NAS für die Virtualisierung?

Ein NAS kann für Virtualisierung eingesetzt werden, wenn Leistung, Redundanz und Protokollunterstützung zum Workload passen. VMware ESXi und KVM können beispielsweise NFS-Freigaben nutzen, während Hyper-V geeignete SMB-3-Freigaben unterstützt. Für produktive Umgebungen sollten Netzwerkpfade, Hochverfügbarkeit, Latenz, Herstellerfreigaben und ein konsistentes Backup-Konzept geprüft werden.

 
 

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