Redundant Array of Independent Disks 6 V1.5 (c) Stor IT Back 2026
Dies ist eine Weiterentwicklung von RAID 5. Es können 2 Festplatten aus dem Verband ausfallen und die Daten sind immer noch lesbar. Es wird erst die Parity einfach wie bei RAID 5 berechnet und dann noch eine neue Parity berechnet, inklusive der ersten Parity-Informationen. Es werden immer zwei unterschiedliche Parity-Informationen berechnet. Von den Lesezugriffen wird eine ähnliche Geschwindigkeit wie bei RAID 5 erreicht. Wenn eine spezielle Hardware zur Berechnung der Parity-Informationen verwendet wird, ist RAID 6 im schreibenden Zugriff ähnlich schnell wie RAID 5. Dieser RAID-Level ist nicht fest und eindeutig definiert, unterschiedliche Hersteller können verschiedene Implementierung vorgenommen haben bzw. vornehmen. RAID 6 wird auch unter der Bezeichnung RAID ADG (Advanced Data Guarding, entwickelt für Compaq Smart Arrays, jetzt HPE) oder Dual Parity angeboten. RAID-Systeme, auch mit RAID 6, finden Sie in unseren Angeboten.

| Kapazität: | Anzahl der Platten minus 2 mal Kapazität kleinste Einzelplatte |
| Geschwindigkeit: | normal |
| Ausfallwahrscheinlichkeit: | sehr gering (2 Platten ohne Datenverlust) |
| Kosten: | normal, zwei Platten Verlust |
| Anwendung: | Fileserver, Archivierung, Backup-to-Disk, große HDD |
| Zusammenfassung: | Der Standard für große Festplatten |
| RAID Übersicht und Hot Spare RAID Level 0 RAID Level 1 RAID Level 4 RAID Level 5 RAID Level 5ee RAID Level 7 RAID Level n RAID Level 10 | |
Was ist RAID 6 – und was bedeutet ADG?
RAID 6 ist ein RAID-Verbund, der Daten über mehrere Laufwerke verteilt speichert und dabei zwei unabhängige Paritätsinformationen (Prüfinformationen) berechnet. Dadurch können zwei Laufwerke ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen. ADG steht meist für Advanced Data Guarding (häufige Bezeichnung bei bestimmten Herstellern) und entspricht funktional dem Prinzip von RAID 6. Kurz gesagt: ADG ist im Kern RAID 6 mit Herstellerlabel, oft ergänzt um spezifische Controller-Optimierungen.
Wie viele Festplatten brauche ich mindestens – und wie viel Kapazität ist nutzbar?
Für RAID 6 brauchen Sie mindestens vier Laufwerke. Die nutzbare Kapazität entspricht grob Gesamtkapazität minus zwei Laufwerke, weil zwei Paritätsblöcke Platz kosten. Beispiel: 8× 10 TB ergeben brutto 80 TB, nutzbar sind typischerweise etwa 60 TB (plus/minus Formatierung/Overhead). Wichtig: Bei gemischten Größen richtet sich das Array nach der kleinsten Platte.
Was passiert bei einem Plattenausfall – und warum ist RAID 6 im Alltag oft entspannter als RAID 5?
Fällt eine Platte aus, läuft das System weiter, und die fehlenden Daten werden beim Zugriff aus den verbleibenden Platten + Parität rekonstruiert. Der große Vorteil: Selbst während dieser degradierten Phase kann noch eine zweite Platte ausfallen, ohne dass das Array sofort verloren ist. Das reduziert das Risiko deutlich, gerade wenn Austausch und Rebuild länger dauern (z. B. an Außenstandorten oder bei sehr großen HDDs). Tipp: Auch bei RAID 6 sollte ein Ausfall ein Sofort-Event sein – aber Sie haben mehr Sicherheitsreserve, um sauber zu reagieren.
Wie lange dauert ein Rebuild bei RAID 6 – und welche Stellschrauben sind wichtig?
Ein Rebuild kann je nach Laufwerksgröße, Anzahl der Disks, Controller-Leistung und aktueller Systemlast viele Stunden bis Tage dauern. RAID 6 kann beim Rebuild etwas mehr Rechen- und I/O-Aufwand haben als RAID 5, weil zwei Paritäten beteiligt sind, dafür ist das Risiko währenddessen geringer. Stellschrauben sind u. a. Rebuild-Priorität (Tempo vs. Produktiv-Performance), Hot Spare (automatischer Start), sowie die Größe der RAID-Gruppe (zu große Gruppen verlängern oft den Rebuild). Praxis-Tipp: Messen Sie Rebuild-Zeiten realistisch im Betrieb – nicht nur im Labor – und planen Sie Wartungsfenster/Lastspitzen entsprechend.
Wie wirkt sich RAID 6/ADG auf die Performance aus – besonders bei vielen Schreibzugriffen?
Beim Lesen kann RAID 6 sehr performant sein, weil Daten verteilt vorliegen. Beim Schreiben entsteht jedoch zusätzlicher Aufwand, weil zwei Paritäten berechnet und geschrieben werden müssen; bei vielen kleinen Writes kann das spürbar bremsen. In Umgebungen mit Virtualisierung oder Datenbanken (viele kleine zufällige Writes) ist RAID 10 oft schneller, während RAID 6 eher bei Kapazität + Sicherheit punktet. Tipp: Wenn RAID 6 geplant ist, achten Sie auf Controller-Cache (mit Absicherung gegen Stromausfall) und ausreichend IOPS (z.B. SSDs oder mehr Spindeln).
Wann ist RAID 6 die bessere Wahl als RAID 5 – und wann sollte man trotzdem RAID 10 bevorzugen?
RAID 6 ist häufig die bessere Wahl, wenn große HDDs eingesetzt werden, Rebuilds lange dauern oder die Daten besonders wichtig sind, weil zwei Ausfälle toleriert werden. RAID 5 kann in kleineren Arrays mit moderaten Laufwerksgrößen und eher leselastigen Workloads ausreichen, hat aber weniger Sicherheitsreserve. RAID 10 ist oft ideal, wenn Performance und kurze Rebuilds wichtiger sind als maximale Kapazität, etwa bei stark genutzten VM-Clustern oder transaktionslastigen Datenbanken. Praxis-Beispiel: File-Archiv mit vielen TB → oft RAID 6; SQL/VM-Host mit hoher Write-Last → oft RAID 10.
Welche typischen Fehler passieren bei RAID 6/ADG – und wie vermeidet man sie?
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, RAID 6 ersetze Backups – das stimmt nicht, denn Löschen, Malware oder logische Datenfehler werden weiterhin sauber redundant gespeichert. Ebenfalls häufig: fehlendes Monitoring (Array läuft degradiert, ohne dass es jemand merkt) oder keine passende Ersatzstrategie (kein Hot Spare, kein kompatibles Ersatzlaufwerk). Auch sehr große RAID-Gruppen können problematisch sein, weil Rebuilds länger dauern und die Performance stärker schwankt. Tipp: Setzen Sie klare Alarme, dokumentieren Sie Disk-Layout/Spare-Policy, und testen Sie Wiederherstellungen (Restore) regelmäßig – unabhängig vom RAID-Level.







