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RAID 6 (ADG) · Version 1.5 · © Stor IT Back
RAID 6 erweitert das Prinzip von RAID 5 um eine zweite unabhängige Paritätsinformation. Datenblöcke und die beiden Paritätswerte – häufig P und Q genannt – werden über alle Laufwerke der RAID-Gruppe verteilt. Dadurch bleibt der Verbund beim Ausfall von bis zu zwei Laufwerken verfügbar. Für jeden Stripe werden zwei voneinander unabhängige Paritätsinformationen berechnet. Sie ermöglichen die Rekonstruktion der Daten, wenn ein oder zwei Laufwerke ausfallen. Ein Hardware-RAID-Controller mit stromausfallsicherem Cache und Paritätsbeschleunigung kann den zusätzlichen Schreibaufwand reduzieren. Die tatsächliche Leistung hängt von Controller, Laufwerken, Stripe-Größe und Workload ab. Bei Lesezugriffen wird eine ähnliche Geschwindigkeit, dank des Block-Stripings, wie bei RAID 5 erreicht. Die grundlegende Schutzwirkung von RAID 6 ist herstellerübergreifend gleich. Die konkrete Implementierung der Paritätsberechnung und der Controller-Funktionen kann jedoch variieren. ADG steht für Advanced Data Guarding und ist die HPE-Bezeichnung für RAID 6 bei Smart-Array-Controllern. RAID-Systeme mit RAID 6 und herstellerunabhängige Beratung ansehen.

| Mindestanzahl: | 4 Laufwerke |
| Kapazität: | (Anzahl der Laufwerke − 2) × Kapazität des kleinsten Laufwerks |
| Geschwindigkeit: | Lesen: gut bis hoch; Schreiben: mittel und abhängig von Controller, Cache und Workload |
| Ausfallsicherheit: | Ausfall von bis zu zwei Laufwerken wird toleriert |
| Kosten: | Kapazität von zwei Laufwerken wird für Paritätsinformationen benötigt |
| Anwendung: | Dateiserver, Archivspeicher, Backup-to-Disk und große HDD-Arrays |
| Zusammenfassung: | Hohe Kapazitätseffizienz bei Schutz vor dem Ausfall von zwei Laufwerken |
| RAID Übersicht und Hot Spare RAID-Level 0 RAID-Level 1 RAID-Level 4 RAID-Level 5 RAID-Level 5ee RAID-Level 7 RAID-Level 10 RAID-Level n | |
RAID 6 ist ein RAID-Verbund mit Block-Striping und zwei unabhängigen, verteilten Paritätsinformationen. Dadurch kann der Verbund den Ausfall von bis zu zwei Laufwerken tolerieren. ADG steht für Advanced Data Guarding und ist die HPE-Bezeichnung für RAID 6 bei Smart-Array-Controllern.
RAID 6 benötigt mindestens vier Laufwerke. Bei gleich großen Laufwerken gilt: Nutzbare RAID-Kapazität = (Anzahl der Laufwerke − 2) × Kapazität eines Laufwerks. Acht Laufwerke mit jeweils 10 TB ergeben 60 TB nominelle RAID-Kapazität vor Dateisystem- und Metadaten-Overhead. Bei unterschiedlich großen Laufwerken bestimmt das kleinste Laufwerk die anrechenbare Kapazität aller Laufwerke.
Nach dem Ausfall eines Laufwerks bleibt RAID 6 verfügbar und arbeitet im degradierten Zustand. Fehlende Daten werden aus den verbleibenden Daten- und Paritätsblöcken rekonstruiert. Während dieser Phase kann noch ein zweites Laufwerk ausfallen, ohne dass das Array seine Daten verliert. Ein weiterer Laufwerksausfall kann zum Ausfall des Arrays führen. Jeder Laufwerksfehler sollte deshalb sofort gemeldet und behoben werden.
Die Dauer hängt insbesondere von Laufwerkskapazität und -zustand, RAID-Gruppengröße, Controller-Leistung, Rebuild-Priorität und aktueller I/O-Last ab. Bei großen HDDs kann der Wiederaufbau viele Stunden oder mehrere Tage dauern. Ein konfiguriertes Hot Spare kann den Rebuild automatisch starten. Praxistests im laufenden Betrieb liefern realistischere Werte als reine Laborangaben.
Lesezugriffe profitieren vom verteilten Zugriff auf mehrere Laufwerke. Schreibzugriffe sind aufwendiger, weil zwei Paritätsinformationen berechnet und geschrieben werden müssen. Besonders bei vielen kleinen zufälligen Schreibzugriffen ist RAID 10 häufig schneller. Ein Hardware-RAID-Controller mit stromausfallsicherem Schreibcache kann die Schreibleistung von RAID 6 verbessern.
RAID 6 bietet mehr Ausfallsicherheit als RAID 5, weil zwei statt eines Laufwerks ausfallen dürfen. Es eignet sich besonders für große HDD-Arrays, Archive und kapazitätsorientierte Workloads. RAID 10 ist häufig die bessere Wahl, wenn niedrige Latenz, hohe Schreibleistung und kurze Rebuild-Zeiten wichtiger sind als die maximale Kapazitätseffizienz.
Typische Fehler sind fehlendes Monitoring, zu große RAID-Gruppen, ungeprüfte Ersatzlaufwerke und eine nicht dokumentierte Hot-Spare-Strategie. Verwenden Sie klare Alarme, halten Sie kompatible Ersatzlaufwerke vor, dokumentieren Sie das Laufwerkslayout und testen Sie den Austausch sowie den Rebuild regelmäßig.
Nein. RAID 6 erhöht die Verfügbarkeit bei Laufwerksausfällen, schützt aber nicht vor versehentlichem Löschen, Ransomware, Dateisystemfehlern, Controllerdefekten, Brand oder Diebstahl. Dafür sind getrennte, versionierte und regelmäßig getestete Backups erforderlich.







