Storage. Backup. Virtualisierung.
Bandtechnologien · Version 1.35 · © Stor IT Back 2026
LTO (Linear Tape-Open) ist heute der wichtigste offene Bandstandard für professionelle Datensicherung, langfristige Datenaufbewahrung und Offline-Archivierung. Aktuelle LTO-Generationen bieten hohe native Speicherkapazitäten, hardwarebasierte AES-256-Verschlüsselung, WORM-Medien und mit LTFS einen dateibasierten Zugriff auf Bandinhalte. LTO-9 bietet 18 TB native Kapazität, während LTO-10 je nach Medium 30 TB oder 40 TB nativ speichert. Ein wesentlicher Vorteil von Tape ist der physische Air Gap: Ausgeworfene oder ausgelagerte Medien sind nicht direkt über das Netzwerk erreichbar und eignen sich deshalb besonders als zusätzliche Schutzebene gegen Ransomware.
Bis in die 2000er-Jahre existierten zahlreiche unterschiedliche Bandtechnologien für die professionelle Datensicherung. Formate wie DLT, SDLT, AIT, SAIT, DDS oder VXA waren untereinander nicht kompatibel und unterschieden sich deutlich bei Kapazität, Performance und Einsatzgebiet.
Bereits Ende der 1990er-Jahre entstand deshalb mit LTO (Linear Tape-Open) ein herstellerübergreifender Standard. LTO-1 kam im Jahr 2000 auf den Markt. Ziel war nicht nur die Medienkompatibilität, sondern auch der Datenaustausch zwischen kompatiblen Laufwerken unterschiedlicher Anbieter. Das LTO-Format wird heute von HPE, IBM und Quantum gemeinsam weiterentwickelt und ist inzwischen der dominierende Bandstandard für Backup und langfristige Datenaufbewahrung.
Auf dieser Seite finden Sie technische Informationen zu aktuellen LTO-Generationen sowie eine historische Übersicht früher verbreiteter Tape-Technologien. Sämtliche Kapazitäts- und Transferratenangaben werden – soweit nicht anders angegeben – mit unkomprimierten beziehungsweise nativen Werten angegeben. Für die Planung einer Backup-Umgebung sollten grundsätzlich die nativen Kapazitäten zugrunde gelegt werden, da sich bereits komprimierte Daten wie ZIP-, JPEG-, Video- oder viele PDF-Dateien kaum zusätzlich komprimieren lassen.



| Technologie | Kapazität | Transferrate | ||
| LTO-1 HH | 220LTO / 232LTO | 100 GB ohne Kompression | 7,5 MB/s | |
| LTO-1 | Ultrium 1 | 240LTO | 100 GB ohne Kompression | 15 MB/s |
| LTO-2 HH | 420LTO / 448LTO | 200 GB ohne Kompression | 17 bis 24 MB/s | |
| LTO-2 | Ultrium 2 | 440LTO | 200 GB ohne Kompression | 30 bis 35 MB/s |
| LTO-3 HH | 820LTO / 920LTO | 400 GB ohne Kompression | 60 MB/s | |
| LTO-3 | Ultrium 3 | 840LTO / 960LTO | 400 GB ohne Kompression | 70 bis 82 MB/s |
| LTO-4 HH | Ultrium 4 | 1760LTO | 800 GB ohne Kompression | 120 MB/s |
| LTO-4 | Ultrium 4 | 1840LTO | 800 GB ohne Kompression | 120 MB/s |
| LTO-5 HH | Ultrium 5 | 3000LTO | 1,5 TB ohne Kompression | 150 MB/s |
| LTO-5 | Ultrium 5 | 3280LTO | 1,5 TB ohne Kompression | 150 MB/s |
| LTO-6 HH | Ultrium 6 | 6250LTO | 2,5 TB ohne Kompression | 160 MB/s |
| LTO-6 | Ultrium 6 | 6650LTO | 2,5 TB ohne Kompression | 160 MB/s |
| LTO-7 HH | Ultrium 7 | Ultrium 15000 | 6 TB ohne Kompression | 300 MB/s |
| LTO-7 M | im LTO-8 Laufwerk | 9 TB ohne Kompression | 300 MB/s | |
| LTO-8 HH | Ultrium 8 | 12 TB ohne Kompression | bis zu 360 MB/s | |
| LTO-9 | Ultrium 9 | 18 TB ohne Kompression | bis zu 400 MB/s | |
| LTO-10 LA | Ultrium 10 | Standard | 30 TB ohne Kompression | bis zu 400 MB/s |
| LTO-10 PA | Ultrium 10 | Premium | 40 TB ohne Kompression | bis zu 400 MB/s |

Warum ist LTO-8 nur kompatibel mit LTO-7? Sonst waren es ja immer zwei Generationen. Dies liegt an der hohen Kapazität, die nur
durch neue Schreib-/Leseköpfe erreicht werden konnte. Die LTO-8 Laufwerke nutzen TMR-Köpfe (Tunnelling Magnetor-Resistive), die Dünnfilm-Beschichtungen auf Basis
von Barium-Ferrit (BaFe) Bänder benötigen. Und dieses Verfahren wird erst ab LTO-7-Bänder durchgehend verwendet. Aber auch LTO-9 ist nur zur
Generation LTO-8 kompatibel. LTO-7-Bänder können also in LTO-9 Laufwerken nicht einmal gelesen werden. LTO-10 bietet keine Abwärtskompatibilität mehr,
selbst das Bandmaterial hat sich geändert, es ist quasi ein ganz neues LTO-Format.
"Drive needs cleaning" oder "das Laufwerk muss gereinigt werden", sind häufige Fehlermeldungen in der Datensicherung auf Tape oder Band. Aber was bedeutet das eigentlich? Das Laufwerk an sich ist offen zur Umgebung, es kann Staub und Dreck in das Laufwerk eindringen. Zur Kühlung wird auch noch Luft durch das Gehäuse gezogen, was den Staub nicht gerade weniger macht. Und dieser Staub setzt sich auch auf den Köpfen der Laufwerke ab. Ist die Schicht zu dick, dann entstehen Fehler beim Schreiben und Lesen.
Eine regelmäßige Reinigung nach festem Zeitplan ist bei modernen LTO-Laufwerken nicht empfehlenswert. Das Laufwerk überwacht seinen Zustand selbst und signalisiert, wenn eine Reinigung erforderlich ist. Ein Cleaning-Tape sollte deshalb normalerweise nur dann eingesetzt werden, wenn das Laufwerk oder die Library eine Reinigung anfordert.
Automatisierte Tape Libraries können diese Aufgabe über eine Auto-Clean-Funktion übernehmen. Dazu befindet sich ein als Cleaning-Medium gekennzeichnetes Band in der Library. Fordert ein Laufwerk eine Reinigung an, wird das Cleaning-Tape automatisch geladen. Alternativ kann auch die Backup-Software die Reinigung verwalten.
Der aktuelle Backup-Job wird immer noch abbrechen, aber der Ablauf an sich kann fortgeführt werden. Es fehlt dann im schlimmsten Fall nur eine Sicherung.
Für einen zuverlässigen Betrieb sind eine saubere, möglichst staubarme Umgebung und stabile Klimabedingungen wichtig. IBM empfiehlt für LTO-Medien Temperaturen von 16 bis 25 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 20 bis 50 Prozent. Größere Bereiche sind technisch zulässig, sollten für den dauerhaften Produktionsbetrieb aber möglichst nicht ausgeschöpft werden.
LTO-9 Bänder müssen vor der ersten Nutzung initialisiert werden! Das gab es bei LTO-Formaten bisher noch nie. Was ist die Besonderheit bei LTO-9? Es werden noch mehr Spuren beschrieben als bei den vorherigen Formaten. Dafür muss der Kopf noch präziser am Band entlang laufen. Hierfür wird vor der ersten Nutzung eine Kalibrierung durchgeführt, die individuell für jedes LTO-9-Band ist. Es muss also jedes Medium, auch LTO9 WORM, durch diese Initialisierung laufen. Nach dieser Kalibrierung, beziehungsweise Optimierung, kann das LTO-9-Band dann wie jedes andere LTO-Band genutzt werden.
Wie lange dauert die Media Optimization?
Die einmalige Optimierung benötigt je nach Laufwerk und Medium typischerweise etwa
20 bis 60 Minuten. In einzelnen Fällen kann der Vorgang bis zu zwei Stunden dauern.
Bei größeren Tape Libraries sollte die Initialisierung deshalb bereits vor dem
produktiven Einsatz der Medien eingeplant werden.
Kann das Band dann auch in anderen LTO-9 Laufwerken eingesetzt werden?
Ein kalibriertes Band kann in jedem anderen LTO-9 Laufwerk eingesetzt werden. Ein Wechsel des Laufwerks beeinträchtigt die Funktion nicht, sind Libraries
mit mehreren Laufwerken ausgestattet, so kann jedes Laufwerk genutzt werden.
Müssen LTO-8-Bänder im LTO-9 Laufwerk auch initialisiert werden?
Nein, dies betrifft nur LTO-9 Tapes und LTO-9 WORM Tapes. LTO8 Tapes können ganz normal in einem LTO-9 Laufwerk genutzt werden. Wichtig hierbei: LTO-7
Bänder können in LTO-9 Laufwerken NICHT gelesen oder geschrieben werden.
Müssen LTO 10 Bänder auch initialisiert werden?
Nein, bei LTO 10 entfällt diese Initialisierung wieder.
Jede Library braucht Barcode-Labels auf den Bändern. Warum ist das so? In den meisten Libraries ist ein Barcode-Scanner eingebaut.
Beim Vorbeifahren am Medium kann der Barcode automatisch gelesen werden und damit das Band eindeutig mit einem Stellplatz verknüpft werden.
Was wäre die Alternative? Die Library müsste jedes
Band einmal in ein Laufwerk einlegen und den Vorspann des Bandes lesen lassen. Das ist bei Libraries mit vielen 100 Stellplätzen nicht denkbar.
Also braucht jedes Band in einer Library oder einem Wechsler auch ein Barcode-Label. Und der Barcode muss natürlich eindeutig sein,
da sich auch die Backup-Software auf die eindeutige Zuordnung der Labels verlässt.
Passen Label und Vorspann des Bandes (die Initialisierung durch die Software) nicht zusammen, so führt dies zu Störungen im Ablauf.
Wie ist so ein Barcode-Label aufgebaut? Es sind 6 Zeichen frei zur Verfügung und dann kommt je nach Band ein L8 für LTO-8 oder L9 für LTO-9. Also könnte ein
Barcode-Label ST0001L9 sein. Meist werden die Bänder fortlaufend durchnummeriert, also ST0002L9 und ST0003L9 und so weiter. Da lässt sich eine individuelle
Aufteilung finden, z.B. B00001L8 für das Backup und A00001L8 für das Archiv.
Die zwei letzten Zeichen identifizieren dabei den Bandtyp. L8 für LTO-8 und L9 für LTO-9. Aber was ist mit WORM-Tapes? Ein LTO-8 Worm-Tape hat als letzte Zeichen LY, ein
LTO-9 Worm dann LZ. Hört sich im ersten Moment recht verwirrend an, aber eigentlich ganz einfach:
| Technologie | RW-Tape | WORM-Tape | Cleaning |
| LTO-1 | xxxxxxL1 | xxxxxxLR | CLNxxxL1 oder CLNxxxCU |
| LTO-2 | xxxxxxL2 | xxxxxxLS | CLNxxxL2 oder CLNxxxCU |
| LTO-3 | xxxxxxL3 | xxxxxxLT | CLNxxxL3 oder CLNxxxCU |
| LTO-4 | xxxxxxL4 | xxxxxxLU | CLNxxxL4 oder CLNxxxCU |
| LTO-5 | xxxxxxL5 | xxxxxxLV | CLNxxxL5 oder CLNxxxCU |
| LTO-6 | xxxxxxL6 | xxxxxxLW | CLNxxxL6 oder CLNxxxCU |
| LTO-7 | xxxxxxL7 | xxxxxxLX | CLNxxxL7 oder CLNxxxCU |
| LTO-8 | xxxxxxL8 | xxxxxxLY | CLNxxxL8 oder CLNxxxCU |
| LTO-9 | xxxxxxL9 | xxxxxxLZ | CLNxxxL9 oder CLNxxxCU |
| LTO-10 | xxxxxxLA | xxxxxxLH | CLNxxxLA oder CLNxxxCU |
Bei LTO-10 werden für 30-TB-Standardmedien die Kennung LA und für entsprechende WORM-Medien LH verwendet. Die neuen 40-TB-Premium-Medien verwenden die Kennung PA.
Die Cleaning Tapes sind für alle Formate nutzbar. Das Cleaning Tape kann also bei LTO-1- bis LTO-10-Laufwerken eingesetzt werden. Wichtig ist beim Cleaning Tape in einer Library die Identifikation durch den Barcode-Label. Damit kann eine Library (oder eine Backup-Software) einen automatischen Cleaning-Lauf durchführen. Ein Cleaning Tape kann je nach Hersteller zwischen 20 und 40 Mal genutzt werden. Danach ist es nicht mehr einsetzbar.
LTO-Laufwerke haben ab LTO-4 eine Hardware-Verschlüsselung mit im Laufwerk integriert. Mit der passenden Ansteuerung können diese Laufwerke also alle Sicherungen und Archive automatisch und mit voller Performance verschlüsseln. Also eine ganz einfache und transparente Lösung, die jeder mit einem LTO-Laufwerk einsetzen kann? Ganz so einfach ist es leider nicht.
Ein Grund dafür können gesetzliche Vorgaben sein. Oder einfach nur der Schutz von personenbezogenen oder firmeninternen Daten. Bänder oder
Tapes haben einen großen Vorteil: Sie sind klein, robust und einfach zu transportieren. Deswegen werden sie häufig zur K-Fall-Vorsorge ausgelagert. Also
in einem externen Tresor bei einer Bank (das ist unsere Empfehlung) oder bei einem Mitarbeiter zu Hause (keine Empfehlung, wird aber häufig so durchgeführt).
Gerade beim Transport der Bänder können diese auch mal verloren gehen, oder sie werden gestohlen oder geraubt. Da LTO einheitlich ist, braucht der
Dieb oder Finder nur ein Laufwerk und kann die Daten auslesen. Das Format ist auch schnell gefunden, mit der passenden Software lassen sich die Daten
komplett auslesen. Da dies meist Vollsicherungen sind, die ausgelagert werden, hat der Dieb alle Daten des Unternehmens in seiner Hand.
Wären die Daten aber verschlüsselt, dann kann der Dieb recht wenig mit den Bändern anfangen.
Es gibt im Prinzip 3 verschiedene Wege die Daten zu verschlüsseln:
1. Software-Verschlüsselung im Server:
Dies ist die kostengünstigste und universellste Lösung zur Verschlüsselung der Daten. Die Backup-Software generiert den Datenstrom gleich verschlüsselt
und schickt ihn ganz normal zum Laufwerk. Das Laufwerk merkt nicht einmal, dass die Daten verschlüsselt sind (oder auch im Klartext ankommen). Der Nachteil ist die
starke Belastung des Backup- oder Archiv-Servers. Eventuell schafft der Server nicht einmal den maximalen Datenstrom und das Laufwerk verfällt in den
schädlichen Start-Stopp-Modus. Wenn der Server aber eine große CPU besitzt und genügend Ressourcen frei sind, dann ist dies eine gute und kostengünstige Lösung.
Aber nicht alle Backup-Produkte (oder Archiv-Software) bieten eine Verschlüsselung an. Zum Beispiel bei NDMP-Sicherungen kann dies meist nicht eingesetzt werden, weil die
Daten direkt vom File-Server zum Laufwerk geschickt werden. Der Backup-Server kann sie nicht verschlüsseln.
2. Hardware-/Software-Verschlüsselung auf dem Weg:
Zum Beispiel eine Encryption Appliance oder ein Fibre Channel Switch können die Verschlüsselung bei LTO-Laufwerken übernehmen. Sie liegen im Datenstrom zwischen Server und Laufwerk und
können damit die Daten bearbeiten. Dies ist gerade in großen Umgebungen sinnvoll, da die Verschlüsselung / Encryption an zentraler Stelle vorgenommen wird. Aber auch in diesem Fall
wird die Hardware-Encryption des LTO-Laufwerkes nicht genutzt.
3. Hardware-Verschlüsselung im Laufwerk:
Wie schon beschrieben hat jedes aktuelle LTO-Laufwerk eine eingebaute Verschlüsselung in Echtzeit. Es wird also auch bei eingeschalteter Encryption der maximale
Durchsatz erzielt. Die Verschlüsselung wird im AES-Standardalgorithmus Galois Counter Mode (GCM) mit 256-Bit-Schlüssel durchgeführt. Warum benutzt es denn nicht jeder?
Problem ist die Steuerung der Verschlüsselung und die Übertragung der Schlüssel zum Laufwerk. Da gibt es 2 Varianten:
3.a Hardware-Verschlüsselung mit anwendungsverwalteter Verschlüsselung (AME):
Bei Verwendung der anwendungsverwalteten Verschlüsselung (AME oder Application Managed Encryption) wird der Schlüssel von der Software (Backup oder Archiv) zum Laufwerk übertragen und zwar per
SAS oder Fibre Channel. Also zusammen mit dem Datenstrom bzw. natürlich vor dem Datenstrom. Aber nicht nur die Schlüssel müssen übertragen werden, sondern
diese müssen auch generiert und verwaltet werden (Sicherung der Schlüssel nicht vergessen!). Das können zwar viele Backup-Software-Produkte, aber meist nur
mit kostenpflichtigen Features. Dafür fallen aber keine Kosten für Lizenzen an Laufwerken oder Library an. Der Austausch der Library, auch gegen einen anderen
Hersteller ist transparent für die Verschlüsselung. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität, es muss nicht alles verschlüsselt werden. Soweit es die
Backup-Software unterstützt, kann pro Job die Encryption aktiviert oder deaktiviert werden. Oder es können auch verschiedene Schlüssel genutzt werden, so dass
zum Beispiel ein Datenaustausch über Bänder und Tapes möglich ist oder pro Mandant ein eigener individueller Schlüssel verwendet werden kann.
3.b Bibliotheksverwaltete Verschlüsselung (Library Managed Encryption LME):
Bei der bibliotheksverwalteten Verschlüsselung (LME) wird die gesamte Verwaltung der Schlüssel, mit Erstellung und Verteilung von der Library übernommen.
Beziehungsweise sind dies meist Anwendungen außerhalb der
Library, die aber direkt mit der Library kommunizieren. Also nicht im Datenstrom des Laufwerkes, sondern über die Administrations-Schnittstelle (LAN) der Library. Es
gibt also einen Schlüssel pro Band und ein Wechsel des Schlüssels pro Backup-Job ist nicht möglich. Dafür ist die Encryption für die Anwendung oder den Server
völlig transparent, er merkt nicht einmal, dass die Daten verschlüsselt werden. Die volle Performance des Laufwerkes ist möglich und auch Features wie Compression (es
wird erst die Komprimierung und dann die Verschlüsselung durchgeführt).
Es wird also eine Schlüsselverwaltung benötigt und ein Verschlüsselungs-Client auf der Library. Meist geben die Library Hersteller eine Schlüsselverwaltung
vor oder es kann ein Produkt aus einer Liste gewählt werden. Der Client (dies ist meist eine kostenpflichtige Option) fragt beim Einlegen des Bandes in ein Laufwerk (für das
die Verschlüsselung aktiviert wurde) den Schlüsselserver nach dem entsprechenden Key. Nach der Authentifizierung der Library (bzw. des Laufwerkes) durch den Server wird der Key dem Laufwerk
zur Verfügung gestellt. Das gesamte Verfahren wird noch durch einen Sitzungsschlüssel geschützt. Der Key bleibt so lange im Laufwerk, bis das Band ausgeworfen oder
das Laufwerk ausgeschaltet wird. Ein insgesamt sehr sicheres Verfahren. Und es ist auch für NDMP nutzbar oder für Backup- oder Archiv-Software, die von sich aus nicht verschlüsseln
kann.
LTO (Linear Tape-Open) ist ein offenes Magnetband-Format zur langfristigen Datenspeicherung. Es wird vor allem für Backups, Archivierung und zur Erfüllung gesetzlicher Aufbewahrungspflichten genutzt. Unternehmen setzen es ein, weil es hohe Kapazitäten, niedrige Kosten pro Terabyte und eine sehr lange Lebensdauer bietet. Besonders in Umgebungen mit großen Datenmengen ist LTO oft günstiger und zuverlässiger als rein festplattenbasierte Lösungen.
Trotz Cloud- und Festplattenlösungen bleibt Tape attraktiv, weil es sehr günstig, extrem langlebig und offline-fähig ist. Gerade die Offline-Fähigkeit schützt Daten effektiv vor Ransomware, da Angreifer nicht auf ausgelagerte Bänder zugreifen können. LTO bietet zudem stabile Schreibraten und planbare Archivierungskosten, was für viele Unternehmen entscheidend ist. Auch der Energieverbrauch ist gering, da Tapes nur beim Zugriff Strom benötigen.
Aktuell sind moderne Generationen wie LTO-8, LTO-9 und LTO-10 üblich. Die Wahl hängt von Kapazitätsbedarf, Budget und Kompatibilität ab: LTO-8 bietet rund 12 TB (nativ), LTO-9 rund 18 TB. Wer langfristig investieren möchte, sollte eher zu neueren Generationen greifen, da sie höhere Kapazitäten und oft bessere Performance bieten. Auch die Verfügbarkeit der Medien spielt eine Rolle – ältere Generationen werden nach und nach schwerer zu beschaffen.
Typische Backup-Software wie Veeam, NetBackup, Arcserve, CommVault oder Backup Exec unterstützt Tape als Backup-Ziel. Die Software übernimmt Verwaltung, Zeitplanung, Indizierung und Wiederherstellung der Daten. Für kleinere Umgebungen existieren auch Open-Source-Lösungen, die zwar günstiger, aber administrativ anspruchsvoller sein können. Wichtig ist, dass die Software Tape-Features wie „Barcode-Management“, „Tape-Rotation“ oder „WORM-Unterstützung“ beherrscht.
LTO-Bänder gelten als eines der sichersten Backup-Medien, weil sie offline gelagert werden können. Sobald ein Band aus dem Laufwerk entfernt ist, kann kein Angreifer – egal wie gut er vernetzt ist – darauf zugreifen. Zusätzlich unterstützen moderne LTO-Versionen hardwarebasierte Verschlüsselung (AES-256), wodurch ein Diebstahl der physischen Bänder weniger kritisch ist. Unternehmen kombinieren LTO daher gerne mit einer 3-2-1-Backupstrategie für maximale Sicherheit.
LTO-Medien können bei optimaler Lagerung deutlich über 10 Jahre halten. Wichtig sind konstante Temperaturen, geringe Luftfeuchtigkeit und eine staubfreie Umgebung. Häufiges Beschreiben/Überschreiben erhöht den Verschleiß schneller als reine Archivnutzung / Langzeitsicherung. Eine regelmäßige Qualitätsprüfung („Media Health Check“) ist empfehlenswert, um frühzeitig mögliche Fehler zu erkennen.
Aktuelle LTO-Generationen erreichen native Transferraten von mehreren hundert MB/s (z. B. ~300 MB/s bei LTO-9). Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt aber von der Datenquelle, Komprimierbarkeit der Daten und der Backup-Software ab. Bei stark fragmentierten oder schlecht komprimierbaren Daten kann die Leistung sinken. In der Praxis sind Tapes jedoch für große, sequenzielle Datenmengen extrem effizient.
Moderne Laufwerke melden frühzeitig, wenn ein Band Fehler entwickelt („Soft Errors“). Häufen sich diese, sollte das Band ausgetauscht und entsorgt werden. Backup-Software protokolliert ebenfalls Schreib-/Lesefehler und kann betroffene Jobs markieren. Es empfiehlt sich, Bänder mindestens einmal jährlich testweise zu lesen, besonders bei langen Archivierungszeiträumen.
Viele Firmen nutzen LTO als langfristiges, sicheres Archiv und kombinieren es mit Festplatten- oder Cloud-Backups für kurzfristige Wiederherstellungen. So bleiben tägliche Restores schnell, während selten benötigte Daten günstig auf Tape wandern. Diese Kombination bietet ein gutes Verhältnis aus Geschwindigkeit, Kosten und Sicherheit. Auch Compliance-Anforderungen lassen sich so leichter erfüllen.





Die folgenden Bandtechnologien werden heute nicht mehr für neue Backup-Systeme eingesetzt. Die Angaben dokumentieren den technischen Stand und die damals verfügbaren Kapazitäten und Transferraten. Sie dienen insbesondere zur Einordnung älterer Archive, Laufwerke und noch vorhandener Bandbestände.
| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| DLT7000 | 35 GB ohne Kompression | 5 MB/s |
| DLT 1 | 40 GB ohne Kompression | 3 MB/s |
| DLT8000 | 40 GB ohne Kompression | 6 MB/s |
| DLT VS80 | 40 GB ohne Kompression | 3 MB/s |
| DLT VS160 | 80 GB ohne Kompression | 8 MB/s |
| DLT V4 | 160 GB ohne Kompression | 10 MB/s |
Die folgende Tabelle zeigt die Abhängigkeiten von eingesetztem Medium im jeweiligen Laufwerk hinsichtlich Kapazität und Transfergeschwindigkeit. Zum Beispiel erreichte ein DLT3-Medium in einem DLT7000-Laufwerk 1,5 MB/s und10 GB Kapazität.
| Media | Format | Kapazität | DLT2000 | DLT2000XT | DLT4000 | DLT7000 | DLT8000 | DLT1/VS80 | DLT VS160 | DLT V4 |
| DLT3 | DLT2000 | 10 GB | 1,25 MB/s | 1,25 MB/s | 1,5 MB/s | 1,5 MB/s | 1,5 MB/s | |||
| DLT3-XT | DLT200XT | 15 GB | 1,25 MB/s | 1,5 MB/s | 1,5 MB/s | 1,5 MB/s | ||||
| DLT4 | DLT4000 | 20 GB | 1,5 MB/s | 1,5 MB/s | 1,5 MB/s | 1,5 MB/s | ||||
| DLT4 | DLT7000 | 35 GB | 5,0 MB/s | 5,0 MB/s | ||||||
| DLT4 | DLT8000 | 40 GB | 6,0 MB/s | |||||||
| DLT4 | DLT1/VS80 | 40 GB | 3,0 MB/s | 3,0 MB/s | 3,0 MB/s | |||||
| DLT VS1 | DLT VS160 | 80 GB | 8,0 MB/s | 8,0 MB/s | ||||||
| DLT VS1 | DLT V4 | 160 GB | 10,0 MB/s |
Anmerkung: read-only

| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| SDLT 220 | 110 GB ohne Kompression | 11 MB/s |
| SDLT 320 | 160 GB ohne Kompression | 16 MB/s |
| SDLT 600 | 300 GB ohne Kompression | 36 MB/s |
| DLT-S4 | 800 GB ohne Kompression | 70 MB/s |
| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| AIT-E Turbo | 20GB ohne Kompression | 6 MB/s |
| AIT 1 | 25 GB ohne Kompression | 3 MB/s |
| AIT 1 Turbo | 40GB ohne Kompression | 6 MB/s |
| AIT 2 | 50GB ohne Kompression | 6 MB/s |
| AIT 2 Turbo | 80GB ohne Kompression | 12 MB/s |
| AIT 3 | 100GB ohne Kompression | 12 MB/s |
| AIT 3Ex | 150GB ohne Kompression | 18 MB/s |
| AIT 4 | 200GB ohne Kompression | 24 MB/s |
| AIT 5 | 400GB ohne Kompression | 24 MB/s |

| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| SAIT-1 | 500GB ohne Kompression | 30MB/s |
| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| DTF-1 | 42 GB ohne Kompression | 12MB/s |
| DTF-2 | 200 GB ohne Kompression | 24 MB/s |
| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| DDS1 | 1 GB ohne Kompression | max. 0,3 MB/s |
| DDS2 | 4 GB ohne Kompression | max. 0,5 MB/s |
| DDS3 | 12 GB ohne Kompression | max. 1 MB/s |
| DDS4 | 20 GB ohne Kompression | max. 4 MB/s |
| DDS5 | 36 GB ohne Kompression | max. 3 MB/s |

| Technologie | Bandmaterial | Transferrate | Kapazität |
| VXA-1 | V6 Band | 3 MB/s | 12 GB ohne Kompression |
| VXA-1 | V10 Band | 3 MB/s | 20 GB ohne Kompression |
| VXA-1 | V17 Band | 3 MB/s | 33 GB ohne Kompression |
| VXA-2 | V6 Band | 6 MB/s | 20 GB ohne Kompression |
| VXA-2 | V10 Band | 6 MB/s | 40 GB ohne Kompression |
| VXA-2 | V17 Band | 6 MB/s | 59 GB ohne Kompression |
| VXA-2 | V23 Band | 6 MB/s | 80 GB ohne Kompression |
| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| Travan 8 | 4 GB ohne Kompression | 0,6 MB/s |
| Travan 20 | 10 GB ohne Kompression | 1 MB/s |
| Travan 40 | 20 GB ohne Kompression | 2 MB/s |
| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| M1 | 20 GB ohne Kompression | 3 MB/s |
| M2 | 60 GB ohne Kompression | 12 MB/s |
| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| SLR 5 | 4 GB ohne Kompression | 0,4 MB/s |
| SLR 7 | 20 GB ohne Kompression | 3 MB/s |
| SLR 60 | 30 GB ohne Kompression | 4 MB/s |
| SLR 75 | 38 GB ohne Kompression | 4 MB/s |
| SLR 100 | 50 GB ohne Kompression | 5 MB/s |
| SLR 140 | 70 GB ohne Kompression | 6 MB/s |

| Technologie | Kapazität | Transferrate |
| ADR 30 | 15 GB ohne Kompression | 2 MB/s |
| ADR 50 | 25 GB ohne Kompression | 2 MB/s |
| ADR2.60 | 30 GB ohne Kompression | 4 MB/s |
| ADR2.120 | 60 GB ohne Kompression | 4 MB/s |
| ADR2.240 | 120 GB ohne Kompression | 8 MB/s |





