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SAS - Serial Attached SCSI


SAS - vom Protokoll bis zum Stecker

Serial Attached SCSI (SAS) hat das parallele SCSI in allen Bereichen ab 2010 vollständig abgelöst. SCSI hatte mit 320 MB/s das technisch machbare erreicht, eine weitere Steigerung der Geschwindigkeit und der Skalierbarkeit konnte nur durch eine serielle Version ermöglicht werden. Hierfür wurden Technologien aus SATA und Fibre Channel in das SAS integriert. Eine Verbindung zwischen SATA und SAS kann durch eine einfache Bridge ermöglicht werden. Damit wird die Kombination von SATA- und SAS-Platten in einem System wesentlich erleichtert. An die meisten SAS-Controller können SATA Festplatten direkt angeschlossen werden, an SATA Controller aber keine SAS Platten.

Für SAS wurden auch neue SAS-Stecker und SAS-Kabel genutzt. Die SAS-Steckverbinder sind deutlich robuster als bei SCSI und die SAS Kabel deutlich dünner und flexibler. Die gängigen SAS Stecker sind SFF-8088 (bis SAS-2) und SFF-8644 (SAS-3) für externe Verbindungen.


 
 

Inhaltsverzeichnis SAS Serial Attached SCSI

  1. 1. Grundlagen SAS
    1. 1.1 Historie und Grundlagen von SAS
  2. 2. Technologie
    1. 2.1 SAS Technologie
  3. 3. Praxis
    1. 3.1 Einsatzbereiche von SAS
    2. 3.2 SAS Kabel und SAS Steckverbinder
    3. 3.2 Roadmap
  4. 4. Sonstiges zum Thema SAS
    1. 4.1 FAQ zu Serial Attached Storage
    2. 4.2 Angebote zu SAS


 
 

Technologie von Serial Attached SCSI

Serial Attached SCSI also SAS ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, wie auch SATA. Das alte SCSI war eine Bus-Topologie mit vielen Nachteilen. Am Anfang konnte im SAS Transfergeschwindigkeiten von bis zu 3 Gbit/s erreicht werden, jetzt sind mit SAS-3 bis zu 12 Gbit/s möglich. Rein technisch gesehen war SAS-1 etwas langsamer als SCSI U320, jedoch kann jedes Gerät die 3 Gbit/s alleine nutzen (heute 12 Gbit/s). Neben der reinen 1 zu 1 Anbindung sind auch vermaschte Systeme möglich.
Jedes SAS-Gerät besitzt einen Transceiver mit einem oder mehreren Transmittern und Receivern. Damit sind full duplex bis zu 1.200 MB/s möglich. Die Signalübertrag erfolgt über ein "differential signal pair". Es wird pro Gerät nach Anzahl der Transceiver unterschieden, eine Festplatte besitzt 2 Stück, bei einem HBA können 4 Transceiver (wide port) oder 8 Transceiver (very wide port) realisiert werden. SAS ist vom Design her hot-plug und dynamisch ausgelegt (deutlicher Vorteil gegen SCSI). Die Teilnehmer werden in Domains unterteilt, wobei jeder SAS-Port einen eindeutigen Identifier hat (entsprechend der WWN des Fibre Channel).

SAS Netzwerk mit Expandern in JBODs Es ist ebenfalls möglich mehrere direkte Verbindungen zwischen zwei Teilnehmern zu bündeln, somit wird die Performance wesentlich erhöht.
Eine 1 zu 1-Verbindung benötigt jedoch immer eine Verwaltung, wenn mehr als 2 Geräte kombiniert werden sollen. Hierfür wurde der Expander entwickelt. Er verbindet SAS-Geräte ähnlich einem Switch im SAN oder LAN.

Ein Edge-Expander kann hierbei bis zu 128 Endgeräte verwalten, ein Fanout-Expander bis zu 128 Edge-Expander. Damit lassen sich über 16.000 Geräte zusammen betreiben.

Als Protokolle werden SMP (SCSI Management Protocol) für die Verwaltung und das Management eingesetzt. SSP (Serial SCSI Protocol) setzt die SCSI-Befehle für die serielle Übertragung um und STP (Serial Tunneling Protocol) passt die SATA-Befehle an, wenn SAS und SATA gemeinsam genutzt werden sollen.

Wie in der nebenstehenden Skizze gezeigt, kann ein SAS-RAID-Controller direkt über einen Expander Festplatten an einer Backplane anschließen. Der RAID-Controller nutzt zum Beispiel eine SAS x4 Verbindung intern zur Backplane, hat bei SAS-2 insgesamt 4 x 600 MB/s, also 2.400 MB/s für seine internen Festplatten zur Verfügung (bei SAS-3 den doppelte Durchsatz).
Über diesen internen Expander könnten weitere JBODs mit eigenen Expandern angeschlossen werden. Der Expander muss allerdings auch einen "Ausgang" besitzen.

In diesem Beispiel nutzt der RAID-Controller aber einen zusätzlichen externen SAS Kanal (ebenfalls x4) zum Anschluss der JBODs. Es stehen also auch 4 x 600 MB/s zur Verfügung. Vom ersten JBOD wird dann das zweite JBOD versorgt. Der Expander im JBOD besitzt also auch einen Ausgang. Damit müssen sich die JBODs die 2.400 MB/s teilen. Das hört sich aber schlimmer an als es ist. Werden zum Beispiel 3 JBODs mit je 16 Festplatten an einen externen SAS x4 Kanal angeschlossen, so bleiben pro Festplatte 50 MB/s übrig (und bei SAS-3 dann 100 MB/s). Ausreichend für eine SATA Festplatte, für eine SAS Platte wäre es bei SAS-2 etwas knapp, bei SAS-3 ist es aber OK. Jedoch würde es bedeuten, das wirklich alle 48 Festplatten gleichmäßig mit dem maximalen Durchsatz laufen würden und damit muss der Server bzw. der RAID-Controller auch die 2.400 MB/s liefern können.

Bei einem einzelnen Server sind die 2,4 GB/s kaum zu erreichen. Selbst bei einem externen RAID-Controller in einem Fibre Channel SAN würde es bei 8 Gbit/s Fibre Channel schon volle 3 Ports benötigen, die auch alle zu 100% ausgelastet sein müssen, um die 2.400 MB/s auch durchleiten zu können.

Wird aber dennoch mehr Durchsatz benötigt, können ja RAID-Controller mit mehr Ports bzw. mehrere RAID-Controller genutzt werden, zum Beispiel je ein Controller pro JBOD.
SAS Expander für SAS und SATA Platten

Bei SAS sind ja SAS- und SATA-Festplatten meist an einem Expander bzw. an einem RAID-Controller gemeinsam nutzbar. Dabei ist aber zu beachten, dass die SAS Platten immer zwei Ports besitzen, SATA Festplatten aber nur einen Kanal. Daher wird beim Einsatz einer SATA-Platte in einem redundanten SAS-Netz (siehe Beispiel im rechten Bild) ein MUX-Board benötigt. Dieses MUX-Board stellt zum Controller zwei Ports zur Verfügung und "kombiniert" diese beiden Ports elektronisch auf den einen SATA-Port der Festplatte.
Wird nur ein Kanal zu den Festplatten verwendet, dann wird diese MUX-Platine auch nicht benötigt. Die Konfiguration unterscheidet sich also von Controller zu Controller und von Hersteller zu Hersteller.

Hinweis: Einige Festplatten-Hersteller bieten SATA-Festplatten auch schon mit SAS-Schnittstellen an, damit ist das MUX-Board mit auf der Festplatte integriert. Der geringe Aufpreis kann die Konfiguration von gemischt bestückten redundanten SAS-Umgebungen stark vereinfachen.



 
 

Einsatzbereiche von SAS

SAS löst viele Probleme der SCSI-Technologie. Die Geschwindigkeit kann leicht gesteigert werden, pro Domain können bis zu 16.000 Festplatten angeschlossen werden. Die Entfernung der Geräte untereinander liegt bei maximal 1 Meter (wie bei SATA), jedoch sind Kabellängen bis zu 10 Meter in den Spezifikationen vorgesehen.
Weiterhin unterstützen SAS-Festplatten einen Dual-Channel-Anschluss. Es kann also eine einzelne Festplatte an zwei unterschiedlichen Hostbusadaptern angeschlossen werden. Eine sehr einfache und elegante Lösung, um Cluster zu realisieren bzw. die Verfügbarkeit innerhalb des Systems weiter zu erhöhen. RAID-Systeme mit redundantem Controller sind so einfach und sicher zu realisieren, da eine Kanaltrennung zwischen den Controllern erreicht werden kann. Sollen in diesem Fall dann SATA-Platten (sie haben nur einen Kanal) mit eingesetzt werden, so müssen diese eine Vorschaltelektronik (MUX Board) bekommen (siehe oben).
Neben dem direkten Anschluss von Festplatten wird SAS auch für die Verbindung von Server und RAID-Systemen eingesetzt. Auch dort sind viele Vorteile gegenüber von SCSI zu sehen. Ein "normaler" externer SAS-Anschluss eines Servers bzw. eines RAID-Systems nutzt 4 einzelne SAS-Kanäle (x4), also 4 mal 12 Gbit/s (bei SAS-2 sind es 4 mal 6 Gbit/s). In einem Kabel sind also bis zu 48 Gbit/s (bzw. 24 Gbit/s bei SAS-2) möglich. Eine redundante Anbindung von Storage-Systemen kann einfach realisiert werden und Hot Plug ist dann auch alles.
Durch die Expander-Hardware können auch sehr einfach JBODs mit hoher Festplattenanzahl an einen Server bzw. RAID-Controller angeschlossen werden. Zwischen JBOD und RAID-Controller sind z.B. 4 SAS-Kanäle vorhanden, im JBOD sitzt ein Expander, der dann z.B. 16 Festplatten (SAS und SATA gemischt) ansteuern kann.

Sind die SAS Geräte der einzelnen Hersteller immer kompatibel zueinander? Die Antwort ist ein Jein. Die meisten Hersteller pflegen Kompatibilitätslisten, zum Beispiel zwischen RAID-Controller und Festplatten, oder zwischen Systemen und einem HBA. Diese Listen sollte man beachten und bei Abweichungen vorher genau prüfen. Wichtig ist dies auch bei Abwärtskompatibilitäten, gerade im Bereich von Festplatten.


 
 

SAS Kabel und SAS Steckverbinder

Für die Verbindungen mussten eigene SAS Stecker und SAS Kabel entwickelt werden. Neben der hohen zulässigen Geschwindigkeit mussten auch Anforderungen an die Signalmenge erfüllt werden. Bei SAS entwickeln sich die x4 Verbindungen zum Standard. Dies bedeutet, 4 einzelne Verbindungen sind in einen SAS Kabel bzw. SAS Stecker zusammen gefasst. Die Stecker für interne und externe Verbindungen unterscheiden sich.

SFF-8484 auf SATA Style Ein internes Kabel von einem Multilane Stecker (SFF-8484) auf die SATA Stecker. Auf der Multilane-Seite sind die 4 Kanäle zusammengefasst. Dieses Kabel wird bei internen RAID-Controllern eingesetzt, wenn Festplatten direkt oder ohne Expander Backplane angeschlossen werden sollen. Hat der RAID-Controller vier Ports (SAS x4), so können direkt 4 Festplatten eingesetzt werden.
SFF-8484 auf SFF-8087 Ein internes Kabel von einem Multilane Stecker (SFF-8484) auf einen Mini Multilane Stecker. Auf beiden Seiten sind die 4 Kanäle zusammengefasst. Dieses Kabel wird zum Beispiel in Servern verwendet, um einen 4 Kanal SAS Controller (SAS x4) mit einer Expander Backplane zu verbinden. Über diese Expander Backplane können dann bis zu 16 Festplatten (in Einzelfällen auch 24) angeschlossen werden.
SFF-8470 Veraltet: Ein externes Kabel mit zwei Mini Multilane Stecker (SFF-8470). Auf beiden Seiten sind die 4 Kanäle zusammengefasst. Es ist auch möglich, von einem SFF-8470 auf einen SFF-8088-Stecker zu wechseln. Dieses Kabel wurden für den Anschluss von externen RAID-Systemen oder Bandlaufwerken verwendet. Auch zur Anbindung von JBOD-Gehäusen an den RAID-Controller bzw. zwischen JBODs fand es Verwendung. Heute ist SFF-8470 vollständig von SFF-8088 und SFF-8644 abgelöst.
SFF-8088 Ein externes Kabel mit zwei Mini Multilane Stecker (SFF-8088). Auf beiden Seiten sind die 4 Kanäle zusammengefasst. Es ist auch möglich, von einem SFF-8088 auf einen SFF-8470-Stecker zu wechseln. Der SFF-8088 wird in LTO-Bandlaufwerken verwendet, wie auch in vielen RAID-Systemen. Auch JBODs sind mit diesem Stecker ausgestattet. Als Besonderheit könne diese Stecker kodiert werden, so kann zwischen Aus- und Eingang sicher unterschieden werden. Diese SFF-8088 SAS Stecker bzw. SAS Kabel sind bis 6 Gbit/s zugelassen.
SFF-8470 auf 4 x SFF-8088 Fanout Ein externes Kabel mit einem Mini Multilane Stecker (SFF-8644 oder auch SFF-8088) und 4 Stück Single Lane SFF-8088 oder SFF-8644 Stecker, ein sogenanntes Fanout Kabel. Auf der einen Seiten sind die 4 Kanäle zusammengefasst, hier wird das Kabel mit x4 an den SAS-Controller angeschlossen. Auf der anderen Seite werden die 4 SAS Kanäle auf die 4 einzelnen Stecker verteilt (egal ob SFF-8088 oder SFF-8644). Jeder dieser Stecker nutzt also nur x1 SAS. Dieses Kabel wird zum Beispiel zum Anschluss von Tape-Libraries verwendet. Jedes Laufwerk in der Library hat einen eigenen SAS Anschluss, aber nur einen Kanal. Somit können an einen SAS x4 Kanal des Controllers bis zu 4 Tape-Laufwerke angeschlossen werden. Bei der Kombination SFF8088 auf SFF8644 bestimmt der SFF-8088 SAS Stecker die maximale Geschwindigkeit von 6 Gbit/s.
eHDmSAS SFF8644 Dieser Stecker ist von der Bauform her kleiner als der übliche SFF-8088 Stecker. Daher wird er bei neueren Systemen verwendet, gerade dort, wo es auf Platzersparnis ankommt. Dieser Stecker-Typ ist immer häufiger anzutreffen, die offizielle Bezeichnung ist SFF-8644 bzw. SFF8644, aber auch e-HDmSAS, also ein externen HD mini SAS Stecker. Wie immer sind bei diesem Typ auch die x4 Kanäle beschaltet (außer beim Fanout Kabel), also ein Kabel SFF-8644 auf SFF-8088 ist durchaus üblich. Bei diesem Stecker werden meist zwei getrennte Kabel zur Verbindung von Stecker zu Stecker genutzt. Er ist für SAS-3 mit 12 Gbit/s pro Lane zugelassen. Die anderen SAS Stecker (bzw. SAS Kabel) nur bis zu 6 Gbit/s oder SAS-2.


 
 

Roadmap

Eine der wichtigsten Entwicklungspunkte ist die Übertragungsrate. Sie soll schrittweise bis auf 4.800 MB/s pro Kanal gesteigert werden. Eine erste Stufe ist Anfang 2010 mit 600 MB/s erreicht worden (SAS-2). Kurz danach folgte SAS-3 mit 1200 MB/s. Fast alle Serverhersteller setzen SAS-Festplatten bzw. SSDs mit SAS-Anschluss in ihren Servern ein. Jeder RAID-System-Hersteller bietet auch Fibre Channel - to - SAS RAID-Controller an, oder sogar SAS - to - SAS RAID-Controller. Im zweiten Fall bekommt der Server einen externen SAS-Controller (wichtig, in diesem Fall einen Host Bus Adapter (HBA) und keinen RAID-Controller). Wird jetzt eine höhere Übertragungsrate gebraucht, so können einzelne Kanäle zusammengeschaltet werden. Mit dem SAS der Version 1 wird extern meist mit x4 Übertragungen gearbeitet, also stehen 4 mal 300 MB/s zur Verfügung. Selbst beim Anschluss von einem JBOD mit 16 Festplatten bleiben pro Festplatte dann noch 75 MB/s Übertragungsrate übrig. Mit SAS-2 hat sich der Durchsatz verdoppelt, also können selbst bei 32 Festplatten in einem JBOD die 75 MB/s erreicht werden. Und SAS-3 bietet nochmal eine Verdoppelung auf 12 Gbit/s an.


 
 

FAQ zum Thema SAS (Serial Attached SCSI)

Was ist SAS und wofür wird es im Rechenzentrum eingesetzt?

SAS (Serial Attached SCSI) ist ein Speicherschnittstellen- und Protokollstandard, der Server und Storage-Komponenten zuverlässig mit Festplatten (HDDs) und SSDs verbindet. Im Rechenzentrum wird SAS vor allem dort genutzt, wo planbare Leistung, hohe Verfügbarkeit und sauberes Fehlerhandling wichtiger sind als maximale Geschwindigkeit um jeden Preis. Typische Einsatzorte sind Rack-Server, Storage-Shelves, SAN-/NAS-Backends und Systeme mit vielen Laufwerken pro Controller. SAS ist enterprise-orientiert: Es unterstützt Funktionen für robuste Datenpfade, klare Verwaltung und Betrieb über große Laufwerkszahlen.

Worin unterscheidet sich SAS von SATA und warum ist das für Entscheider relevant?

SATA ist im Kern für kostengünstige, einfache Anbindungen ausgelegt, während SAS auf Rechenzentrumsanforderungen wie Redundanz, größere Topologien und stabilen Dauerbetrieb zielt. Ein wichtiger Punkt ist Dual-Porting: Viele SAS-Laufwerke können über zwei getrennte Pfade angebunden werden, was Ausfälle besser abfedert. Zudem ist das Protokoll-Fehlerhandling bei SAS typischerweise strenger und hilft, Probleme schneller zu erkennen und einzugrenzen. Für Entscheider bedeutet das: SAS ist oft teurer, kann aber Risiken, wie Ausfallzeit, Diagnoseaufwand und betriebliche Komplexität in kritischen Umgebungen senken.

Ist SAS ein Protokoll oder nur ein Stecker/Kabelstandard?

SAS ist beides: ein Protokoll und ein physischer Verbindungsstandard (Stecker, Kabel, Backplane-Signale). Das Protokoll regelt, wie Kommandos, Status und Fehler zwischen Host (z. B. RAID/HBA) und Laufwerken ausgetauscht werden. Die physische Ebene regelt, wie Bits über Leitungen übertragen werden und wie viele Verbindungen (Links) gebündelt werden können. In der Praxis ist das wichtig, weil man SAS nicht nur verkabelt, sondern auch logisch plant (Topologie, Pfadredundanz, Expander-Design).

Welche Bausteine gehören zu einer SAS-Umgebung im Server/Storage?

Typisch sind: ein Host-Adapter (HBA) oder RAID-Controller, eine Backplane im Server/Storage-Shelf, die Laufwerke (SAS HDD/SSD) und optional SAS-Expander. Der Controller ist die Steuerzentrale, die Backplane verteilt die Verbindungen zu den Bays, und der Expander erlaubt viele Laufwerke an wenigen Host-Ports (ähnlich wie ein Switch, aber für SAS-Links). In Storage-Shelves sind oft Expander-Module und zwei Controllerpfade üblich, um Redundanz zu erreichen. Für Planung und Betrieb ist entscheidend, wie viele Ports/Lanes zur Verfügung stehen und ob Dual-Pathing sauber umgesetzt ist.

Was ist ein SAS-Expander und wann brauche ich ihn?

Ein SAS-Expander erweitert die Anzahl der anschließbaren Laufwerke, indem er wenige eingehende SAS-Links auf viele ausgehende Links verteilt. Das wird relevant, wenn Sie deutlich mehr Laufwerke anbinden wollen, als Ihr HBA/RAID-Controller direkt ports/physische Links bereitstellt. Beispiel: Ein Controller mit 2× x4-Ports kann ohne Expander nur begrenzt viele Bays direkt bedienen. Mit Expander können Sie ein Shelf mit 24/60+ Laufwerken sinnvoll anbinden. Wichtig ist dabei, die Bandbreite zu planen: Ein Expander zaubert keine zusätzliche Gesamtbandbreite, sondern teilt sie auf. Für Entscheider heißt das: Expander sind ein Kosten-/Skalierungshebel, aber man muss Überbuchung (Oversubscription) bewusst managen.

Was bedeutet Dual-Porting und Dual-Pathing bei SAS und welche Vorteile hat das?

Viele SAS-Laufwerke besitzen zwei unabhängige Ports, über die sie gleichzeitig an zwei Pfade angebunden werden können (z. B. zu zwei Controllern). Dual-Pathing bedeutet, dass das System die Wege redundant auslegt, sodass beim Ausfall eines Controllers, Kabels oder Expanders der andere Pfad übernimmt. Das ist ein zentraler Unterschied zu vielen SATA-Setups und ein echter Verfügbarkeitsgewinn in kritischen Storage-Umgebungen. In der Praxis profitieren besonders Cluster- und HA-Speichersysteme, bei denen kein Single Point of Failure gefordert ist. Tipp: Prüfen Sie in Designs und Ausschreibungen explizit, ob Laufwerke und Backplane wirklich dual-ported/dual-pathed betrieben werden (und nicht nur theoretisch kompatibel sind).

Wie skaliert SAS-Performance, und welche Rolle spielen Lanes und Port-Breite?

SAS-Verbindungen bestehen aus physikalischen Links (den Lanes), die häufig zu x2/x4/x8-Verbindungen gebündelt werden. Mehr Lanes bedeuten mehr potenzielle Durchsatzkapazität zwischen Controller und Expander/Backplane – aber nur, wenn auch die Workloads und Laufwerke das nutzen. Im Rechenzentrum ist oft nicht der einzelne Link das Problem, sondern die Gesamttopologie: Wie viele Laufwerke teilen sich einen Upstream-Link über den Expander? Für Admins ist ein praktischer Ansatz, die erwarteten IOPS/Throughput-Profile zu kennen (random vs. sequential) und die Anbindung so zu dimensionieren, dass Engpässe nicht im Expander-Uplink entstehen. Beispiel: Viele schnelle SSDs hinter einem einzigen x4-Uplink können sich gegenseitig ausbremsen, obwohl jedes Laufwerk auf dem Papier schnell ist.

Ist SAS heute noch relevant gegenüber NVMe oder ist SAS Legacy?

SAS ist weiterhin relevant, weil es in vielen Rechenzentren eine stabile, gut beherrschte Plattform für große Laufwerkszahlen und hohe Verfügbarkeit ist. NVMe ist in der Spitze oft schneller und hat niedrigere Latenzen, erfordert aber je nach Architektur andere Backplanes, Switches, Design-Prinzipien und teilweise höhere Investitionen in Infrastruktur und Know-how. In vielen Umgebungen ist SAS die wirtschaftliche Wahl für Kapazitäts- und General Purpose-Storage (z.B. Log-Daten, Backup-Repos, Virtualisierungs-Datastores mit gemischten Profilen). Häufige Strategie: NVMe für Hot Data/Low-Latency-Workloads, SAS für skalierbare, robuste Kapazität und für Systeme, die Dual-Pathing in klassischer Storage-Architektur brauchen. Entscheidend ist also weniger alt vs. neu, sondern passender Technologie-Mix.

Kann ich SATA-Laufwerke an SAS anschließen und ist das sinnvoll?

Ja, viele SAS-Controller und Backplanes können SATA-Laufwerke betreiben, weil SAS-Host-Ports häufig SATA-Kommandos mitverstehen. Das ist praktisch, um günstige Kapazität (SATA HDD) in SAS-Enclosures zu nutzen, z.B. für Backup- oder Archiv-Pools. Allerdings verlieren Sie dabei einige SAS-Vorteile, etwa echtes Dual-Porting auf Laufwerksebene (SATA-Drives sind typischerweise single-ported). Außerdem kann sich das Fehlerverhalten und die Recovery-Charakteristik von Desktop-/Nearline-SATA von Enterprise-SAS unterscheiden. Tipp: Wenn SATA im SAS-Shelf genutzt wird, definieren Sie klare Einsatzgrenzen (z. B. nicht für latenzkritische Datenbanken, eher für Capacity Tier) und achten Sie auf geeignete Laufwerksklassen (NAS/Enterprise-SATA statt Consumer).

Wie hilft SAS im Fehlerfall und was sollten Admins beim Troubleshooting beachten?

SAS ist auf robusten Betrieb ausgelegt und liefert typischerweise klare Status- und Fehlerinformationen zwischen Controller, Expander und Laufwerken. Dadurch lassen sich Pfad-, Kabel- oder Laufwerksprobleme oft genauer isolieren als in einfachen Consumer-Setups. In der Praxis sollten Admins auf wiederkehrende Link-Resets, CRC-Fehler, Degraded-Meldungen, Timeout-Events und auffällige Rebuild-Zeiten achten. Das sind häufige Frühindikatoren. Ein guter Tipp ist, bei sporadischen Fehlern nicht nur das Laufwerk zu verdächtigen, sondern auch Kabel, Backplane-Ports und Expander-Firmware zu prüfen. Außerdem sollten Ereignisse aus Storage-Logs und Hardware-Telemetry zusammengeführt werden, damit man Ursache und Wirkung nicht verwechselt.

Wann ist SAS die richtige Wahl im Rechenzentrum?

SAS ist besonders passend, wenn Sie viele Laufwerke zuverlässig anbinden müssen, klare Betriebsprozesse wollen und hohe Verfügbarkeit wichtiger ist als die niedrigstmögliche Latenz. Typische Szenarien sind Virtualisierung mit gemischten Workloads, Datenbanken im Mainstream-Segment, Dateiservices, Backup-Targets und Kapazitäts-Storage mit guten Diagnose- und Redundanzanforderungen. SAS spielt seine Stärke aus, wenn die Plattform einfach laufen soll und Hardware-Ökosysteme (Server, Shelves, Controller) bereits standardisiert sind. Für Entscheider zählt hier oft die Gesamtrechnung: stabile Lieferketten, bekannte Betriebsmodelle, geringeres Integrationsrisiko. Wenn dagegen ultra-niedrige Latenz und maximale IOPS im Vordergrund stehen, ist NVMe häufig die bessere Primäroption.

Welche typischen Planungsfehler gibt es bei SAS-Rollouts und wie vermeidet man sie?

Ein häufiger Fehler ist, nur auf Laufwerksdaten zu schauen und die Uplink-Bandbreite über Expander zu unterschätzen. Das führt zu „Warum ist es in der Praxis langsamer?“. Ein weiterer Klassiker ist inkonsistente Redundanz: Dual-Controller vorhanden, aber Laufwerke/Backplane nur single-pathed angebunden, sodass im Fehlerfall doch ein Ausfall entsteht. Auch Firmware-Stände (Controller/Expander/Backplane) werden oft zu spät harmonisiert, was sich als sporadische Link-Probleme äußern kann. Vermeidung: Kapazitäts- und Performance-Budget gemeinsam planen (Workloadprofil + Topologie), Pfade physisch und logisch dokumentieren und vor Go-Live einen Failover-Test mit realistischen I/O-Lasten durchführen. Konkreter Tipp: In der Betriebsdoku festhalten, welche Fehlercodes/Events sofort handeln bedeuten und welche nur beobachtet werden – das beschleunigt Incident-Response.

 
 

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