Storage. Backup. Virtualisierung.
Serverless Backup · Version 1.9 · © Stor IT Back 2026
Serverless Backup bezeichnet im klassischen Storage- und SAN-Umfeld ein Backup-Verfahren, bei dem die eigentlichen Backup-Daten nicht über den Produktionsserver übertragen werden. Die Steuerung erfolgt weiterhin durch Backup-Software oder eine spezielle Hardware-Komponente, während der Datenstrom möglichst direkt zwischen Storage-System und Backup-Ziel übertragen wird. Ziel ist es, Produktionsserver und LAN vom Backup-Datenverkehr zu entlasten.
Das klassische Serverless Backup ist vom LAN-free Backup, vom heute verbreiteten Direct SAN Backup in virtualisierten Umgebungen und von modernen serverlosen Cloud-Architekturen zu unterscheiden. Die Konzepte verfolgen teilweise ähnliche Ziele, sind technisch jedoch nicht identisch.
Beim klassischen Serverless Backup werden die Backup-Daten so übertragen, dass der Produktionsserver möglichst nicht am eigentlichen Datentransport beteiligt ist. Voraussetzung ist typischerweise eine gemeinsame Storage-Infrastruktur, beispielsweise ein Storage Area Network (SAN).
Sind Storage-System und Backup-Hardware, beispielsweise eine Tape-Library, mit dem SAN verbunden, können Daten grundsätzlich direkt oder über einen speziellen Data Mover zwischen diesen Komponenten übertragen werden.
Die Backup-Software bleibt für die Steuerung, Katalogisierung und Überwachung des Sicherungsvorgangs verantwortlich. Das Wort serverless bedeutet daher nicht zwingend, dass überhaupt kein Server beteiligt ist. Vielmehr soll insbesondere der Produktionsserver vom eigentlichen Backup-Datenstrom entlastet werden.
Beim klassischen Netzwerk-Backup müssen die zu sichernden Daten zunächst vom Produktionsserver gelesen und anschließend über das LAN zum Backup-System übertragen werden. Dadurch entstehen zusätzliche Last auf CPU, Arbeitsspeicher, Netzwerk und Storage-Anbindung des Produktionsservers.
Auch beim LAN-free Backup wird das produktive LAN zwar vom Backup-Datenverkehr entlastet, der Produktionsserver ist jedoch weiterhin am Lesen und Transportieren der Daten beteiligt.
Beim Serverless Backup soll dagegen der Datentransport weitgehend vom Produktionsserver entkoppelt werden. Daraus ergeben sich insbesondere folgende Vorteile:
Die Begriffe Serverless Backup, LAN-free Backup und Direct SAN Backup werden teilweise ähnlich verwendet, beschreiben jedoch unterschiedliche Datenwege.
| Verfahren | Typischer Datenweg | Produktionsserver belastet? | Backup-Server beteiligt? |
|---|---|---|---|
| Klassisches Netzwerk-Backup | Produktionsserver → LAN → Backup-Server / Backup-Ziel | Ja | Ja |
| LAN-free Backup | Produktionsserver → SAN → Backup-Ziel | Ja, aber kein Backup-Datenstrom über das LAN | Zur Steuerung |
| Serverless Backup | Storage → SAN / Data Mover → Backup-Ziel | Nein oder nur minimal | Zur Steuerung und Katalogisierung |
| Direct SAN Backup | Storage → SAN → Backup-Proxy → Backup-Ziel | Hypervisor nur gering belastet | Ja, typischerweise als Backup-Proxy |
| Serverless Cloud Backup | Cloud-Dienst / Funktion → Cloud-Storage | Kein klassischer Backup-Server erforderlich | Cloud-Service übernimmt Funktionen |
Die Gemeinsamkeit dieser Verfahren besteht darin, den Backup-Datenverkehr möglichst effizient zu gestalten und produktive Systeme zu entlasten. Die technische Umsetzung unterscheidet sich jedoch erheblich.
Für ein klassisches Serverless Backup werden typischerweise ein Storage Area Network, ein Storage-System, ein Backup-Ziel wie eine Tape-Library, ein Server mit Backup-Software und eine Hardware- oder Software-Komponente benötigt, die den eigentlichen Transport der Backup-Daten übernimmt.
Diese Komponente wird häufig als Data Mover bezeichnet. Sie erhält von der Backup-Software Informationen darüber, welche Datenblöcke gelesen und an welches Backup-Ziel übertragen werden sollen.
In diesem Beispiel fließt der eigentliche Backup-Datenstrom nicht durch den Produktionsserver. Der Backup-Server koordiniert den Vorgang, verwaltet den Backup-Katalog und kontrolliert den Status der Sicherung.
Der Data Mover ist beim klassischen Serverless Backup für den eigentlichen Transport der Datenblöcke verantwortlich. Dabei kann diese Funktion je nach Architektur in unterschiedlichen Komponenten integriert sein, beispielsweise in:
Die Backup-Software muss weiterhin wissen, welche Dateien, virtuellen Festplatten oder Applikationsdaten gesichert werden sollen. Sie übersetzt diese logische Sicht in die für den Datentransport erforderlichen Informationen und überwacht den Sicherungsprozess.
Besonders bei dateibasierten Wiederherstellungen reicht es nicht aus, lediglich physische Blöcke zu kopieren. Die Backup-Software muss deshalb die Zuordnung zwischen Dateien, Dateisystemstrukturen und den gespeicherten Backup-Daten kennen und im Backup-Katalog verwalten.
In virtualisierten Umgebungen wird das Ziel einer möglichst geringen Belastung der Produktionsserver heute häufig über Backup-Proxys, Storage-Snapshots und direkte Storage-Zugriffe erreicht.
Das Verfahren entspricht nicht vollständig dem historischen Serverless Backup, verfolgt aber ein ähnliches Ziel: Der eigentliche Backup-Datenstrom soll nicht durch die produktiven virtuellen Maschinen und möglichst auch nicht durch den produktiven Hypervisor transportiert werden.
Eine typische Vorgehensweise besteht darin, zunächst einen Snapshot einer virtuellen Maschine oder eines Storage-Volumes zu erzeugen. Dieser konsistente Datenbestand kann anschließend einem Backup-Proxy oder einem anderen Sicherungssystem zur Verfügung gestellt und direkt zum Backup-Ziel übertragen werden.
Dadurch lassen sich große virtuelle Umgebungen sichern, ohne dass jede virtuelle Maschine ihren vollständigen Backup-Datenstrom selbst über das produktive Netzwerk übertragen muss.
Bei VMware vSphere kann für geeignete SAN-Umgebungen ein sogenannter Direct-SAN-Transport eingesetzt werden. Dabei erhält ein Backup-Proxy direkten Zugriff auf die Storage-LUNs, auf denen die virtuellen Maschinen gespeichert sind.
Die Backup-Software ermittelt über die VMware-Schnittstellen die zu sichernden virtuellen Festplatten und kann deren Daten über den SAN-Zugriff lesen. Der eigentliche Datenstrom muss dadurch nicht über den produktiven ESXi-Host übertragen werden.
Als SAN-Technologien kommen beispielsweise Fibre Channel oder iSCSI zum Einsatz. Je nach Backup-Software und Infrastruktur stehen außerdem andere Transportverfahren zur Verfügung.
Vor der Sicherung wird in vielen VMware-Backup-Konzepten ein Snapshot der virtuellen Maschine erzeugt. Die Backup-Anwendung kann anschließend die virtuellen Festplatten sichern und, sofern von der eingesetzten Software unterstützt, einzelne Dateien oder Applikationsobjekte katalogisieren und wiederherstellen.
Technisch handelt es sich hierbei eher um Direct SAN Backup beziehungsweise proxybasiertes Backup als um das klassische Serverless Backup. Die Zielsetzung ist jedoch vergleichbar: Produktionssysteme sollen möglichst wenig durch den Backup-Datenverkehr belastet werden.
Ein Serverless Backup ist technisch anspruchsvoller als ein klassisches Netzwerk-Backup. Die für den Datentransport zuständige Komponente muss wissen, welche Speicherblöcke gelesen und an welches Ziel übertragen werden sollen.
Ein Data Mover kennt normalerweise nicht automatisch die logische Struktur eines Dateisystems. Würde er lediglich physische Blöcke kopieren, wäre eine gezielte Wiederherstellung einzelner Dateien schwierig oder gar nicht möglich.
Die Backup-Software übernimmt deshalb weiterhin zentrale Aufgaben. Sie kennt die logischen Strukturen der zu sichernden Daten, verwaltet den Backup-Katalog und steuert den Data Mover. Damit können auch einzelne Dateien, virtuelle Maschinen oder andere Backup-Objekte gezielt wiederhergestellt werden.
Weitere Herausforderungen sind:
Daher sollte vor dem Einsatz immer geprüft werden, welche Kombinationen aus Storage-System, SAN-Komponenten, Backup-Software und Backup-Ziel vom jeweiligen Hersteller freigegeben sind.
Für klassische Serverless-Backup-Architekturen wurden und werden verschiedene Hardware-Lösungen eingesetzt. Funktionen für den Datentransport können beispielsweise in FC-SAS-Routern, Storage-Systemen oder Tape-Libraries integriert sein.
Gerade in Umgebungen mit Tape-Technologien ist die Kompatibilität zwischen Backup-Software, Tape-Library, Laufwerken, SAN-Komponenten und Storage-System von besonderer Bedeutung.
In modernen Umgebungen wird die gleiche Zielsetzung häufig mit Backup-Proxys, Storage-Snapshots oder integrierten Backup-Schnittstellen der Storage- und Virtualisierungsplattformen erreicht.
Im Cloud-Umfeld wird der Begriff serverless anders verwendet als beim klassischen Serverless Backup im SAN. Serverless bedeutet hier, dass Unternehmen keine eigenen Server für die jeweilige Funktion bereitstellen und administrieren müssen. Die zugrunde liegende Infrastruktur wird vom Cloud-Anbieter betrieben.
Für Datensicherungen können vollständig verwaltete Backup-Dienste oder ereignisgesteuerte Cloud-Funktionen eingesetzt werden. Individuelle Backup-Workflows lassen sich beispielsweise mit Function-as-a-Service-Technologien wie AWS Lambda, Azure Functions oder vergleichbaren Diensten realisieren.
Die Sicherung kann zeitgesteuert oder durch Ereignisse ausgelöst werden. Daten werden beispielsweise aus Cloud-Speichern, Datenbanken oder anderen Diensten gelesen und in einem definierten Backup-Speicher abgelegt.
Vorteile solcher Cloud-Architekturen können eine automatische Skalierung, geringerer Infrastrukturaufwand und eine flexible Abrechnung sein. Trotzdem müssen Administratoren Backup-Richtlinien, Berechtigungen, Verschlüsselung, Aufbewahrungsfristen und Wiederherstellungsverfahren sorgfältig planen.
Wichtig: Dieses moderne Serverless-Cloud-Konzept ist technisch nicht identisch mit dem klassischen Serverless Backup im Storage Area Network. Beide Konzepte haben jedoch gemeinsam, dass Backup-Prozesse möglichst von produktiven Servern oder dedizierter Infrastruktur entkoppelt werden sollen.
Serverless Backup bezeichnet im klassischen SAN-Umfeld ein Backup-Verfahren, bei dem der eigentliche Backup-Datenstrom möglichst nicht über den Produktionsserver übertragen wird. Storage-System, Data Mover oder Backup-Proxy übertragen die Daten direkt oder weitgehend direkt zum Backup-Ziel. Die Backup-Software übernimmt weiterhin Steuerung, Katalogisierung und Überwachung.
Storage-System, Backup-Ziel und die für den Datentransport verantwortliche Komponente sind mit einem Storage Area Network verbunden. Die Backup-Software bestimmt, welche Daten gesichert werden sollen, während ein Data Mover oder eine vergleichbare Komponente die Daten über das SAN zum Backup-Ziel transportiert.
Beim LAN-free Backup werden die Daten zwar nicht über das normale LAN übertragen, der Produktionsserver liest und transportiert die Daten jedoch weiterhin über das SAN. Beim klassischen Serverless Backup soll dagegen auch der Produktionsserver weitgehend vom eigentlichen Datentransport entlastet werden.
Nein. Der Begriff bedeutet nicht zwingend, dass überhaupt kein Server beteiligt ist. Ein Backup-Server kann weiterhin die Sicherung steuern, den Backup-Katalog verwalten und Wiederherstellungen koordinieren. Serverless beschreibt vor allem, dass der Produktionsserver nicht den eigentlichen Backup-Datenstrom transportieren muss.
Der Data Mover übernimmt den eigentlichen Transport der Backup-Daten zwischen Storage und Backup-Ziel. Die Backup-Software teilt ihm mit, welche Daten beziehungsweise Speicherblöcke übertragen werden sollen. Der Data Mover kann je nach Architektur Teil des Storage-Systems, einer Tape-Library, eines Routers oder eines Backup-Proxys sein.
Beim Direct SAN Backup greift ein Backup-Proxy direkt über das Storage Area Network auf die Storage-LUNs der VMware-Umgebung zu. Die Backup-Software nutzt die VMware-Schnittstellen, um die virtuellen Festplatten zu sichern. Dadurch muss der eigentliche Datenstrom nicht über den produktiven ESXi-Host übertragen werden.
Ja, genau darin liegt einer der wichtigsten Vorteile. Der Produktionsserver ist nicht oder nur gering am eigentlichen Backup-Datentransport beteiligt. Dadurch werden CPU, Arbeitsspeicher, Netzwerkschnittstellen und Storage-Anbindung des produktiven Systems weniger belastet.
Ja. Klassische Serverless-Backup-Konzepte wurden insbesondere für SAN-Umgebungen mit Tape-Libraries entwickelt. Voraussetzung ist eine kompatible Infrastruktur, in der Storage-System, Data Mover, Tape-Library und Backup-Software den direkten beziehungsweise serverentlasteten Datentransport unterstützen.
Serverless Backup kann eine komplexe SAN-Konfiguration und eine enge Abstimmung zwischen Backup-Software, Storage, Tape-Hardware und weiteren Komponenten erfordern. Auch Kompatibilitäten, Zoning, Berechtigungen und unterstützte Firmware-Versionen müssen berücksichtigt werden.
In der Cloud bezeichnet serverless ein anderes Konzept. Unternehmen betreiben dabei keinen eigenen Server für die jeweilige Backup-Funktion. Stattdessen übernehmen verwaltete Cloud-Dienste oder Function-as-a-Service-Plattformen die Ausführung und Skalierung. Dieses Cloud-Konzept ist technisch nicht mit dem klassischen Serverless Backup im SAN identisch.
Ja. Unabhängig vom verwendeten Backup-Verfahren sollte regelmäßig geprüft werden, ob gesicherte Daten tatsächlich wiederhergestellt werden können. Restore-Tests helfen, Fehler in Backup-Jobs, Berechtigungen, Katalogen, Medien oder Wiederherstellungsprozessen frühzeitig zu erkennen.
Wir können Ihnen auch auf diesem Gebiet verschiedene Lösungen anbieten, wir beraten Sie gerne.







