Storage. Backup. Virtualisierung.
Cloud-Datensicherung - BaaS oder DRaaS · Version 1.8 · © Stor IT Back 2026
Cloud-Backup bezeichnet die automatisierte Sicherung von Daten über ein Netzwerk in ein räumlich getrenntes Rechenzentrum oder eine Cloud-Umgebung. Unternehmen erhalten damit eine externe Sicherungskopie, die bei Datenverlust, Hardwareausfall, Ransomware oder einem Ausfall des eigenen Standorts für die Wiederherstellung genutzt werden kann.
Bei Backup as a Service (BaaS) steht die Sicherung und Wiederherstellung von Daten, Anwendungen oder Systemen im Mittelpunkt. Disaster Recovery as a Service (DRaaS) geht darüber hinaus: Im Notfall können komplette Systeme oder virtuelle Maschinen in einer alternativen Infrastruktur gestartet und weiterbetrieben werden.
Auf dieser Seite erklären wir die Unterschiede zwischen BaaS und DRaaS, Anforderungen an Verschlüsselung und unveränderbare Backups sowie die Auswirkungen von Bandbreite und Datenmenge auf Backup und Restore.
Ja – ein Cloud-Backup kann die Folgen eines Ransomware-Angriffs deutlich begrenzen, wenn die Sicherung vom Produktivsystem getrennt und gegen nachträgliches Löschen oder Verändern geschützt ist. Besonders wichtig sind unveränderbare Backups (Immutable/WORM), getrennte Administrationskonten, MFA, ausreichend lange Aufbewahrungszeiten und regelmäßig getestete Restores.
Es kommt aber darauf an, wie
gut die Hacker sind. Wenn der Hacker an die Zugangsdaten des Cloud-Backups herankommt, dann kann er die Daten
auch in den meisten Fällen einfach löschen. Den Zugriff auf die Backup-Daten hat er ja spätestens auf dem Backup-Server. Also muss für diesen Fall noch mehr
Vorsorge getroffen werden. Die Daten müssen für eine bestimmte Zeit beim Dienstleister gesperrt werden und das ohne wenn und aber. Der Account darf also
nicht einfach löschbar sein und alle Daten werden dann auch gelöscht. Also ein echter WORM-Datenbestand beim Dienstleister, der sich auch remote nicht
deaktivieren lassen darf.
Ist eine WORM-Sicherung mit einer entsprechend langen Sperrfrist vorhanden, dann ist die Sicherung sehr gut gegen den Hacker geschützt.
Backup as a Service (BaaS) und Disaster Recovery as a Service (DRaaS) verfolgen unterschiedliche Ziele. Bei BaaS steht die Sicherung und Wiederherstellung von Daten, Anwendungen und Systemen im Mittelpunkt. DRaaS geht einen Schritt weiter: Hier soll nach einem schwerwiegenden Ausfall die gesamte IT-Umgebung möglichst schnell wieder betriebsbereit zur Verfügung stehen.
In beiden Fällen werden Backup-Daten räumlich vom produktiven System getrennt gespeichert, beispielsweise in einem entfernten Rechenzentrum oder einer Cloud-Umgebung. Damit befinden sich Produktivdaten und Sicherungskopien in unterschiedlichen Brandabschnitten bzw. an unterschiedlichen Standorten. Das schützt unter anderem vor Brand, Hochwasser, Diebstahl und dem vollständigen Ausfall eines Standorts.
| Merkmal | BaaS | DRaaS |
|---|---|---|
| Bedeutung | Backup as a Service | Disaster Recovery as a Service |
| Hauptziel | Daten, Anwendungen und Systeme sichern | IT-Betrieb nach einem Ausfall wiederherstellen |
| Typische Wiederherstellung | Dateien, Ordner, Datenbanken, Anwendungen oder virtuelle Maschinen | Komplette Server, virtuelle Maschinen und Anwendungen in einer alternativen Infrastruktur |
| Fokus | Datensicherung, Versionierung und Aufbewahrung | Disaster Recovery und schnelle Wiederaufnahme des IT-Betriebs |
| Wichtige Kennzahlen | Backup-Frequenz, Retention und RPO | RPO und insbesondere RTO |
| Typische Einsatzfälle | Versehentliches Löschen, Datenverlust, defekte Systeme, Ransomware oder beschädigte Daten | Brand, Hochwasser, Hardwareausfall, Cyberangriff oder vollständiger Standortausfall |
Bei Backup as a Service (BaaS) werden Daten oder komplette Systeme regelmäßig gesichert und auf einer externen Infrastruktur gespeichert. Im Fehlerfall können beispielsweise einzelne Dateien, Datenbanken, Anwendungen oder virtuelle Maschinen aus dem Backup wiederhergestellt werden.
Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die Sicherungsdaten automatisch an einen räumlich getrennten Standort übertragen werden. Eine manuelle Auslagerung von Sicherungsmedien, wie sie beispielsweise bei einer Tape-Sicherung notwendig sein kann, entfällt.
Bei Disaster Recovery as a Service (DRaaS) steht nicht nur die Wiederherstellung einzelner Daten im Mittelpunkt. Betrachtet wird die gesamte für den Betrieb notwendige IT-Umgebung, beispielsweise Server, virtuelle Maschinen, Anwendungen und Netzwerkkomponenten.
Im Katastrophenfall können gesicherte Systeme beispielsweise direkt in der Infrastruktur des DRaaS-Providers wiederhergestellt und gestartet werden. Damit kann der IT-Betrieb fortgesetzt werden, auch wenn die eigene Hardware oder der komplette Standort vorübergehend nicht verfügbar ist.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vor allem von den Anforderungen an die Wiederherstellung ab. Soll hauptsächlich sichergestellt werden, dass Daten und Systeme zuverlässig gesichert und bei Bedarf wiederhergestellt werden können, steht BaaS im Vordergrund.
Muss ein Unternehmen dagegen nach einem größeren Ausfall innerhalb einer definierten Zeit wieder arbeitsfähig sein, wird DRaaS relevant. Dabei spielen insbesondere die vereinbarte Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO) eine wichtige Rolle.
In der Praxis werden BaaS und DRaaS häufig miteinander kombiniert: Das Backup sorgt für die langfristige Sicherung und Wiederherstellbarkeit der Daten, während Disaster Recovery die schnelle Wiederaufnahme des IT-Betriebs nach einem größeren Ausfall ermöglicht.
Schauen wir uns das Prinzip vom Backup as a Service oder Disaster Recovery as a Service mal etwas genauer an: In unserem Beispiel nutzen wir einen kleinen Server in einem Büro mit typischen Office-Daten und E-Mails. Das Büro ist über einen DSL-Anschluss mit dem Internet verbunden. Jetzt sollen die Daten auf dem kleinen Server gesichert werden. Als erstes muss ein Dienstleister gefunden werden, der ein Cloud-Backup anbietet. Dieser stellt meist auch die Backup-Software (also den Agent für den "kleinen Server") zur Verfügung und einen Speicherplatz für die Daten. Dieser Backup-Software-Agent wird auf dem Server installiert und konfiguriert. Wichtig ist hierbei das Passwort bzw. der Schlüssel für die Verschlüsselung der Daten. Es muss lang und komplex genug sein, denn dieses Passwort bzw. der Schlüssel stellt den Schutz der Daten sicher. Ab jetzt können die Daten über den DSL-Anschluss und das Internet zum Backup-Provider geschickt werden. Dieser verwaltet die Daten gemäß der Konfiguration der Backup-Software. Im Normalfalle ist dieses Verfahren automatisierbar, Sie bekommen eine Statusmeldung pro Tag, müssen sich aber nicht jedes Mal beim Provider einloggen und nachschauen.
Sollte jetzt versehentlich eine Datei auf dem Server gelöscht worden sein, so muss nur die Backup-Software gestartet werden, das Passwort eingegeben und die Datei gesucht und wiederhergestellt werden. Oder eine Datei ist versehentlich geändert worden, jetzt brauchen Sie einen alten Stand. Auch da kann Ihnen die Internet-Datensicherung helfen. Wurde bei der Konfiguration eingestellt, dass zum Beispiel immer 5 Versionen vorgehalten werden sollen, so kann auch auf eine alte Version zurückgegangen werden.
Eine ganz entscheidende Frage bei einer Online-Datensicherung. Der Performance-Engpass wird sicherlich nicht beim Backup-Provider liegen, sondern auf dem Weg vom Kunden ins Internet. In vielen Fällen werden immer noch DSL (ADSL, SDSL, VDSL) Leitungen genutzt, aber auch für Glasfaseranschlüsse gilt es entsprechend.
Bei einem asymmetrischen Internetanschluss ist der Upload häufig langsamer als der Download. Für ein Cloud-Backup ist vor allem der Upload entscheidend. Bei einem Anschluss mit beispielsweise 100 Mbit/s Download und 40 Mbit/s Upload stehen für die Sicherung theoretisch maximal etwa 5 MB/s zur Verfügung.
Was bedeutet das jetzt für das Cloud-Backup? Für die Datensicherung müssen wir den "Rückweg" der ADSL-Leitung nutzen, also die geringe Performance. Wie hilft uns dabei die Backup-Software diesen Nachteil zu umgehen? Die Software hat einen entscheidenden Einfluss auf den Durchsatz. Zum einen überträgt die Software nur geänderte Blöcke der Daten (das ist aber nicht immer der Fall, es ist abhängig von der verwendeten Software). Ein Beispiel: Wir verändern eine große Datei, fügen aber nur am Ende etwas hinzu. Die Backup-Software erkennt dies und weiß, dass die Anfangsdaten schon übertragen wurden, also muss in der neuen Sicherung nur die Änderung verschickt werden. Im normalen Betrieb wird die Datenmenge also in den meisten Fällen sehr gering sein.
Schauen wir uns den Durchsatz bei einer ADSL 100 MBit/s Leitung einmal genauer an. Für den entscheidenden "Rückweg" haben wir maximal 40 Mbit/s zur Verfügung. Macht umgerechnet in etwa 5 MB pro Sekunde in der Theorie. Was bedeutet dies in greifbaren Zahlen? Haben wir in der Nacht von 20:00 bis 08:00 Uhr Zeit für ein Backup, also für 12 Stunden die ADSL-Verbindung zur Verfügung, so können wir knapp 216 GB sichern (im Idealfalle, wird in der Praxis nicht klappen). Sicherlich schon eine ganze Menge, wenn es sich um Office Dateien handelt. Auch einige Fotos oder gar Videos lassen sich so übertragen.
Aber bisher haben wir nur die Änderungen in einem Arbeitstag betrachtet. Bei der ersten Sicherung müssen ja erst einmal alle Daten übertragen werden. Das ist richtig, dafür könnte man dann ein Wochenende nehmen. Von Freitag 20:00 Uhr bis Montag 08:00 Uhr stehen 60 Stunden zur Verfügung, da lassen sich bis zu 1000 GB übertragen, das sind immerhin schon einiges. Müssen deutlich mehr Daten übertragen werden, so bieten viele Backup-Provider den Datenversand auf Festplatte an. Die ersten Backup-Daten werden z.B. auf eine USB-Festplatte übertragen, zum Provider geschickt und dieser kopiert die Daten in Ihren Bereich. Die Daten werden natürlich schon auf der Festplatte von Ihnen verschlüsselt. So sind auch Datenmengen von 10 TB und mehr machbar.
Bisher haben wir nur über die Sicherung gesprochen. Was ist aber mit dem Restore, der Rücksicherung? Da kommt der Vorteil von ADSL zum Zuge, der "Hin-Kanal" ist wesentlich schneller, in unserem Beispiel 100 Mbit/s. Rechnen wir es wieder um, so erreichen wir ca. 12 MB/s. Damit können bis zu 43 GB pro Stunde erreicht werden. Sollten also 20 GB an Daten gelöscht worden sein (das entspricht immerhin über 30 CDs), so können diese innerhalb einer halben Stunde wiederhergestellt sein (bei idealem Durchsatz).
Sollen wesentlich mehr Daten gesichert werden, so sind konventionelle Ansätze der Datensicherung
kaum mehr möglich. Selbst eine incremental forever Lösung (es wird keine Vollsicherung im laufenden
Betrieb benötigt) kann dann nicht mehr helfen. Es werden einfach pro Tag zu viele Daten geändert,
das Backupfenster in der Nacht reicht nicht mehr aus. Jetzt könnte noch der Durchsatz der Leitung
vergrößert werden, aber das scheitert meist an den Kosten.
Dann kann ein zweistufiges Konzept helfen: Im ersten Schritt werden die Daten lokal
auf ein Proxysystem gesichert. Dieses Proxysystem gleicht sich dann mit dem remote System
über das Internet ab. Jetzt können wesentlich mehr Funktionen zur Reduktion der Datenmenge
genutzt werden. Jetzt müssen zum Beispiel Blöcke, die schon einmal übertragen wurden, nicht
noch einmal übertragen werden. Weiterhin können die zu übertragenden Blöcke komprimiert werden,
das Proxysystem übernimmt die Rechenleistung. Weiterhin können die Fenster für die Übertragung
effektiver ausgenutzt werden. Sollte am Tage die Leitung nicht vollständig genutzt werden, so kann
sie zusätzlich mit den Backup-Daten belastet werden. Bei diesen Systemen sind diese
Parameter (Zeitfenster, QoS) einstellbar.
So lassen sich ganze Rechenzentren über normale Internet-Verbindungen sichern. Ein weiterer Vorteil des
lokalen Proxy: Sind die Daten auf dem lokalen Proxy noch verfügbar, so kann der
Restore direkt ohne Belastung der Internet-Verbindung durchgeführt werden.
Aber was passiert dann im K-Fall? Sollen die Daten wieder ins eigene Haus kommen, so bietet sich dann nur die Festplatte oder SSD an. Also
der Provider kopiert die Daten auf Festplatte(n) und schickt sie mit einem Kurier. Sie kopieren die Daten direkt von der
Festplatte in Ihr eigenes Netzwerk (das muss die Software und der Provider natürlich unterstützen).
Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit: Warum ist ein K-Fall eingetreten? Entweder wurde die Hardware zerstört oder gar die Infrastruktur, also
der Raum oder das Gebäude. Dann bringen die Daten im Haus auch nicht viel, da erst Hardware eingekauft werden muss. Da können
die Backup-Provider auch helfen. Warum nicht einfach die kompletten Server im Rechenzentrum des Providers restoren? Ideale Geschwindigkeit,
die Hardware ist vorhanden und kann sofort genutzt werden. Aber wie funktioniert das? Sind es zum Beispiel virtuelle Maschinen in der
Sicherung, dann werden die VMs einfach wiederhergestellt (z.B. Instant Recovery) und gestartet. Physikalische Maschinen müssen
erst in eine virtuelle Maschine gewandelt werden und auch diese sind dann sofort startbar. Ideal, Sie können in Ruhe die Hardware
beschaffen und die Daten dann Stück für Stück ins eigene Rechenzentrum zurückbringen.
Kann das jeder Cloud-Provider? Ein ganz klares NEIN, das muss natürlich vorher vertraglich abgesichert werden. Ihr DRaaS-Provider
muss ja auch die Ressourcen vorrätig haben, um Ihre Umgebung vollständig restoren zu können. Und das betrifft ja nicht nur die Hardware,
sondern auch das Personal, um zum Beispiel Anpassungen vornehmen zu können.
Wenn das alles berücksichtigt und vertraglich zugesichert wird, dann hat ein Unternehmen eine extrem schnelle K-Fall Recovery für quasi
jeden Fall.
Wichtig ist beim Cloud-Backup die Verschlüsselung der Daten. Die Verschlüsselung
muss hinreichend sicher sein. Je nach Anforderung bieten die Backup-Provider
und die Softwarehersteller unterschiedliche Methoden an. Dabei ist es wichtig, dass Verschlüsselungsverfahren und Schlüsselmanagement so sicher ausgelegt sind,
dass die internen und rechtlichen Anforderungen des Unternehmens erfüllt werden.
Und eines ist bei der Verschlüsselung
in der Datensicherung in der Cloud sehr wichtig: Nur der Kunde darf den Schlüssel besitzen.
So ist sichergestellt, dass auch der Provider die Daten nicht nutzen kann. Der
Provider verwaltet zwar die Daten, macht seinerseits Sicherungen und Kopien,
kann aber nie den Inhalt der Daten erkennen. Das Einzige, was der Backup-Provider
von den Daten kennen muss, ist der Zeitpunkt und natürlich von welchem Kunden die Sicherung ist.
Schauen wir uns einmal ein konventionelles Backup an: Die Daten werden von einem Server (oder PC) auf ein Bandlaufwerk, eine Festplatte oder ein anderes Medium gespeichert. Die Hard- und Software muss gekauft werden, sie muss konfiguriert und auch betrieben werden. Das bedeutet zum richtigen Zeitpunkt Bänder oder gar CDs wechseln, beschriften und lagern. Die Bänder bzw. CDs müssen in ausreichender Menge vorhanden sein und von Zeit zu Zeit auch mal ausgetauscht werden. Beim konventionellen Backup haben wir die Anschaffungskosten und die Betriebskosten. Und natürlich viele Fehlerquellen durch falsche oder unvollständige Bedienung.
Bei der Internet-Datensicherung muss die Software angeschafft werden, dies ist aber meist in den laufenden Kosten des Backup-Providers enthalten. Sie zahlen also nur das, was Sie auch aktuell nutzen. An weiteren laufenden Kosten kommt nichts hinzu. Die Beschaffung der Bänder und die Bereitstellung des Festplattenplatzes übernimmt der Backup-Provider für Sie. Nun ja, die Glasfaser oder DSL bzw. Festverbindung kommt noch als Kosten für das Cloud-Backup hinzu. Aber ja nur der höhere Durchsatz, bzw. besserer Tarif, eine Internet-Verbindung hat man ja sowieso.
Nehmen wir mal den K-Fall als Beispiel: Nach einem Brand oder Hochwasser sind sämtliche EDV-Geräte zerstört. Die Versicherung zahlt zwar den Schaden, was ist aber mit den Daten? Bei einer konventionellen Sicherung lagen die Sicherungsmedien (Bänder, CDs oder externe Festplatten) wahrscheinlich in der Nähe des Servers, oder? Na ja, eigentlich sollte sie sicher im Banktresor liegen, leider vergessen. Das kann bei der Online-Datensicherung nicht passieren. Die Daten sind immer in einem entfernten Rechenzentrum und werden auch dort nochmals gesichert. Ein klarer Vorteil der Internet-Dateisicherung. Einfach, automatisch und sicher.
Wer ist ein typischer Kunde für die Internet-Datensicherung als BaaS und DRaaS? Das beginnt bei
Privathaushalten mit einem PC, geht über Selbstständige und mittelständische Unternehmen und endet bei Großunternehmen.
Privathaushalt:
In den Zeiten der Digitalfotografie sind die
Bilder nicht mehr auf Papier vorhanden, sondern nur noch auf dem Rechner. Fällt
dieser aus oder ist die Festplatte defekt, dann sind die Bilder verloren, für
immer. Und meist handelt es sich um unwiederbringliche Urlaubserinnerungen oder
die Hochzeitsbilder oder .... Einfach die Backup-Software installieren, Sicherung
konfigurieren und automatisch werden die neuen Dateien zum Provider gesichert.
Natürlich auch dort verschlüsselt und sicher. Bei jedem Smartphone wird es schon angeboten und auch
häufig genutzt, denn was sind alles an Daten auf diesen Geräten.
Kleine und mittelständische Unternehmen:
Wichtig ist die Datensicherung aber gerade bei Unternehmen. Jede Firma mit
einer EDV (und das ist heutzutage ja wirklich jedes auch noch so kleine Unternehmen)
muss gesetzliche Vorgaben erfüllen. Werden die Rechnungen zum Beispiel
mit der EDV erstellt, die Buchhaltung vorbereitet und durchgeführt, dann
müssen alle diese Daten auch gesichert werden. Sollten die Daten verloren
gehen und die Steuerprüfung meldet sich an, könnte es bis zur Steuerschätzung
kommen. Aber nicht nur die gesetzlichen Vorgaben sind wichtig. Was passiert
wenn Ihre gesamten Kundendaten verloren gehen? Wer hat gezahlt? Wer hat noch
offene Rechnungen? Wo sind die Vorlagen über Angebote, Lieferscheine und
Rechnungen? Was sagt Ihr Kunde, wenn Sie die Präsentation verloren haben
oder die Druckvorlagen sind nicht rechtzeitig fertig?
Alle diese Dateien sind wichtig für das sichere Fortbestehen eines Unternehmens.
Und die EDV kann schnell ausfallen, egal ob Diebstahl, Brand oder Wasserschaden.
Oder einfach nur eine defekte Festplatte.
Größere Unternehmen:
In dieser Unternehmensgröße betreut eine IT-Abteilung das Unternehmen. Ein lokales Backup wird durchgeführt und die
Daten werden in der ersten Stufe meist auf Festplatten und später auf Bänder gesichert. Ist am Standort aber nur ein
Brandabschnitt oder ein Gebäude vorhanden, dann müssen die Bänder ausgelagert werden. Dafür gibt es
professionelle Datenarchive mit einer Logistik, die Bänder abholt und wieder zurück bringt. Aber
warum müssen die Daten ausgelagert werden? Brand und Wasserschaden sind gute Stichwörter:
In einem Gebäude können dann Backupdaten und die produktiven aktiven Daten vernichtet werden.
Bei einem Cloud-Backup sind die Daten aber noch in
einem weit entfernten Rechenzentrum vorhanden. Auch wenn der Restore etwas länger dauern wird,
die Daten sind aber noch alle vorhanden. Also auch ein idealer Schutz vor Katastrophen (K-Fall Vorsorge)
und damit auch in der Kombination mit einem lokalen Backup sehr gut nutzbar.
Cloud Backup ist eine geplante, automatisierte Datensicherung, die Versionen vorhält und gezielt eine Wiederherstellung (Restore) ermöglicht. Cloud-Speicher ist primär zum Synchronisieren und Teilen von Dateien gedacht – wenn etwas versehentlich gelöscht oder verschlüsselt wird, synchronisiert sich der Fehler oft mit. Ein Backup-System kann dagegen auf frühere Stände zurückspringen und bietet typischerweise klar definierte Aufbewahrungszeiten (Retention). Beispiel: Eine Ransomware verschlüsselt Dateien – beim Sync sind die verschlüsselten Dateien der einzige Stand, beim Backup können Sie den Stand von gestern wiederherstellen.
BaaS (Backup as a Service) sichert Daten, Anwendungen und Systeme und ermöglicht deren Wiederherstellung. DRaaS (Disaster Recovery as a Service) geht einen Schritt weiter: Im Notfall können komplette Systeme in einer alternativen Infrastruktur wiederhergestellt und betrieben werden. BaaS konzentriert sich damit auf die Datensicherung, DRaaS auf die schnelle Wiederaufnahme des IT-Betriebs.
RAID und Replikation erhöhen Verfügbarkeit, aber schützen nicht zuverlässig vor logischen Fehlern: versehentliches Löschen, fehlerhafte Updates, Insider-Aktionen oder Malware werden oft sofort mit repliziert. Backup bedeutet: getrennte Sicherungskopien, idealerweise unveränderbar (immutable) und zeitlich versioniert. Ein NAS kann Teil der Backup-Strategie sein, ersetzt aber kein echtes Backup-Konzept. Praxis-Tipp: Denken Sie an Wiederherstellbarkeit statt nur an Speicherplatz.
Die 3-2-1-Regel heißt: 3 Kopien der Daten, auf 2 unterschiedlichen Medien/Orten, davon 1 Kopie extern/offsite. In der Cloud kann das z.B. so aussehen: Produktivdaten + lokales Backup (z. B. Backup-Repository im Rechenzentrum) + Cloud-Kopie in einem separaten Cloud-Tenant oder einer anderen Region. Wichtig ist, dass mindestens eine Kopie gegen Manipulation geschützt ist (z.B. Write Once Read Many/Immutable). Ein konkretes Szenario: Backup lokal für schnelle Restores, zusätzlich tägliche Kopie in die Cloud für Katastrophenfälle.
Sichern sollten Sie alles, was geschäftskritisch ist oder regulatorisch relevant: Server/VMs, Datenbanken, Fileshares, SaaS-Daten (M365), Konfigurationen, sowie Identity- und Schlüsselmaterial (mit besonderem Schutz). Große, leicht reproduzierbare Daten (z. B. Software-Installationsmedien) brauchen oft keine lange Aufbewahrung, sondern eher „bei Bedarf“ oder per Paketmanagement. Für sehr sensible Daten kann ein hybrider Ansatz sinnvoll sein: Verschlüsselt in die Cloud oder nur Metadaten/Backups ohne personenbezogene Inhalte. Tipp: Starten Sie mit einer Datenklassifizierung (kritisch, wichtig, nice-to-have) und leiten Sie daraus Backup-Frequenz und Retention ab.
Wichtig sind unveränderbare Backups (Immutable/WORM), getrennte Zugänge und starke Authentifizierung (MFA). Zudem sollten Backup-Accounts nicht dieselben Rechte haben wie Admins im Produktivsystem, damit ein kompromittiertes Konto nicht alles löschen kann. Ein gutes Backup erkennt auffällige Änderungen (z.B. plötzliche Datenverschlüsselung) und kann Alarm schlagen. Praxis-Beispiel: Ein Backup-Admin-Konto mit MFA, getrenntem Passwort-Tresor und nur den minimal nötigen Rechten, plus Immutable Retention von z. B. 14–30 Tagen.
Löschen und Retention-Anpassungen sollten nur wenigen Personen erlaubt sein und idealerweise ein 4-Augen-Prinzip erfordern (z. B. Freigabe-Workflow). Technisch helfen Rollenmodelle (RBAC), getrennte Mandanten/Tenants und Audit-Logs. In vielen Unternehmen funktioniert Break-Glass-Zugriff: Ein Notfallkonto, das selten benutzt wird, stark abgesichert ist und dessen Nutzung sofort auffällt. Tipp: Definieren Sie klare Verantwortlichkeiten (z. B. Backup-Owner, Security-Owner, Freigabe) und prüfen Sie die Logs regelmäßig (am besten automatisch!).
Ja, Verschlüsselung ist heute praktisch Pflicht: beim Transport (TLS) und im Speicher (at rest). Entscheidend ist das Schlüsselmanagement: Wenn der Provider den Schlüssel verwaltet, ist es bequem, aber Sie geben Kontrolle ab; bei kundenseitigen Schlüsseln (BYOK/HYOK) haben Sie mehr Hoheit, aber auch mehr Verantwortung. Wichtig ist, dass Schlüssel gesichert, dokumentiert und zugriffs- sowie lebenszyklusgerecht verwaltet werden. Praxis-Tipp: Legen Sie fest, wie Sie im Worst Case wieder an die Schlüssel kommen (Notfallprozess), sonst sind Backups im Ernstfall nicht wiederherstellbar.
Ein Restore kann auf Dateiebene (einzelne Dateien), Applikationsebene (z. B. Datenbank) oder Systemebene (VM/Server komplett) erfolgen. Entscheidend ist, dass Restore-Schritte dokumentiert und regelmäßig geübt werden – inklusive Zugriff auf Credentials, Schlüssel und Netzwerkpfade. Ein häufiger Stolperstein sind Abhängigkeiten: DNS, Identity, Lizenzserver oder Netzwerksegmente. Tipp: Planen Sie mindestens quartalsweise Restore-Tests: einmal klein (Datei/DB) und einmal groß (System/Anwendung), und protokollieren Sie Zeit, Probleme und Lessons Learned.
Kosten entstehen meist durch gespeichertes Datenvolumen, API/Operationen und insbesondere durch Datenabzug (Egress) bei großen Restores – je nach Anbieter und Tarif. Bandbreite beeinflusst, wie schnell Backups hoch- und Restores herunterlaufen; bei großen Datenmengen helfen Deduplizierung und Komprimierung (Daten werden effizienter übertragen und gespeichert). Zusätzlich können Sie mit Backup-Fenstern, Priorisierung und Seed-Strategien arbeiten (erstes Vollbackup lokal, dann inkrementell in die Cloud). Tipp: Kalkulieren Sie immer einen realistischen Disaster Restore mit ein – also wie teuer und wie lange es dauert, 5–20 TB zurückzuholen.
Backups enthalten oft personenbezogene Daten – damit gelten Datenschutzanforderungen wie Zweckbindung, Zugriffsschutz und Löschkonzepte (so weit möglich). Gleichzeitig können gesetzliche Aufbewahrungsfristen (z.B. für geschäftliche Unterlagen) längere Retention verlangen, was in Konflikt mit Löschen auf Wunsch wirken kann – hier braucht es klare Regeln und Dokumentation. Datenstandorte (Regionen) sind wichtig für rechtliche Anforderungen und Latenz; zusätzlich sind Verträge wie AVV/DPA (Auftragsverarbeitungsvertrag/Data Processing Agreement) und Subprozessoren relevant. Praxis-Tipp: Legen Sie fest, welche Datenklassen in welche Region dürfen, wie lange sie aufbewahrt werden und wer Zugriff hat – und dokumentieren Sie das in einer kurzen Backup-Governance.
Wichtig ist der Durchsatz der Internet-Verbindung. Ist dies ausreichend für die tägliche Sicherung und bekommt man einen Restore auch schnell genug durch. Diese Werte sollte man durch Messungen ermitteln und mit den Vorgaben des Unternehmens vergleichen.







