Das NAS-System ist entstanden, weil der Speicherbedarf der PC-Clients im Windows-Zeitalter stetig gestiegen ist. Eine dezentrale Aufrüstung der PCs mit eigenen Festplatten macht immer dann keinen Sinn, wenn mehrere Personen auf die Daten zugreifen müssen. Ein einfaches Beispiel: Ein Buchhalter schreibt eine Rechnung an einem PC und ein anderer Buchhalter möchte diese Rechnung am nächsten Tag für einen Kunden ausdrucken. Wenn diese Rechnung auf der lokalen Festplatte des einen Buchhalters liegt, kann der zweite sie nicht ausdrucken, bzw. er muss zu dem PC des Kollegen. Einfach wird die ganze Sache, wenn alle Daten zentral auf einem System liegen, auf das alle Zugriff haben, die dieselben Daten benötigen. Wichtig ist hierbei jedoch, dass nicht jeder Zugriff auf alle Daten bekommt. Dies muss, gerade bei größeren Firmen, administrierbar bleiben.
Ein NAS-System ist der Speicherplatz für die Clients im Netzwerk. Diese erreichen
ihren Speicherplatz über das LAN (Local Area Network) oder das WAN (Wide Area
Network). Das heißt anders als beim DAS-System ist die Hauptverbindung für ein
NAS das Netzwerk, heute meist Ethernet.
Intern ist ein NAS-System wie ein
Server aufgebaut. Die wichtigsten Bestandteile sind die Netzwerkkarte, der Raid-Controller
und die Festplatten. Diese Bestandteile bestimmen die Qualität des Gesamtsystems
und natürlich auch den Preis. Nicht zu vergessen sind natürlich die NAS-Software
und das Betriebssystem. Beide bestimmen Performance und Verfügbarkeit entscheidend
mit. Für die Hardware werden einmal Standard-Server eingesetzt, zum anderen
spezielle Komponenten, die nur für den Einsatz in NAS-Systemen entwickelt
wurden. Für Standard-Hardware spricht einmal der Preis und zum anderen
auch die allgemeine Verfügbarkeit. Fällt der Speicher aus, so kann
er leicht ersetzt werden, ebenso andere Komponenten. Damit lassen sich kostengünstige
und trotzdem leistungsfähige Systeme aufbauen. Der Vorteil für spezielle
NAS-Server ist die 100 % Kompatibilität der Komponenten untereinander und
zum Betriebssystem. Es passt einfach alles zusammen. Probleme mit nicht kompatibler
Hardware tauchen nicht auf, das System kann zuverlässiger und sicherer
betrieben werden.
Es haben sich 2 Betriebssysteme
für NAS-Server durchgesetzt. Dies sind einmal ein klassisches Linux- oder FreeBSD-Betriebssystem
mit SMB-Software und zum anderen eine Windows Server Variante (Windows Storage
Server 2003) mit NFS-Erweiterungen. Einige Hersteller bieten properitäre
Systeme an, die meist von der Entwicklung aus dem Linux oder FreeBSD-Umfeld
stammen.
Der Vorteil des Windows NAS ist die 100 % Kompatibilität zur Windows-Familie.
Damit erhält man ein System mit den Vorteilen der Windows-Welt, aber auch
die Nachteile. Soll das NAS in heterogene Welten integriert werden, so haben
meist die Unix- bzw. Linux-Systeme mehr Vorteile.
Insgesamt haben auch die NAS-Server mit einem Unix-Betriebssystem sehr gute
Implementierung des SMB/CIFS Protokolls. Die meisten Anwendungen lassen sich
ohne Probleme realisieren, eine Integration in das Windows ADS ist kein Problem.
Interessante Features kommen aus dem Linux-Umfeld, so ist meist eine Replizierung
auf ein zweites System möglich, SnapShots sind integriert und stabile Filesysteme
bieten eine gute Grundlage für eine sichere Datenhaltung.
Bei der Auswahl des richtigen NAS muss also sowohl die vorhandene Infrastruktur,
wie auch besondere Anforderungen an das NAS berücksichtigt werden. Von
der Bedienung her bringen beide NAS-Familien ähnliche Oberflächen
mit. Meist sind sie browser-basierend aufgebaut und recht einfach zu bedienen.
Beim Windows Storage Server kann zusätzlich noch die normale Windows Oberfläche
genutzt werden.
Vom eigentlichen Ansatz her ist der NAS-Server ein reiner Fileserver. Jedoch
benötigt auch ein Fileserver weitere Funktionen, wie zum Beispiel einen
Virenscanner oder eine Backup-Software. Auf Linux-NAS-Server ist meist die Installation
von Software nicht möglich. Der Windows Storage Server 2003 bietet jedoch,
wie ein übliches Windows, die Möglichkeit Virenscanner und Backup-Software
zu installieren.
Jedoch birgt dies die Gefahr, das System durch inkompatible unstabile Software
zu gefährden. Die Verfügbarkeit kann eingeschränkt werden. Auf
auch auf der Linux-Seite werden Lösungen angeboten. So kann zum Beispiel
eine Viren-Scanner-Software integriert sein und Backup-Clients können aktiviert
werden.
NAS-Server mit großen Datenmengen kommen irgendwann an Systemgrenzen oder
sprengen das Backup-Fenster. Auch hierbei gibt es Lösungen. So können
durch eine HSM-Funktion selten genutzte
Daten auf kostengünstigen Speicher verschoben werden. Dies spart Plattenkapazität
und verkürzt das Backup-Fenster.
Durch eine Deduplizierung der Daten kann Plattenplatz eingespart werden. Mehrfach
vorhandene Dateien werden nur noch einmal gespeichert und mit Verweisen (Stub-Files)
zum zentralen Speicherort versehen. Jederzeit erreichbar, aber ohne Platzverschwendung.
Der größte Vorteil
ein NAS-Systems ist die schnelle und unkomplizierte Installation und Integration
in ein vorhandenes Netzwerk. Sie besitzen ein optimiertes Betriebssystem für
Filesystem-Dienste. Damit sind sie bei gleicher Ausstattung leistungsfähiger
als ein vergleichbarer Server mit einem klassischen Windows- oder UNIX-Betriebssystem.
Weiterhin werden NAS-Systeme zu günstigen Preisen angeboten, zum Teil liegen
sie sogar bei einem geringeren GB-Preis als DAS-Systeme. Dies liegt zum großen
Teil an den produzierten Stückzahlen, aber auch am standardisierten Aufbau.
Die kostengünstigen Systeme sind "einfacher" Server mit meist IDE- oder SATA-Platten
und einem kostengünstigen IDE-/SATA-Raid-Controller. Die Produktpalette
reicht bis zum vollredundaten Fibre Channel NAS mit Snap-Shot und "remote Mirroring".
Diese Systeme haben dann auch ihren Preis.
Die Enterprise-Lösungen der Hersteller bieten Cluster-Funktionalitäten,
NAS-to-NAS-Spiegelungen und umfangreiche Administrationsoberflächen. Meist
sind auch SAN-Funktionalitäten erhältlich, entweder über Fibre
Channel oder iSCSI.
Verschiedene NAS-Systeme finden Sie in den Angeboten
der Stor IT Back. In einem Angebot ist ein Autoloader für eine lokale Datensicherung
integriert, andere sind modulare Systeme. Die Enterprise-Lösungen werden
bei uns genau auf Ihre Anforderungen zugeschnitten, fragen
Sie nach diesen NAS-Lösungen.
Ein mögliches Problem
kann auftreten, wenn sehr viele Clients auf das NAS zugreifen und dabei sehr
große Datenmengen transportieren, dann kann das LAN schnell überlastet werden.
Das Laden von Dokumenten wird langsam und kann sogar abbrechen. Auch andere
Funktionen des LANs werden gestört. Vor dem Kauf eines NAS-Systems sollte das
vorhandene Netz analysiert und die Auslastung ermittelt werden. Ersetzt ein
NAS-System vorhandene Windows- oder Netware-Fileserver, so kann auch eine Reduzierung
der Netzlast erreicht werden.
Ein weiterer Nachteil von NAS-Systemen tritt immer dann auf, wenn nicht-erweiterbare
Systeme im Einsatz sind. Ist ein solches NAS-System an seiner Kapazitätsgrenze,
so wird einfach ein weiteres System angeschafft. Von den Hardwarekosten ist
dies vertretbar, jedoch spielen dann Personalkosten, Datensicherungskosten und
die Nebenkosten eine wesentlich größere Rolle. Schnell sind die geringeren Anschaffungskosten
durch die Nachteile aufgebraucht, die Lösung wird teurer und teurer. Viele höherwertige
Systeme lassen sich stufenlos erweitern, durch weitere Funktionen aufwerten
und sind als Enterprise-Lösung einsetzbar.
Suchen Sie eine Lösung aus diesem Nachteil, so wenden Sie sich an uns. Wir bieten Ihnen NAS-Lösungen, die auch ohne Probleme erweiterbar bleiben. Oder möchten Sie sich erst einmal Informieren? Dafür bieten wir eine herstellerunabhängige Schulung zum Thema "Storagetechnologien" an.
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