Backup, brauche ich das wirklich? Oder was brauche ich für ein Backup? So lauten die Fragen von vielen Administratoren und Anwendern. Oder sie führen zwar regelmäßig ein Backup durch, wissen aber nicht ob sich die Daten wirklich recovern lassen. Ein riskantes Unterfangen, denn wie schnell ist eine Festplatte defekt, der Server hat Feuer gefangen oder ein Anwender hat irrtümlicherweise Daten gelöscht. Jetzt ist guter Rat teuer, unter Umständen sehr teuer für Ihr Unternehmen. Nehmen wir an, Ihr Kundenstamm ist weg, Sie wissen nicht mehr wer was bestellt hat oder wer seine Rechnung nicht bezahlt hat. Die ersten Forderungen der Lieferanten treffen ein, Sie wissen aber nicht mehr an wen Sie die Ware eigentlich ausliefern sollten. Dies wird mit Sicherheit einen ernsten Schaden nach sich ziehen. Sie sagen, alles kein Problem, ich habe ja alles ausgedruckt, eine Datensicherung ist nicht so wichtig für mich. Dann haben sie aber auch keine Vorlagen für Rechnungen, Lieferscheine u.ä. mehr. Alles muss neu entworfen werden, die Buchhaltungsdaten müssen neu eingetippt werden, umfangreiche Kalkulationen sind verloren, Fehler in Adressen und Namen schleichen sich ein, u.s.w. Zusätzliche Kosten und mindestens ein Image-Verlust.
In diesem Zusammenhang fallen immer wieder die
Begriffe Backup, Recovery und Restore. Hierbei ist das Backup die Sicherung
der aktiven Daten, sie liegen auf Festplatten und mit ihnen wird gearbeitet
(die typischen Word-Dokumente). Die gesicherten Daten liegen auf Bandlaufwerke
oder spezielle Backupmedien. Sie können nicht direkt von den Anwendern genutzt
werden.
Die Recovery ist der Weg zurück, die Daten werden vom Backupmedium zurück auf
die Festplatten gespielt. Dies kann eine einzelne Datei, die irrtümlich
gelöscht wurde, oder der Inhalt des gesamten Servers sein.
Der Begriff Restore kommt eigentlich aus der Großrechnerwelt und beschreibt
das Zurückholen von ausgelagerten (migrierten) Dateien. Er wird aber auch für
das Zurückholen von Daten aus Backupmedien verwendet.
Durch kostengünstige Festplatten (z.B. IDE oder SATA) wird immer häufiger
vom Disk-to-Disk-Backup gesprochen. Statt die Backupdaten auf
Bandlaufwerke zu schreiben, werden sie erst auf Festplatten gespeichert und
dann später auf Bänder verschoben. Dies verkürzt ein Backup und
viele Datensicherungen lassen sich parallel durchführen. Für neue
Bandtechnologien sind Netzwerke und Backup-Clients nicht schnell genug. Dies
führt dann zum Start-Stop-Modus der Laufwerke, eine große Belastung
für die Mechanik und die Bänder. Sind die Sicherungen auf schon auf
Festplatten des Backup-Servers, so kann es keine Probleme mehr geben. Dieses
Backup-to-Disk wird häufig auch als Online-Backup bezeichnet, da die Daten
im verfügbar sind, sie sind immer Online auf den Platten. Bei einer Sicherung
auf Tape und dessen Auslagerung sind die Daten wirklich Offline.
Die Anforderungen an ein zeitgemäßes Backup haben sich grundlegend geändert. Heute spielen Onlinezeiten von 7 mal 24 Stunden eine große Rolle, selbst bei vollständigen Serverausfällen müssen die Daten innerhalb kürzester Zeit wieder verfügbar sein. Nach dem 11. September spielen auch Auslagerungen und Duplizierungen der Backupdaten über große Entfernungen eine sehr große Rolle. Für alle Anforderungen gilt aber, so kostengünstig und einfach wie möglich. Gerade die Einfachheit ist sehr wichtig, je komplexer ein Backup ist, desto mehr Fehler können sich unbemerkt einschleichen. Um Fehler erkennen zu können, ist eine lückenlose Protokollierung aller Vorgänge nötig. Diese Protokolle sollten sich automatisch auswerten und in einer kurzen und überschaubaren Form darstellen lassen. Nichts ist schlimmer als jeden Morgen seitenweise Protokolle lesen zu müssen, und wer schafft das schon regelmäßig?
Gesichert wird auf Bänder und auf spezielle Backupmedien, wie zum Beispiel Festplattenverbände (RAID-System - Disk-to-Disk). Bei den Bändern geht es von Einzellaufwerken über Autoloader zur Tapelibrary oder den Robotersilos. Die einzelnen Hardwaregruppen richten sich nach dem Datenvolumen und den benötigten Übertragungsraten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Auswahl der richtigen Bandtechnologie. Dort werden das Volumen eines Bandes bzw. einer Kassette und die maximale Übertragungsrate festgelegt. Auch sind einige Bandsorten für den Dauerbetrieb weniger geeignet als andere, sie sind dafür aber kostengünstiger. Eine Auswahl der geeigneten Hardware kann nur nach ausführlicher Analyse durchgeführt werden. Einige Beispiele für Tape-Libraries finden Sie in den Angeboten der Stor IT Back.
Die Software ist mindestens genauso wichtig wie die Hardware. Sie legt die
äußeren Gegebenheiten für eine Backup-Lösung fest. Unterschiedlich ist bei den
Herstellern die Anzahl der unterstützen Betriebssysteme für Backupserver
und Backupclient. An dem Backupserver sind die Bandlaufwerke angeschlossen und
alle Backupclients sichern über diesen Server ihre Daten. Dieser Backupserver
verwaltet meistens auch die Datenbank aller durchgeführten Sicherungen. Diese
ist besonders wichtig und muss ihrerseits speziell gesichert werden, da ohne
ihre Informationen keine Recovery möglich ist. Weitere Auswahlkriterien sind
die unterstützte Hardware, die Sicherungsgeschwindigkeit und Unterstützung von
anderen Sicherungsformaten.
Ein weiteres Kriterium der Backup-Software sind
die Sicherungsläufe. Jede Software beherrscht eine Vollsicherung (Full-Backup).
Daneben gibt es das inkrementelle und differentielle Backup.
Bei der inkrementellen Sicherung werden nur veränderte Daten gesichert, es wird
jedoch sowohl die Voll- wie auch Inkrementalsicherung berücksichtigt.

Bei der differentiellen Sicherung werden alle Daten, die seit der letzten Vollsicherung geändert wurden, gesichert. Damit wird das Backup von Tag zu Tag länger, bis zur nächsten Vollsicherung.

Der Nachteil der inkrementellen Sicherung ist die längere Recovery, da mehr
Bänder benötigt werden und die Berechnung von doppelten Dateien mehr Zeit in
Anspruch nimmt.
Immer häufig gibt es auch Backup-Software, die nur noch inkrementelle Sicherungen
durchführt. Dies wird immer dann gebraucht, wenn eine Vollsicherung nicht
mehr in angemessener Zeit durchgeführt werden kann. Diese spezielle Software
generiert dann zum Beispiel innerhalb des Backup-Servers virtuelle Vollsicherungen,
um eine Recovery zu beschleunigen. Oder die Backup-Software ist vom Design her
auf inkrementelle Sicherungen ausgelegt, die Datenbank ist schnell und effektiv
genug, um aus reinen inkrementellen Sicherungen eine Voll-Recovery zu generieren.
Wichtig für die Auswahl der richtigen Software ist auch die Unterstützung aller
verwendeten Betriebssysteme, Anwendungen und Datenbanken. Hierbei ist auch die
Möglichkeit von Online-Backups ein wichtiges Kriterium. Nur so
können Sie Datenbanken im laufenden Betrieb sichern. Auch hier wird der Begriff
Online Backup verwendet, diesmal bleiben die Sicherungsquellen aber während
der Sicherung Online. Ein Online-Online-Backup wäre dann eine Online-Sicherung
einer Datenbank auf eine Festplatte.
Es gibt unterschiedliche Verfahren um eine Backuplösung aufzubauen. Die einfachste Variante ist der Einbau eines Bandlaufwerkes in einen Server. Dieser Server sichert nur seine eigenen lokalen Daten. Dieses Verfahren wird hiernach "lokales Backup" genannt. Soll dieser Server auch die Daten von anderen Rechnern sichern, so liegt ein "Netzwerkbackup" vor. Die Daten werden über das LAN vom Backupclient (dies kann auch ein Server sein) zu einem Backupserver geschickt. Treten Probleme mit der Übertragungsgeschwindigkeit des Netzwerkes auf, so kann auf das so genannte "LAN-free" Backup ausgewichen werden. Hierbei liegen Storage, Server und Backuphardware in einem "storage area network" und die Daten werden von allen Backupclients direkt zur Tapehardware geschickt. Gibt es Probleme mit der Performance des Servers, so kann noch auf das "Serverless-Backup " ausgewichen werden. Hierbei werden die Daten direkt vom Storagesubsystem über die "Storage Area Network" Hardware zur Tapehardware geschickt. Weder LAN noch der Produktionsserver werden belastet.
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