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Serial Attached SCSI (SAS) hat das parallele SCSI in weiten Bereichen abgelöst. SCSI hat mit 320 MB/s das technisch machbare erreicht, eine weitere Steigerung der Geschwindigkeit und der Skalierbarkeit kann nur durch eine serielle Version ermöglicht werden. Hierfür wurden Technologien aus SATA und Fibre Channel in das SAS integriert. Eine Verbindung zwischen SATA und SAS kann durch eine einfache Bridge ermöglicht werden. Damit wird die Kombination von SATA- und SAS-Platten in einem System wesentlich erleichtert. An die meisten SAS-Controller können SATA Festplatten direkt angeschlossen werden.
Wie auch SATA ist SAS jetzt eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, statt der Bus-Topologie
beim SCSI. Am Anfang konnten Transfergeschwindigkeiten von bis zu 3 Gbit/s erreicht
werden, jetzt sind mit SAS-2 bis zu 6 Gbit/s möglich. Rein technisch gesehen
war SAS-1 etwas langsamer als SCSI U320, jedoch kann jedes Gerät die 3
Gbit/s alleine nutzen (heute 6 Gbit/s). Neben der reinen 1 zu 1 Anbindung sind
auch vermaschte Systeme möglich.
Jedes SAS-Gerät besitzt einen Transceiver mit einem oder mehreren Transmittern
und Receivern. Damit sind full duplex bis zu 1.200 MB/s möglich. Die Signalübertrag
erfolgt über ein "differential signal pair". Es wird pro Gerät
nach Anzahl der Transceiver unterschieden, eine Festplatte besitzt 2 Stück,
bei einem HBA können 4 Transceiver (wide port) oder 8
Transceiver (very wide port) realisiert werden. SAS ist vom
Design her hot-plug und dynamisch ausgelegt. Die Teilnehmer werden in Domains
unterteilt, wobei jeder SAS-Port einen eindeutigen Identifier hat (entsprechend
der WWN des Fibre Channel).
Es ist ebenfalls möglich mehrere direkte Verbindungen zwischen zwei Teilnehmern
zu bündeln, somit wird die Performance wesentlich erhöht.
Eine 1 zu 1-Verbindung benötigt jedoch immer eine Verwaltung, wenn mehr
als 2 Geräte kombiniert werden sollen. Hierfür wurde der Expander
entwickelt. Er verbindet SAS-Geräte ähnlich einem Switch im SAN
oder LAN.
Ein Edge-Expander kann hierbei bis zu 128 Endgeräte verwalten,
ein Fanout-Expander bis zu 128 Edge-Expander. Damit lassen
sich über 16.000 Geräte zusammen betreiben.
Als Protokolle werden SMP (SCSI Management Protocol) für
die Verwaltung und das Management eingesetzt. SSP (Serial SCSI Protocol)
setzt die SCSI-Befehle für die serielle Übertragung um und STP (Serial
Tunneling Protocol) passt die SATA-Befehle an, wenn SAS und SATA gemeinsam
genutzt werden sollen.
Wie in der nebenstehenden Skizze gezeigt, kann ein SAS-RAID-Controller direkt
über einen Expander Festplatten an einer Backplane anschließen. Der
RAID-Controller nutzt zum Beispiel eine SAS x4 Verbindung intern zur Backplane,
hat bei SAS-2 insgesamt 4 x 600 MB/s, also 2.400 MB/s für seine internen
Festplatten zur Verfügung.
Über diesen internen Expander könnten weitere JBODs mit eigenen Expandern
angeschlossen werden. Der Expander muss allerdings auch einen "Ausgang"
besitzen.
In diesem Beispiel nutzt der RAID-Controller aber einen zusätzlichen externen
SAS Kanal (ebenfalls x4) zum Anschluss der JBODs. Es stehen also auch 4 x 600
MB/s zur Verfügung. Vom ersten JBOD wird dann das zweite JBOD versorgt.
Der Expander im JBOD besitzt also auch einen Ausgang. Damit müssen sich
die JBODs die 2.400 MB/s teilen. Das hört sich aber schlimmer an als es
ist. Werden zum Beispiel 3 JBODs mit je 16 Festplatten an einen externen SAS
x4 Kanal angeschlossen, so bleiben pro Festplatte 50 MB/s übrig. Ausreichend
für eine SATA Festplatte, für eine SAS Platte wäre es etwas knapp.
Jedoch würde es bedeuten, das wirklich alle 48 Festplatten gleichmäßig
mit dem maximalen Durchsatz laufen würden und damit muss der Server bzw.
der RAID-Controller auch die 2.400 MB/s liefern können.
Bei einem einzelnen Server sind die 2,4 TB/s kaum zu erreichen. Selbst bei einem
externen RAID-Controller in einem Fibre-Channel SAN würde es bei 4 Gbit/s
Fibre Channel schon volle 6 Ports benötigen, die auch alle zu 100% ausgelastet
sein müssen, um die 2.400 MB/s auch durchleiten zu können.
Wird aber dennoch mehr Durchsatz benötigt, können ja RAID-Controller
mit mehr Ports bzw. mehrere RAID-Controller genutzt werden, zum Beispiel je
ein Controller pro JBOD.
Bei SAS sind ja SAS- und SATA-Festplatten meist an einem Expander bzw. an einem
RAID-Controller gemeinsam nutzbar. Dabei ist aber zu beachten, dass die SAS
Platten immer zwei Ports besitzen, SATA Festplatten aber nur einen Kanal. Daher
wird beim Einsatz einer SATA-Platte in einem redundanten SAS-Netz (siehe Beispiel
im rechten Bild) ein MUX-Board benötigt. Dieses MUX-Board stellt zum Controller
zwei Ports zur Verfügung und "kombiniert" diese beiden Ports
elektronisch auf den einen SATA-Port der Festplatte.
Wird nur ein Kanal zu den Festplatten verwendet, dann wird diese MUX-Platine
auch nicht benötigt. Die Konfiguration unterscheidet sich also von Controller
zu Controller und von Hersteller zu Hersteller.
Hinweis: Einige Festplatten-Hersteller bieten SATA-Festplatten auch schon mit
SAS-Schnittstellen an, damit ist das MUX-Board mit auf der Festplatte integriert.
Der geringe Aufpreis kann die Konfiguration von gemischt bestückten redundanten
SAS-Umgebungen stark vereinfachen.
SAS löst viele Probleme der SCSI-Technologie. Die Geschwindigkeit kann
leicht gesteigert werden, pro Domain können bis zu 16.000 Festplatten angeschlossen
werden. Die Entfernung der Geräte untereinander liegt bei maximal 1 Meter
(wie bei SATA), jedoch sind Kabellängen bis zu 10 Meter in den Spezifikationen
vorgesehen.
Weiterhin unterstützen SAS-Festplatten einen Dual-Channel-Anschluss. Es
kann also eine einzelne Festplatte an zwei unterschiedlichen Hostbusadaptern
angeschlossen werden. Eine sehr einfache und elegante Lösung, um Cluster
zu realisieren bzw. die Verfügbarkeit innerhalb des Systems weiter zu erhöhen.
RAID-Systeme mit redundantem Controller sind so einfach und sicher zu realisieren,
da eine Kanaltrennung zwischen den Controllern erreicht werden kann. Sollen
in diesem Fall dann SATA-Platten (sie haben nur einen Kanal) mit eingesetzt
werden, so müssen diese eine Vorschaltelektronik (MUX Board) bekommen (siehe
oben).
Neben dem direkten Anschluss von Festplatten wird SAS auch für die Verbindung
von Server und RAID-Systemen eingesetzt. Auch dort sind viele Vorteile gegenüber
von SCSI zu sehen. Ein "normaler" externer SAS-Anschluss eines Servers
bzw. eines RAID-Systems nutzt 4 einzelne SAS-Kanäle (x4), also 4 mal 6
Gbit/s (bei SAS-1 sind es 4 mal 3 Gbit/s). In einem Kabel sind also bis zu 24
Gbit/s (bzw. 12 Gbit/s bei SAS-1) möglich. Eine redundante Anbindung von
Storage-Systemen kann einfach realisiert werden und Hot Plug ist dann auch alles.
Durch die Expander-Hardware können auch sehr einfach JBODs mit hoher Festplattenanzahl
an einen Server bzw. RAID-Controller angeschlossen werden. Zwischen JBOD und
RAID-Controller sind z.B. 4 SAS-Kanäle vorhanden, im JBOD sitzt ein Expander,
der dann z.B. 16 Festplatten (SAS und SATA gemischt) ansteuern kann.
Für die SAS-Verbindungen mussten eigene Stecker und Verbindungen entwickelt
werden. Neben der hohen zulässigen Geschwindigkeit mussten auch Anforderungen
an die Signalmenge erfüllt werden. Bei SAS entwickeln sich die x4 Verbindungen
zum Standard. Dies bedeutet, 4 einzelne SAS Verbindungen sind in einen Kabel
/ Stecker zusammen gefasst. Die Stecker für interne und externe Verbindungen
unterscheiden sich.
Ein internes Kabel von einem Multilane Stecker (SFF-8484)
auf die SATA Stecker. Auf der Multilane-Seite sind die 4 Kanäle zusammengefasst.
Dieses Kabel wird bei internen RAID-Controllern eingesetzt, wenn Festplatten
direkt oder ohne Expander Backplane angeschlossen werden sollen. Hat der RAID-Controller
vier Ports (SAS x4), so können direkt 4 Festplatten eingesetzt werden.
Ein internes Kabel von einem Multilane Stecker (SFF-8484)
auf einen Mini Multilane Stecker. Auf beiden Seiten sind die 4 Kanäle zusammengefasst.
Dieses Kabel wird zum Beispiel in Servern verwendet, um einen 4 Kanal SAS Controller
(SAS x4) mit einer Expander Backplane zu verbinden. Über diese Expander
Backplane können dann bis zu 16 Festplatten (in Einzelfällen auch
24) angeschlossen werden.
Ein externes Kabel mit zwei Mini Multilane Stecker
(SFF-8470). Auf beiden Seiten sind die 4 Kanäle zusammengefasst. Es ist auch
möglich, von einem SFF-8470 auf einen SFF-8088-Stecker zu wechseln. Dieses Kabel
wird für den Anschluss von externen RAID-Systemen oder Bandlaufwerken verwendet.
Auch zur Anbindung von JBOD-Gehäusen an den RAID-Controller bzw. zwischen
JBODs findet es Verwendung.
Ein externes Kabel mit zwei Mini Multilane Stecker
(SFF-8088). Auf beiden Seiten sind die 4 Kanäle zusammengefasst. Es ist auch
möglich, von einem SFF-8088 auf einen SFF-8470-Stecker zu wechseln. Der SFF-8088
wird in LTO-Bandlaufwerken verwendet, wie auch in vielen RAID-Systemen. Auch
JBODs sind mit diesem Stecker ausgestattet. Als Besonderheit könne diese
Stecker kodiert werden, so kann zwischen Aus- und Eingang sicher unterschieden
werden.
Ein externes Kabel mit einem Mini Multilane Stecker
(SFF-8470) und 4 Stück Single Lane SFF-8088 Stecker. Auf der einen Seiten
sind die 4 Kanäle zusammengefasst, hier wird das Kabel mit x4 an den SAS-Controller
angeschlossen. Auf der SFF-8088 Seite werden die 4 SAS Kanäle auf die 4
einzelnen Stecker verteilt. Jeder der SFF-8088 Stecker nutzt also nur x1 SAS.
Dieses Kabel wird zum Beispiel zum Anschluss von Tape-Libraries verwendet. Jedes
Laufwerk in der Library hat einen eigenen SAS Anschluss, aber nur einen Kanal.
Somit können an einen SAS x4 Kanal des Controllers bis zu 4 Tape-Laufwerke
angeschlossen werden.
Eine der wichtigsten Entwicklungspunkte ist die Übertragungsrate. Sie soll
schrittweise bis auf 1.200 MB/s pro Kanal gesteigert werden. Eine erste Stufe
ist Anfang 2010 mit 600 MB/s erreicht worden (SAS-2). Fast alle Serverhersteller
setzen SAS-Festplatten in ihren High-End-Servern ein, jeder RAID-System-Hersteller
bietet auch Fibre Channel - to - SAS RAID-Controller an, oder sogar SAS - to
- SAS RAID-Controller. Der Server bekommt dann einen externen SAS-Controller.
Wird jetzt eine höhere Übertragungsrate gebraucht, so können
einzelne Kanäle zusammengeschaltet werden. Mit dem SAS der Version 1 wird
extern meist mit x4 Übertragungen gearbeitet, also stehen 4 mal 300 MB/s
zur Verfügung. Selbst beim Anschluss von einem JBOD mit 16 Festplatten
bleiben pro Festplatte dann noch 75 MB/s Übertragungsrate übrig. Mit
SAS-2 hat sich der Durchsatz verdoppelt, also können selbst bei 32 Festplatten
in einem JBOD die 75 MB/s erreicht werden.
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