DAS "Direct Attached Storage" V1.7 (c) Stor IT Back 2010

Einführung

Mit einem DAS-System kann ein Server um zusätzlichen Festplattenplatz kostengünstig erweitert werden. Die Übersetzung des Begriffes DAS beschreibt die Besonderheit am Besten, "direkt angeschlossener Plattenplatz". Es besteht eine feste Verbindung zwischen Server und Storage-System. Diese Verbindung besteht traditionell als SCSI (heute meist SAS), kann aber auch als Fibre Channel bestehen. Dies zeigt auch, dass Fibre Channel nicht automatisch SAN (Storage Area Network) bedeutet, es ist nur ein Übertragungsmedium, wie auch SCSI oder SAS.

Externer Aufbau und Anschluss

Im Server muss ein SAS-, SCSI- oder FC-Controller vorhanden sein. DAS SystemAn diesen wird das DAS-System direkt über ein Anschlusskabel angeschlossen. Nur dieser Server kann den externen Plattenplatz nutzen. Ein DAS-System ist die Erweiterung für einen Server (viele DAS Systeme haben eine Anschlußmöglichkeit für zwei Server). SAS als Anschlussmedium ist kostengünstig, jedoch von der Entfernung begrenzt auf wenige Meter (max. 5 oder 10 Meter je nach Hersteller). Mit Fibre Channel sind bis zu 300 Meter möglich, also auch einsetzbar als Spiegelsystem zur Desaster-Vorsorge. Durch die Verbreitung von SAS, auch für den Anschluss von externen Geräten, wird dies immer mehr SCSI ersetzen.

Viele DAS-Systeme besitzen intern einen RAID-Controller. Dieser ermöglicht den Aufbau von RAID-Sets mit verschiedenen RAID-Leveln. Diese RAID-Sets werden dann als eine logische Festplatte für den Server dargestellt. Auf diese Weise lassen sich große logische Festplatten auch mit kleinen physikalischen Disks herstellen. Ein weiterer Vorteil von RAID-Controllern ist die Steigerung des I/O-Durchsatzes bei RAID 5 und RAID 10 im Vergleich zu einer einzelnen Festplatte.

Interner Aufbau eines DAS-Systems

Der interne Aufbau ist für DAS- und SAN-Storage-Systeme sehr ähnlich. Sie bestehen aus einem oder zwei Raid-Controllern und den Festplatten. Je nach Aufbau des Systems sind Controller und Festplatten in unterschiedlichen Gehäusen untergebracht. Festplatten und Controller werden entweder über SCSI oder Fibre Channel angeschlossen. Eine Besonderheit sind die SATA- und IDE-Raid-Systeme. Sie stellen sich nach außen (zum Server hin) als SCSI, SAS oder Fibre-Channel-System dar, nutzen jedoch intern kostengünstige SATA- oder IDE-Festplatten. Aus diesen unterschiedlichen Bauarten leiten sich die Bezeichnungen der Systeme ab:

Bezeichnung  Hostanschluss   Festplattenanschluss 
SCSI to SATASCSISATA
Fibre Channel to SATAFibre ChannelSATA
SAS to SATASASSATA
SCSI to SASSCSISAS / SATA
Fibre Channel to SASFibre ChannelSAS / SATA
SAS to SASSASSAS / SATA
SCSI to SCSISCSISCSI
Fibre Channel to Fibre ChannelFibre ChannelFibre Channel
SCSI to Fibre ChannelSCSIFibre Channel
Fibre Channel to SCSIFibre ChannelSCSI

Die erste Bezeichnung gibt das Anschlussprotokoll nach außen an, das zweite nach innen zu den Festplatten. Die kostengünstigsten Systeme sind die SAS to SATA. Der SAS Anschluss ist nahezu in jedem Server (bzw. der SCSI Anschluss bei älteren Systemen) vorhanden und die SATA-Festplatten sind im Gegensatz zu SCSI, SAS oder Fibre Channel Festplatten kostengünstiger. Ein Nachteil dieser Systeme ist die geringere Performance durch die Festplattentechnologie, daher sind sie für große Datenbankanwendungen nicht so geeignet.
Ein Beispiel für SATA-, SAS- und Fibre Channel-RAID-Systeme finden Sie in den Angeboten der Stor IT Back. Dort finden Sie Systeme für Fileserver, Web- oder Mail-Anwendungen, sowie für performancekristische Datenbanken.

Vorteile der DAS-Systeme - Einsatzbereiche

DAS-Systeme sind zunächst einmal eine kostengünstige Möglichkeit um Server auf zusätzlichen Festplattenplatz aufzurüsten. Der Server bleibt erhalten, es muss nur eventuell eine SAS- oder Fibre Channel-Karte (Hostbus-Adapter HBA) eingebaut werden. Durch die interne Struktur kann ein DAS-System sehr redundant ausgelegt werden. Es besitzt Hot Swap Netzteile, Lüfter, Festplatten und meist sogar zwei Raid Controller mit Failover (bei SAS- oder FC-Host). Viele Systeme bieten den Anschuss in der Regel von einem, aber auch bis zu 4 Servern, die dann voneinander unabhängig den Plattenplatz nutzen können.
Ein Sonderfall ist das JBOD. Dies bedeutet, dass in dem externen Gehäuse kein RAID-Controller vorhanden ist, sondern jede Platte einzeln vom Server angesprochen werden kann. Im Server wird dann ein RAID-Controller auf PCI-Express (oder PCI-X) Basis verbaut, der die RAID-Sets erstellt. Dies ist eine besonders kostengünstige Variante, speziell wenn schon ein RAID-Controller für die internen Platten verbaut wurde, der auch einen externen Anschluss bietet.

Ein DAS-System kann selbst als Shared-Storage für Virtualisierungsplattformen wie VMware ESX oder Xen eingesetzt werden. Systeme mit SAS-Controller bieten meist 2, zum Teil auch 4 Kanäle zu den Servern an. Es können also 2 bzw. 4 Server direkt angeschlossen werden, die alle auf die gleiche Datenbasis zugreifen. Also sind auch Technologien wie VMotion möglich.

Nachteile der DAS-Systeme

Nachteile treten bei DAS-Systemen immer dann auf, wenn viele Systeme an unterschiedlichen Servern genutzt werden. Alle diese Geräte müssen überwacht und administriert werden. Dies kostet sehr viel Arbeitszeit. Weiterhin benötigt jedes Einzelsystem Reserveplattenplatz, Hot Spare-Platten und Stellplatz im Rechenzentrum. Eine Lösung ist dann der Einsatz eines SAN, viele verschiedene Server können auf ein zentrales Storage-System zugreifen.

Nutzen Sie viele unterschiedliche DAS Systeme, so setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Wir beraten Sie unverbindlich über Lösungsmöglichkeiten zur Konsolidierung Ihrer Storage-Umgebung.

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